Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 27

Thema: Wer braucht diesen Raketenabwehrschirm?

  1. #11
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.09.2007
    Beiträge
    883
    Zitat Zitat von Raptor Beitrag anzeigen
    Fakt ist, dass der Nahe Osten derzeit noch immer total unberechenbar ist und eine Nützlichkeit der Befähigung zur Abwehr ballistischer Flugkörper nicht vollkommen von der Hand zu weisen ist. Die Gefahr eines Krieges ist dort noch immer nicht gebannt und die Militärs denken nunmal strategisch.
    Die mögen sich dort die Köppe einschlagen. Aber die Gefahr eines Raketenangriffs auf Europa erscheint mir dennoch arg zweifelhaft. Jeder Mensch mit einem letzten bisschen Verstand wird doch sehen dass ein offener Angriff mittels Raketenschlages gen Westen quasi einem Selbstmordattentat gleichkommt. Kein Staat da unten hätte einer darauffolgenden Antwort der NATO etwas Wesentliches entgegenzusetzen.
    Was Selbstmordattentate angeht, kann man da stattdessen auf die althergebrachten Methoden zurückgreifen, die ungleich weniger Gefahr mit sich bringen als Land dafür in Verantwortung gezogen zu werden.

    Zitat Zitat von Raptor
    Die Bedenken Russlands sind natürlich insofern begründet, als dass es an der östlichen Peripherie der NATO noch immer großes Konfliktpotenzial gibt. Permanent gibt es hier Streit um russisches Gas und andere Einflussnahmen von der einen oder anderen Seite. Hier ist natürlich auch dieser Raketenschirm strategisches Argumentationsgut, welches die russische Machtprojektion auf die ehemaligen Sowjetrepubliken zumindestens verkleinert.
    Gerade aufgrund der Ressourcenabhängigkeit Europas von Russland würde ich jedwede militärischen Argumentationshilfen als relativ belanglos einschätzen. Letztlich sind wirtschaftliche Interessen & Perspektive imo wesentlich ausschlaggebende dafür ob sich die Ex-Sowjetrepubliken mehr gen Osten oder gen Westen orientieren.

  2. #12
    Zitat Zitat von Imago Beitrag anzeigen
    Die mögen sich dort die Köppe einschlagen. Aber die Gefahr eines Raketenangriffs auf Europa erscheint mir dennoch arg zweifelhaft.
    Es geht um ein System für die NATO. So etwas macht wie schon gesagt nur Sinn, wenn es auch die NATO generell mit einbezieht und die Systeme untereinander kompatibel sind. Dir mag es nicht bewusst sein, aber die NATO hat eine gemeinsame Grenze mit dem Iran. Das ist also keineswegs weit weg und zumindest derzeit weiß noch niemand wie sich die Lage entwickelt und auch nicht ob sich die Hardliner in Israel durchsetzen. Es ist ja nicht so, dass im Iran die einzigen Verrückten in der Region sitzen würden.


    Zitat Zitat von Imago Beitrag anzeigen
    Gerade aufgrund der Ressourcenabhängigkeit Europas von Russland würde ich jedwede militärischen Argumentationshilfen als relativ belanglos einschätzen. Letztlich sind wirtschaftliche Interessen & Perspektive imo wesentlich ausschlaggebende dafür ob sich die Ex-Sowjetrepubliken mehr gen Osten oder gen Westen orientieren.
    Ja, richtig. Der Protest der Russen ist ja auch zwar vehement, folgt aber jetzt nicht einer total scharfen Rhetorik. Man stellt zwar ein paar Kurzstreckenraketen in Kaliningrad auf, aber das ist für die NATO in anbetracht der russischen Interkontinentalraketen wohl zu verkraften.
    "Nothing in life is to be feared, it is only to be understood." Marie Curie

  3. #13
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
    Registriert seit
    31.08.2008
    Beiträge
    5.101
    Bis jetzt hat sich mir nicht erschlossen, wo der inhaltliche Dissens zu suchen ist, der letztlich die angeblich von der NATO angestrebte Kooperation mit Russland beim Raketenabwehrschirm verhindert hat.
    Meines Wissens betrachten die Russen vor allem die zentral- und nordeuropäische Geometrie des NATO-Systems potentiell als gegen sich gerichtet, da sie sich angeblich sehr schnell oder unmittelbar offensiv ausrichten lässt.
    Im übrigen habe man gerade deshalb seit Oktober 2011 die "Luft- und Weltraumraketenabwehr" als neue Teilstreitkraft der Luftwaffe in Dienst gestellt.
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
    Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander)
    Politisches Salzland
    Timirjasev-Verein

