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Thema: Elektromobilität - Nahe Zukunft?

  1. #21
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    Zitat Zitat von zarakthuul Beitrag anzeigen
    Klar muss es Änderungen in der Mobilität geben, aber ein Umstieg auf Elekrofahrzeuge macht gegenwärtig aus Klimaschutzgründen absolut keinen Sinn.
    "Gegenwärtig" ist das entscheidende Wort! Viele von uns denken nur bis zum Tellerrand. Wichtiger wäre aber oft, über selbigen hinauszuschauen. Das Auto mit Benzinmotor hat auch über 100 Jahre gebraucht bis es zu der Perfektion gelangte, die wir heute haben. Ist es nicht vermessen, vom Elektromobil aus dem Stand eine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Benzinauto zu erwarten?

    Natürlich kann niemand von uns so weit in die Zukunft sehen um zu sagen, was in 50 oder 100 Jahren sein wird. Nur mit der Erkenntnis von heute kann man bereits sagen, dass die Sonne eine Energiequelle ist, die nie versiegt und sie liefert der Erde ein Vielfaches an Energie, was wir brauchen. Das einzige Problem ist, diese Energie einzufangen und zu nutzen. Schwer genug, aber gewiss machbar. Ich bin sicher, dass in 50 oder 100 Jahren sehr viel mehr Sonnenenergie genutzt wird als heute. Und in welche Energieform lässt sich Sonnenenergie am besten umwandeln? In Strom!

    Aufgrund dieser Überlegungen halte ich es gar nicht für falsch, die Entwicklung des E-Mobils zu fördern. Selbst unter der Premisse, dass irgendwas, z.B. die CO2-Bilanz, kurzfristig darunter leidet.

  2. #22
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    Zitat Zitat von zarakthuul Beitrag anzeigen
    Das eine Reduzierung des Individualverkehrs sinnvoll ist, sehe ich auch. Was mich stört ist der Schwenk zum E-Mobil um jeden Preis! Die CO2-Einsparung ist dort gegenwärtig noch NULL!
    Ich wäre eher für Zulassungbeschränkungen für Spritsäufer. Autos, die bei ihrer Nutzung mehr als 5 ltr./100km verbrauchen, einfach nicht mehr zulassen! Dazu die Norm für die Verbrauchsermittlung an die gegenwärtigen Fahrzeuge anpassen ( Stadtverkehr/Überlandverkehr Tempo100 / Autobahn 80% der max. Fahrgeschwindigkeit des jeweiligen Fahrzeuges)! Bugatti hätte echt Probleme, aber was kratzt das mich?
    Auch Tempo 120 auf Autobahnen ist mit mir machbar.[...]
    Es gäbe durchaus andere Wege um im Straßenverkehr CO2 einzusparen.
    volle Zustimmung.
    Das Problem ist halt dass Co2-Emmissionsbegrenzungen für PKWs in erster Linie als wirtschaftsschädigend angesehen werden. Und gegenüber den Wirtschaftsinteressen spielt der Umweltschutz eben nur die zweite Geige.

    Bezeichnend dafür ist das gerade beschlossene Freihandelsabkommen EU<->Südkorea.
    Dort wurde extra Wert daraufgelegt dass südkoreanische Regelungen zu Co2-Emmissionsbegrenzung nicht zum Handelshemmnis für europäische Autoimporte werden.
    Gerade für deutsche Automarken sind Sparsamkeit und Umweltfreundlichkeit nicht unbedingt das ausschlaggebende Kaufargument.

    Zitat Zitat von Beton
    "Gegenwärtig" ist das entscheidende Wort! Viele von uns denken nur bis zum Tellerrand. Wichtiger wäre aber oft, über selbigen hinauszuschauen.
    Gerade mit besagtem Tellerand im Hinterkopf halte ich es für wesentlich wichtiger unsere Einstellung zum motorisierten Individualverkehr insgesamt zu überdenken anstatt ihn nur auf Elektroantrieb umzustellen.
    Milliarden in die Entwicklung von Elektroantrieben zu stecken in der Hoffnung dass uns die technische Evolution irgendwann erlaubt unsere jetzigen Mobilitätsansprüche auch mit Elektromobilen zu erfüllen ist eine riesen Geldverschwendung.
    Die technischen Mittel für Maßnahmen zur Vermeidung des MIV, Bevorzugung von sparsamen Motoren etc. pp haben wir dagegen bereits. Es fehlt allein der Wille ...