  4. #14
    Ja, das ist halt ein bisschen ein Dilemma. Ein gemeinsamer Schirm wäre ja sicher in Ordnung, wäre dieser dann handlungsfähig. Das ist bei den gegensätzlichen Positionen (man denke an Syrien oder Georgien) aber wirklich illusorisch. Die NATO hat ja heute schon bei ihren AWACS Probleme mit der Koordination der Staaten.

    Klar ist das gegen Russland gerichtet, mir fällt da auch kaum ein gangbarer Weg ein, der beide Seiten wirklich zufriedenstellt. Offensiv ist natürlich relativ, aber verwendbar bei einem hyptothetischen Angriff, klar. Aber wenn Russland doch eh schon seine Kräfte in Dienst hat, ich habe nicht das Gefühl, dass die NATO in der Hinsicht weiterrüsten will. Auch die Iskander in Kaliningrad hat man sicher nicht gerne gesehen, wird den aber kaum neue Kurzstreckenraketen entgegensetzen. Insofern sehe ich da keine Rüstungsspirale.
    "Nothing in life is to be feared, it is only to be understood." Marie Curie

  5. #15
    Benutzer
    Registriert seit
    08.07.2009
    Beiträge
    230
    Ob Russlands Bedenken begründet sind hängt allein von Russland ab. Wenn Russland beabsichtigt, mit dem Rest der Welt zu kooperieren dann sind die Bedenken unbegründet denn der Raketenschirm würde sich höchstens dann gegen die Russen richten, wenn von denen ein Kalter Krieg 2.0 ausginge.

    In erster Linie richtet sich diese Raketenabwehr gegen Schurkenstaaten wie den Iran - und wenn die westlichen Staaten schon zulassen dass der Iran Atomwaffen entwickelt während man sich einredet, ihn mit diplomatischen Mitteln aufhalten zu können dann sollte man zumindest auf diese defensive Aufrüstung nicht verzichten um einen Angriff mit besagten Waffen notfalls abwehren zu können.

    Davon abgesehen ist Putin ausschließlich in den Augen von Gazprom-Gerd ein "lupenreiner Demokrat" - für alle anderen ist er ein Diktator wie er im Buche steht. Daher sollte Russlands Haltung, die in diesem Fall nichts anderes ist als die persönliche Haltung Putins, den Rest der Welt nicht allzusehr interessieren.
    "The government's view of the economy can be summed up in a few short phrases: If it moves, tax it. If it keeps moving, regulate it. And if it stops moving, subsidize it." - Ronald Reagan

  6. #16
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
    Registriert seit
    31.08.2008
    Beiträge
    5.101
    Vor allem die beabsichtigte mittel- und nordeuropäische Konfiguration und dessen offensive Potenzen rechtfertigen die Bedenken der Russen gegen den NATO-Raketenschutzschirm unter Ägide der USA. Weder NATO noch USA sind im übrigen der Rest der Welt!

    Putin ist weder ein "lupenreiner Demokrat" noch ein Diktator, vor allem kein "Diktator, wie er im Buche steht".

    Die heutige Resonanz auf Medwedjews Einladung nach Moskau zum Meeting "Die Eurasische Sicherheitspartnerschaft: Mythos oder Erreichbares?" beweist, das sich der (welcher eigentlich?) Rest der Welt sehr wohl für die sicherheitspolitischen Vorstellungen Russlands interessiert, die mehr sind als persönliche Vorstellungen des neuen Staatspräsidenten.

    Das nehmen aber nur jene wahr, die sich mit der Materie besser beschäftigen und nicht nur ihren antikommunistischen Spruchbeutel pflegen.
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
    Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander)
    Politisches Salzland
    Timirjasev-Verein

  7. #17
    Benutzer
    Registriert seit
    13.05.2011
    Beiträge
    1.179
    Zitat Zitat von Aslan Beitrag anzeigen
    Ob Russlands Bedenken begründet sind hängt allein von Russland ab. Wenn Russland beabsichtigt, mit dem Rest der Welt zu kooperieren dann sind die Bedenken unbegründet denn der Raketenschirm würde sich höchstens dann gegen die Russen richten, wenn von denen ein Kalter Krieg 2.0 ausginge.
    Den Absatz finde ich direkt bemerkenswert. Aber sowas von! Nur damit ich dich nicht falsch verstehe: Du schreibst, dass auf das Anzetteln eines "Kalten Krieges" als Antwort ein "Heißer Krieg" gerechtfertigt ist? Oder mit anderen Worten: Sobald die Russen aufmucken kriegen die kräftig aufs Maul? Ist es das, was deine Gedanken beherrscht?

  8. #18
    Benutzer
    Registriert seit
    18.04.2012
    Beiträge
    88
    Zitat Zitat von tdd Beitrag anzeigen
    Hi
    das gezehre um Syrien im Sicherheitsrat zeigt doch schon, das wir einen kleinen kalten Krieg wieder haben. West gegen Ost auf Rücken eines dritten Landes.

    Zum Thema: Ich staune nur noch. Ein System, dessen Wirksamkeit fraglich, teuer und politisch hoch umstritten ist, so einfach durchgwunken wird. Hallo? Schuldenkriese? War da was?
    Mich wundert diese doch reichlich enge Interpretation des arabischen Frühlings sehr, denn die Lage ist bekanntlich erheblich komplexer.

    Seit Jahrzehnten sorgt der aus Saudi-Arabien entsprungene und von dort bis heute finanzierte Wahhabismus (aka Islamismus) für eine Verseuchung des intellektuellen Denkens der arabischen Umgebung. Das wahhabitische Denkmodell, also die direkte Verbindung von sunnitisch-extremistischer islamischer Religion und weltlichem Staat, ist in inkompletter Weise von den iranischen Schiiten unter Khomeini eingeführt und unter Chamenei-Achmadijenad auf die Spitze getrieben worden. Die etwas weltlicher ausgerichtete Strömung der Islamisierungswelle demonstriert sich an der Türkei, die unter Erdogan's AKP bzw. vor allem durch den Außenminister Davutoglu (politisches Programm nachweislich der "Neo-Osmanism" bzw. "strategic depth"-Doktrin) erheblich fanatisierte und nationalisierte.
    Die üblichen 0815-Diktatoren (Ben Ali in Tunesien, Gaddafi in Libyen, Mubarak in Ägypten) gerieten durch den Wahhabismus unter Druck, bis schließlich nur ein Zündfunke (de fakto das Heraussickern der Raffgier von Ben Ali über geleakte eMails von Assange's Wikileaks) genügte, den arab. Frühling in Tunesien zu zünden. Das ganze geriet in Ägypten außer Kontrolle und später in Libyen, gleichzeitig in Bahrain und in Syrien.

    Da die Araber, wie alle Leute, zuerst mal konservativ sind, orientieren sie sich in Krisen immer am Althergebrachten ... und wählten in Ägypten dann gleich entweder radikale Moslembrüder oder gleich Islamisten ins Parlament. Analoges sieht man in Libyen. Juden- und islamistischer Rassenhass gegen Kuffars feiern fröhliche Urstände, wie man bei den beliebten arabischen Friedhofsschändungen sehen kann -> http://www.youtube.com/watch?v=IXZmakPif2w

    Das Problem, was bei diesen Entwicklungen völlig übersehen wird, ist der Umstand, dass die arab. Nationen derzeit eine drastische Senkung der Fruchtbarkeitsrate erleben, so dass in wenigen Jahrzehnten deren gesellschaftliche Pyramide zu einem Pilz umgeformt werden wird. Da die Araber weitestgehend schlecht ausgebildet und deren Universitäten i.d.R. inkompetente Titelmühlen sind (deshalb auch der hohe Anteil von arab. Studierenden in Europa und v.a. in Deutschland und Frankreich), ist offensichtlich, dass sich die Araber (allein schon wegen der auf dem Islam fußenden, religiösen Überheblichkeitsmoral) nicht am eigenen Schopf aus dem selbstverschuldeten Wirtschaftsdesaster herausziehen können, selbst wenn sie das wirklich wollten. Man sieht ja bereits am Fruchtbarkeits-Desaster hier -> http://www.laenderdaten.de/bevoelker...keitsrate.aspx , dass den Arabern demnächst die Kinder ausgehen. Der US-Blogger und Wirtschaftsjournalist Spengler aka David Goldman versteigt sich in seinem Buch "How Civilizations Die" die These, dass die Araber beim vergeblichen Versuch, vom Mittelalter in die Neuzeit zu springen, ins geburtenbedingt Bodenlose fallen werden.