  3. #23
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    Zitat Zitat von Imago Beitrag anzeigen
    Gerade mit besagtem Tellerand im Hinterkopf halte ich es für wesentlich wichtiger unsere Einstellung zum motorisierten Individualverkehr insgesamt zu überdenken anstatt ihn nur auf Elektroantrieb umzustellen.
    Wenn ich so verstanden wurde, dass ich E-Antrieb als die allein selig machende Lösung der Zukunft ansehe, ist das falsch. Es ist für mich die derzeit vielversprechendste Lösung für den Individualverkehr. Mehr nicht.

    Ich stimme mit dir überein, dass eine Einschränkung des Individualverkehrs die bessere Lösung sein könnte. Nur dieser Vorschlag ist ja nicht neu. Seit vielen Jahren wird bereits gefordert, dass der ÖPNV ausgebaut werden soll und die Leute ihn mehr nutzen sollen. Bestimmt schon seit 20 Jahren, wenn nicht gar 30. Und was ist seither geschehen?

    Zwei Beispiele:
    (1) Ich lebe in einer Kleinstadt mit ca. 50.000 Einw. Wir haben ein Stadtbussystem. Der Stadtbus fährt von Montag früh bis Samstagmittag. Dann ist Feierabend. Wenn meine Mutter, die am entgegengesetzten Ende der Stadt wohnt, uns am Sonntag besuchen will, müssen wir sie mit dem Pkw holen (15 km) und wieder zurückbringen (15 km).
    (2) Eine Tochter, die weder Auto noch FS besitzt, arbeitet in einer 25 km entfernten Stadt als Altenpflegerin. Alle 2 Wochen hat sie sonntags Dienst. Sowohl unsere Stadt als auch die Stadt, in der sie arbeitet, liegen an einer Haupt-Bahnstrecke. Wochentags ist es kein Problem, die Bahn zu nutzen. Sonntags aber fährt der erste Zug um kurz nach 8 Uhr. Dann hat die junge Frau schon bald Frühstückspause und nicht erst Arbeitsbeginn. Folglich bleibt nichts übrig, als die Tochter mit dem Pkw zur 25 km entfernten Arbeitsstelle zu fahren.

    Das mal zu den Möglichkeiten, Individualverkehr durch ÖPNV zu ersetzen. Ich will damit nicht sagen, dass es nicht möglich wäre. Nur solange ein Bestreben vorhanden ist, den ÖPNV "kostendeckend" zu betreiben oder ihn gar zu privatisieren (jeder private Unternehmer will und muss Gewinn machen), wird er nur zu ertragreichen Zeiten und nur auf ertragreichen Strecken verkehren. Eine flächendeckende Versorgung, die auch den Namen verdient, wird damit nicht erreicht. Wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, wenn wir ein gut funktionierendes, attraktives Angebot im ÖPNV für die Bürger haben wollen, das auch angenommen wird, dann geht das nur mit einem subventionierten System in öffentlicher Hand.

  4. #24
    Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von Beton Beitrag anzeigen
    Wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, wenn wir ein gut funktionierendes, attraktives Angebot im ÖPNV für die Bürger haben wollen, das auch angenommen wird, dann geht das nur mit einem subventionierten System in öffentlicher Hand.
    Aber das ist doch schon längst Realität. Der Bund verteilt Geld(Regionalisierungsmittel) an die Länder, die damit (über diverse Verkehrsverbünde) Nahverkehrsleistungen bestellen.
    Eigenwirtschaftlichen Nahverkehr gibt es nicht.

    Aber die Kosten-Nutzen-Frage wird natürlich auch bei subventioniertem Verkehr nicht vollständig ignoriert. Insofern hast du schon Recht dass gerade im ländlichen Raum und in kleineren Städten das Auto weiter unverzichtbar sein wird.