    Wer sich die Konflikte im Mittelmeer genau ansieht und gleichzeitig Zeitschriften wie energytribune.com liest bzw. entsprechend googelt, bemerkt sofort, dass im Mittelmeer sog. "Energiekriege" geführt werden. Dabei versuchte im Libyen-Konflikt die energiearme Türkei (nachdem vor drei Jahren schon Putins GAZPROM die gesamte libysche Produktion zum Weltmarktpreis aufkaufen wollte, um sich ein Monopol zu sichern), sich in Libyen die Öl- und Gas-Vorräte zu sichern. Sie scheiterte damit, weil die Libyer deren Angebot zurückwiesen.
    Die Türkei versucht derzeit, mit illegalen Mitteln West-Zypern dazu zu zwingen, ihr den Nord-Zipfel des riesigen Leviathan-Offshore-Gasfeldes (derzeit 400 Mrd. m3 Gas, davon 220 Mrd. m3 mit heutiger Technik förderbar) kostenlos zu überlassen. Es gab mehrfach direkte militärische Provokationen der Türkei gegenüber West-Zypern (Grenzverletzungen durch Militärjets und Schiffe), sowie gegen Griechenland (dieses plant eine Pipeline via West-Zypern zum Leviathan-Gasfeld Israels zu legen) und gegen Israel selbst (offizielles Umschalten der türk. Jet-Freund/Feind-Kennung, so dass israel. Flugzeuge als feindlich erkannt werden). West-Zypern und Griechenland haben im letzten Jahr bekanntlich jeweils eine eigene militärische Kooperation mit Israel vertraglich beschlossen, um sich gegen die türk. Aggression im Konfliktfall besser verteidigen zu können. Offensichtlich traut man da der NATO bzw. Obamas USA nichts mehr zu.

    Der Energiekonflikt ist also alles andere als simpel - gerade im Falle Libyens. Denn die Meinung, die gerne von der dt. Linken verbreitet würde, es ginge den USA in dem Fall nur um's Öl, ist nackter Unsinn. Die USA importieren aus Libyen nur geringe Mengen. Deutschland und Frankreich importieren VIEL MEHR http://de.rian.ru/infographiken/20110224/258426540.html . Im übrigen könnten die USA (was Obama derzeit noch verhindert) nach Errichtung der sog. Keystone-Pipeline direkt Öl aus Kanada beziehen und damit komplett den Import von Konflikt-Öl aus Saudi-Arabien oder linkem Terror-Öl aus Venezuela aufgeben. Kanada exportiert bereits heute in die USA und die Saudi's verlieren derzeit ständig Marktanteile. Deshalb gab es ja auch, wie von www.ethicaloil.org und Ezra Levant (Sun News TV Network Canada) in seiner Show "THE SOURCE" beschrieben, den Versuch einer von den Saudis bezahlten internationalen Rechtsfirma, mit Drohbriefen die Ausstrahlung dieses Werbespots hier zu verhindern -> http://www.youtube.com/watch?v=1SjZlqbDudI
    Aber damit scheiterten die Saudi's letztlich, weil sich das konservative und ausschließlich privat finanzierte Sun News TV Network, das sehr neu auf dem Markt ist und von den Quoten her bereits im Nachrichtensektor den kanad. Staatssender CBC überflügelt hat,
    hinter die Ethical-Oil-Kampagne von www.ethicaloil.org stellte.

    Das führte zur Wahrnehmung der Aktivitäten politischer Foundations in Kanada, die bereits seit Jahren im Fokus u.a. der Bloggerin Vivian Krause von www.fair-questions.com standen. Vivian sagte diesbezüglich vor einem kanad. Parlamentsausschuss aus http://www.youtube.com/watch?v=3WIjHYyIOgk und brachte damit das Problem der von internationalen Konzernen über politische Foundations indirekt finanzierte Lobbygruppen auf das politische Tablet.

    Unter diesen Netzwerken leidet auch Europa, wie man hier ansatzweise sehen kann http://www.youtube.com/watch?v=mKYFB_OqucI oder hier http://www.youtube.com/watch?v=YWA-j4YO0Tk

    Wer die aktuellen Probleme im arabischen Frühling wirklich umfassend betrachten will, kommt nicht um die Aktivitäten politischer Stiftungen und Lobbygruppen sowie Industriekonzerne wie GAZPROM oder der Betrachtung von Multimilliardär-Netzwerken die dem Open Society Institute von George Soros herum. Und die Presse ist auch im Spiel, denn, welch Zufall, sitzt der Chefredakteur der WELT gemeinsam mit Ex-Außenminister Joschka Fischer in dem u.a. von Soros bezahlten Fischer'schen Lobbyverband, genannt "European Council of Foreign Relations". Deshalb kommt es auch zu solchen netten Artikeln über Soros http://www.welt.de/print/die_welt/ar...-moeglich.html

    Dabei wird übrigens übersehen, dass das Soro'sche Open Society Institute über einen ausgesourcsten Ableger die Friends of the Earth kontrolliert, welche in Deutschland unter der Bezeichnung Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) aktiv ist. (Ex-)Mitarbeiter des BUND stellten im Saarland in Form von Simone Peter (B90/Grüne) schon mal die Umweltministerin oder sitzen in Form von Piratenpartei-Abgeordneten im Berliner Senat.
    Der Zirkel schließt sich, wenn man flugs ergoogelt, dass das Open Society Institute u.a. in Turkmenistan politisch aktiv ist http://www.soros.org/initiatives/cep...s/turkmenistan , von woher das Gas der noch in Planung befindlichen NABUCCO-Pipeline via Türkei und Griechenland nach Europa strömen soll.
    http://www.nabucco-pipeline.com/portal/page/portal/en

    Das Ganze spielt sich in direkter Konkurrenz zu Putins GAZPROM ab, die in Griechenland aktiv ist mit der South-Strem-Gaspipeline aktiv ist: http://www.focus.de/finanzen/news/wi...id_734449.html

    Insofern liegt es auf der Hand, dass Westerwelles Enthaltung im Sicherheitsrat nicht nur eine nationale Schande für die Bundesrepublik Deutschland war, sondern ein Signal an Russland, dass wir dessen Energieprojekte nicht tangieren wollen, da wir derzeit (noch) zu 40% den Öl- und Gasimport aus Russland direkt von der GAZPROM beziehen und damit abhängig geworden sind. Würden wir aber, wie es Polen und sogar die Ukraine erfolgreich getan haben, nach Schiefergas verstärkt suchen und es umweltfreundlich im Fracking-Verfahren fördern, würden wir zumindest unsere Gasabhängigkeit von GAZPROM auf Null reduzieren. Helmut Schröder's bestens bezahlte Pro-Putin-Lobbyarbeit für die Ostsee-Pipeline wäre dann ein peinlich-finanzielles Desaster und dies wiederum eine helle Freude für Deutschland.

    Selbst die Franzosen haben das bemerkt und fangen an, intensiv nach Schiefergas zu suchen. Natürlich ist auch dort die GAZPROM über Umweltgruppen aktiv und streut Panikgerüchte gegen das Fracking - weil das die Russen aus dem Gasmarkt schmeissen und ggf. sogar die Monopolpreise senken könnte.

    Und weil die Situation so komplex ist, ist es nicht hilfreich, sich nur auf die falsche Propaganda von links einzulassen, die öffentlich daherlügt, dass es den bösen Amis nur um's Öl in Libyen ginge. In Libyen geht's Putin vielmehr um die Dominanz im Energiesektor, die er noch hat, aber zu verlieren droht. Es geht de fakto um die wirtschaftliche Existenz des Putin-Systems, denn dieses stützt sich auf GAZPROM und fliegt GAZPROM aus dem europäischen Energiemarkt, fällt Russland. Und genau das ist das wahre Potential des arabischen Frühlings.....

  9. #19
    Benutzer
    Registriert seit
    18.04.2012
    Beiträge
    88
    @Detlef05
    Vor allem die beabsichtigte mittel- und nordeuropäische Konfiguration und dessen offensive Potenzen rechtfertigen die Bedenken der Russen gegen den NATO-Raketenschutzschirm unter Ägide der USA. Weder NATO noch USA sind im übrigen der Rest der Welt!