    Die entscheidende Frage ist halt immer wieviel Subventionen man gewillt ist in den Nahverkehr zu pumpen. Das dieser Wille etwas unzureichend ist erklärt dann vermutlich deine Frage warum bisher nicht allzuviel geschehen ist

    Desweiteren gibt sicher auch noch jede Menge andere ... uh sagen wir bürokratische Probleme was den Themenkomplex Deutsche Bahn, Bund, Schienennetz & Verkehrsverbünde angeht. Hier steht seit der Bahnreform von 1994 auch mehr oder weniger die Zeit still.
    Der Grund für die fehlende politische Aufmerksamkeit in diesem Bereich liegt letztendlich allerdings auch beim Wähler. Mit politischen Zielen die sich gegen das Auto richten lässt in Deutschland bisher eben kein Blumentopf gewinnen, geschweige denn Wählerstimmen.

  5. #25
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    Zitat Zitat von Imago Beitrag anzeigen
    Der Grund für die fehlende politische Aufmerksamkeit in diesem Bereich liegt letztendlich allerdings auch beim Wähler. Mit politischen Zielen die sich gegen das Auto richten lässt in Deutschland bisher eben kein Blumentopf gewinnen, geschweige denn Wählerstimmen.
    Vielleicht ist das gut zur Hälfte aus traditionellen Gründen. Der Ami wird sich vermutlich noch viel stärker an sein Auto klammern als wir. Darüber hinaus aber hängt das Festhalten der Bürger am Auto doch auch mit dem eben Gesagten zusammen. Von unseren Großstädten, die einen gut funktionierenden ÖPNV haben, mal abgesehen ist das private Auto doch unverzichtbar! Das haben wir doch gerade festgestellt. Dann ist es auch noch eine Preisfrage. Wenn ich mit 2 Personen mit der Bahn von Norddeutschland nach Bayern fahre, ist das mindestens doppelt so teuer als wenn ich mit dem Auto fahre, und das obwohl die Spritpreise astronomische Höhen erreicht haben. Um z.B. die Bahn für Kunden wirklich attraktiv zu machen, müsste sie zuverlässig pünktlich fahren und zu einem Preis, der gegenüber dem Auto wettbewerbsfähig ist. Das Ziel wird man mit der Privatisierung der Bahn niemals erreichen, sondern nur, wenn die Bahn in Staatsbesitz bleibt und vom Bund entsprechend gefördert wird.

  6. #26
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    China wieder vorneweg!

    Seit ein paar Tagen bin ich im Reich der Mitte und sehe täglich massenhaft E-Mobile.
    E-Fahrräder, E-Roller,E-Taxis,E-Transporter. Durch vergleichsweise geringe Preise für die Fahrzeuge (E-Fahrrad ca. 200 €) und den Strom sind diese Gefährte gerade für untere Einkommensschichten eine Mobilitätsmöglichkeit.

    Daran, das der CO2-Ausstoß in die Kohlekraftwerke verlagert wird, ändert das aber nichts. Möglicherweise aber für das Mikoklima in Ballungsräumen.

  7. #27
    Administrator Avatar von tdd
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    Hi
    also wenn man das Lohnniveau hier und in China vergleicht, dann sind 200€ für ein E-Fahrrad in China wohl extrem viel Geld (Durchschnittslohn für einen Arbeiter in China 40-200€/Monat). Es liegt wohl auch eher an der Mentalität der Deutschen, die neuen Fortbewegungsmitteln eher wenig aufgeschlossen sind. Denn E-Fahrräder gibt es hier auch in jedem Fahrradladen zu kaufen (ab 900€). Hier sind die aber eher als Rentner-Räder verschriehen. Auch unsichere E-Autos mit wenig Reichweite wären zu haben. Aber auch das entspricht nicht unserem Standard.
    mfg
    tdd

  8. #28
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    Zitat Zitat von tdd Beitrag anzeigen
    Auch unsichere E-Autos mit wenig Reichweite wären zu haben.
    Inwiefern sind Autos mit Elektro-Antrieb unsicher?

  9. #29
    Administrator Avatar von tdd
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    Hi
    ich bezog mich auf den Ist-Stand, was man hier und jetzt sofort kaufen könnte. Natürlich kann man auch E-Autos sicher bauen. Aber dann kostet sowas locker 40.000€ Einstiegspreis.
    mfg
    tdd

  10. #30
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    Nun hat auch unsere hochwohlgeehrte Frau Bundeskanzlerin Abstand genommen vom Ziel bis 2020 1 Mio. E-Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen.

    Die Fortschritte auf dem Batteriesektor sind sehr überschaubar, die Preise hoch. Zumal die meisten Angebote entweder Mogelpackungen (Ampera) oder Stadtminis (Twizy) sind.

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