    Das Raketenabwehrsystem der USA macht sie gegenüber Russland überlegen und nimmt Putin die Möglichkeit, militärischen Druck auf die NATO auszuüben. Putin versucht bekanntlich bisher noch reichlich erfolglos, ein eigenes Abwehrsystem zu etablieren. Putin benötigt für dessen Ausbau die Überschüsse des extrem ineffizient arbeitenden GAZPROM-Systems und jene drohen durch die verstärkte Nutzung europäischer Schiefergas-Vorkommen vor Norwegen, der brit. Küste, Frankreich, Norddeutschland sowie in extremer Menge in Polen und sogar in der Ukraine sowie dem Auffinden massiver Ölvorräte im von England beherrschten Falkland ( Mrd. Barrel Öl direkt offshore) massiv unter Druck zu geraten. Das ist vermutlich auch der Grund für eine verstärkte Aktivierung nur auf dem Papier grün seiender sozialistischer Lobbygruppen wie u.a. Greenpeace, die sich vor den GAZPROM-Karren des Anti-Frackings spannen lassen. Das bringt bekanntlich Geld vom Sponsorsystem und dies schafft Propaganda-Arbeitsplätze auf Steuerzahlers Kosten, denn diese in Wahrheit primär politisch ausgerichteten "Stiftungen" dienen offenbar keinem allgemeinnützlichen Zweck, sondern nur politischer Propaganda. Ergo müssten jene, wie in Kanada der David Suzuki-Foundation passiert, ihr Steuerprivileg verlieren, denn Propaganda ist (mehrwert)steuerpflichtig >;-)

    Putin ist weder ein "lupenreiner Demokrat" noch ein Diktator, vor allem kein "Diktator, wie er im Buche steht".

    In der Tat, ein lupenreiner Demokrat ist Putin nie gewesen. So was kann nur der indirekt auf seiner Lohnliste stehende Genosse der Bosse, Gerhard Schröder, behaupten.

    Dass aber Putin kein Diktator sein soll, wie er im Buche steht, kann ich höflich gesprochen nicht einmal im Ansatz nachvollziehen. Oder sind Ihnen die massiven Wahlfälschungen in Russland entgangen? Oder die Zensur der Medien mit der buchstäblich körperlichen Vernichtung von kritischen Journalisten? Oder ist Ihnen das nicht existierende Rechtssystem in Russland entgangen, welches nicht erst beim Prozess um ehemalige Putin-kritische Öl-Magnaten seine hässliche Fratze zeigte?

    Fragen Sie einfach Frau Birtler von der Stasi-Unterlagen-Behörde. Die kann Ihnen haargenau definieren, was eine Diktatur ist. Eine Diktatur ist spätestens dann eine Diktatur, wenn man keine unabhängige Justiz, keine freien und geheimen Wahlen und keine freie Presse mehr hat. Fragen Sie gerne auch Bundespräsident Joachim Gauck, der kann Ihnen das bestimmt sofort erklären.

    Die heutige Resonanz auf Medwedjews Einladung nach Moskau zum Meeting "Die Eurasische Sicherheitspartnerschaft: Mythos oder Erreichbares?" beweist, das sich der (welcher eigentlich?) Rest der Welt sehr wohl für die sicherheitspolitischen Vorstellungen Russlands interessiert, die mehr sind als persönliche Vorstellungen des neuen Staatspräsidenten.

    Schade, dass ich kein Russisch kann. Ich würde liebend gerne wissen, wer das obige Meeting genau bezahlt (vielleicht die liebe GAZPROM?). Aber anderenorts habe ich ja schon darauf hingewiesen, dass Putin's GAZPROM das eigentliche Mehrwert-Generierungssystem für Putins Machtapparat ist. Und die GAZPROM ist durch die Entdeckung der Fracking-Technologie in Europa sowie ausreichender Energievorräte unter unseren deutschen Füßen in der Existenz massiv bedroht. Nicht umsonst bohrt ExxonMobile munter in Norddeutschland herum und könnte den Russen eine lange Nase drehen oder das wirtschaftlich heulende Elend auf dem dt. Gasmarkt bescheren, nicht wahr? Dann ist es vorbei mit den Champagner-Parties im Kreml, den vielen Prostituierten-Parties in den todchicken Moskauer Nachtclubs und dem auf u.a. unseren sauer verdienten Petro-Dollars ruhenden Rüstungsanstrengungen Russlands. Ja, da könnte einem schlecht werden, wenn man Putin hieße. Bin ich froh, dass ich diesen Namen nicht trage....

    Das nehmen aber nur jene wahr, die sich mit der Materie besser beschäftigen und nicht nur ihren antikommunistischen Spruchbeutel pflegen.


    Ja, Sie haben Recht. Um Russland genau zu verstehen, muss man russisch sprechen. Aber keine Sorge, ich lerne diese Sprache nicht mehr, weil Russland sowieso dank des Schiefergases in der energiepolitischen Bedeutung abstürzen wird. Wer braucht denn noch Russland, wenn man Schiefergas oder ggf. ab 2016 einen ersten Fusionsreaktor in Cadarache und den Weltraum/Mond als Helium-3-Ressource vor der Nase liegen hat?

    Ich bin da lieber für einen Uzo für meine besonders guten Freunde, denn die Griechen sind zwar insolvent, aber nicht arm. Die haben zu Hauf seltene Erden, Gold, Silber, Platin und haufenweise Uran im Landesnorden. Zudem haben die Griechen noch 3,9 Bio. Tonnen Kohle und wo Kohle ist, ist auch Methangas nicht weit. Ist es auch nicht, denn direkt an der Küste hat Griechenland haufenweise Öl- und Gasblasen, z.B. im Golf von Kavala, wo die Firma Energean Oil & Gas schon munter exploriert. Die Griechen wären also durchaus reich, würden sie nicht derzeit von der EUdSSR aus Brüssel in den Ruin gestürzt. Und der Ruin ist dank der Grünen Freaks im griech. Energieministerium ausgelöst worden, denn dort blockiert man die Ausbeutung der landeseigenen Ressourcen, um haltlosen Blödsinn wie Photovoltaikanlagen zu Stromexportzwecken etablieren zu können. Dabei hat Griechenland nicht mal den Zugang zum Hochenergienetz der EU. Es geht also ganz klar nicht darum, den Griechen zu helfen, sondern sie abzuhalten, ihre eigenen Ressourcen zu verwenden, die die Griechen früher schon erheblich wirtschaftlich unabhängig machten in den 1950er bis 1960er Jahren.

    Und wenn die Griechen kein Öl liefern wollen, muss man nur die Kanadier anrufen. Die schicken gerne Meta-Tanker nach Rotterdam mit hübsch sauber gewonnenem Ölsand-Öl. Oder wir klingeln bei den Falkländern an, die 8 Mrd. Barrel Öl im Boden vor der Küste liegen haben und das Zeug liebend gerne verkaufen, bevor sich Argentinien (ggf. mit russ. Hilfe) mal wieder überlegt, illegal die Falklands anzugreifen. Wir hätten da aber auch noch Potential für Öl, Gas und Metalle in Grönland bzw. im arktischen Shelf-Gebiet. Da haben zwar die Russen schon ihr Fähnchen unterseeisch hingestellt und provozieren munter militärisch herum, aber die Amis haben ja so ein nettes Raketenabwehrsystem u.a. mit Jet- und Fregattengestützten Systemen und vermutlich sogar ein in U-Booten eingebautes System. Da müssen wir uns also über das Gepöbel von Putin nicht aufregen. Der lernt noch, dass man schon was bieten muss, wenn man an Europäer russisches Diktatoren-Öl und Gas verkloppen will, um mit den Gewinnen zu Hause die Wähler zu betrügen oder eines der vor Korruption am stärksten triefende Wirtschaftssystem auf diesem Planeten zu betreiben.

    Und wenn wir jetzt noch in Europa politisch bemerken würden, dass die CO2-Klimakiste ein Mythos ist, würden wir sofort die Geldmittel freigesetzt bekommen, um landesweit nach Schiefergas zu fracken. Die Polen unterschreiben bekanntlich den EU-CO2-Blödsinnsvertrag derzeit nicht, weil man ihnen durch absolut lächerliche CO2-Zertifikate die Nutzung eigenen Gases und Kohle verbieten will. Damit soll Polen, was in Bezug auf Schiefergas vermutlich das Saudi-Arabien Europas ist, schlicht vom Markt gehalten werden. Man muss sich nur die Lobbyistenszene in Brüssel und deren Geldflüsse ansehen. Da ist GAZPROM ganz dick im Geschäft und kauft sich jene EU-Richtlinien (wie damals gegenüber kanadischen Ölsand-Öl), die Putin halt so braucht, um im Geschäft zu bleiben. Deshalb ist ja auch das Wörtchen "Demokratie" oder "Transparenz" so ein ekeliges Unwort in der politischen brüsseler EUdSSR-Kommissars-Szene, finden Sie nicht auch?

    Aber es könnte sich der Wind diesbezüglich drehen. Immerhin ist die UKIP-Abgeordnete Marta Andreasen eine sehr scharfe Dame, die ehemals für die EU-Kommissare die Abrechnung zu prüfen hatte und zu vernichtenden Erkenntnissen kam. Die spanische Marta wurde bekanntlich deshalb gefeuert, kam aber interessanterweise über die United Kingdom Independence Party/UKIP wieder als MdEU ins Parlament und sitzt nun im Finanzausschuss und gibt weiterhin laut Hinweise auf die Geldverschleuderung und die Korruption in der EU-Bürokratur Brüssels ab. Witzigerweise übrigens u.a. im von Russland bezahlten Russian TV hier -> http://www.youtube.com/watch?v=s-FKT1WLf3c

  10. #20
    Benutzer
    Registriert seit
    18.04.2012
    Beiträge
    88
    Zitat Zitat von Beton Beitrag anzeigen
    Den Absatz finde ich direkt bemerkenswert. Aber sowas von! Nur damit ich dich nicht falsch verstehe: Du schreibst, dass auf das Anzetteln eines "Kalten Krieges" als Antwort ein "Heißer Krieg" gerechtfertigt ist? Oder mit anderen Worten: Sobald die Russen aufmucken kriegen die kräftig aufs Maul? Ist es das, was deine Gedanken beherrscht?
    @beton

    Also ich kann Deine Ableitung aus Aslan's Formulierung nicht nachvollziehen. Die USA errichten berechtigterweise einen Abwehrschirm gegen Russland. Das ist nichts neues, das begann schon unter Ronald Reagan. Die Russen verfügen über ein ähnliches, aber offenbar noch nicht so flächendeckendes oder wirksames Netzwerk. Früher reagierten die Russen auf das US-System damit, dass sie haufenweise Attrappen in die eigenen Raketen einbauten, um die Abwehr der USA zu überlasten. Wie es heute läuft, weiß ich schlicht nicht.

    Dass Raketenabwehrtechnik ausgesprochen nützlich sein kann, zeigte der eher erfolglose Angriff des Irak auf Israel unter Sadam Hussein. Die Israelis haben sogar ein neues System zur Abwehr der ständig von der Hamas-Terrororganisation im Gaza-Streifen auf Israel abgefeuerten Kasam-Raketen entwickelt und kürzlich implementiert. Das scheint nicht ohne Erfolg zu sein, denn die Araber wurmt es bereits.

    Die Japaner haben offensichtlich auch ein Raketenabwehrsystem, sonst hätten sie kürzlich bei dem gescheiterten Raketenabschuss Nord-Koreas vorher nicht gedroht, die Rakete abzuschießen, wenn sie Richtung Japan fliegt.

    Dass Russland derzeit mit dem Geld aus u.a. den Gas/Öl-Verkäufen nach Europa seine Rüstung ankurbelt, kann jeder sehen, der googeln kann. Dass es ohne uns Europäer unmöglich wäre, dergleichen zu tun, ist ebenso offensichtlich. Ergo läuft bereits ein Rüstungswettlauf und die Russen haben eine Schwäche, die wir ausnutzen sollten.

    Putin braucht unsere Euronen, sonst geht er pleite. Fördern wir eigenes Gas, geht Putin politisch baden. Ich finde, dass wir dem Herrn eine Badehose nach Moskau senden sollten mit dem Aufdruck - Germany is fracking crazy!

Ähnliche Themen

  1. Wen oder was braucht Brandenburg jetzt?
    Von Detlef05 im Forum Politikforum
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 02.08.2013, 12:25
  2. Welche Bundeswehr braucht ... die Welt?
    Von Detlef05 im Forum Gesellschaft
    Antworten: 79
    Letzter Beitrag: 22.09.2011, 11:48
  3. Braucht der Mensch ein Feindbild?
    Von Detlef05 im Forum Gesellschaft
    Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 28.12.2010, 17:15
  4. Braucht ihr eine Chat-Funktion? Wer hat Interesse?
    Von Fokker im Forum Ankündigungen und Informationen
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 22.10.2007, 20:51

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •