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Thema: 1000 Mann für Afghanistan

  1. #461
    Administrator Avatar von tdd
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    Hi
    ob die Soldaten sich wirklich selber Heils- und Friedensbringer genannt haben? Ich glaub das eher nicht. Es mag ihr Auftrag sein. Jedenfalls sind die Taliban nicht mehr an der Macht und die Terrorcamps aus Afghanistan raus. Ein paar Brunnen wurden auch gebohrt, ist doch auch mehr als nichts.

    Nach dem Abzug werden wir sehen, wie stark die Taliban wirklich sind. Mit einer neuen Machtergreifung rechne ich nicht. Jedenfalls nicht auf militärischem Wege. Es ist eher mit irakischen Zuständen zu rechnen, wenn man keinen Frieden schließen kann oder will. Mit Waffengewalt wird es jedenfalls keinen Frieden geben.
    mfg
    tdd

  2. #462
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    Zitat Zitat von tdd Beitrag anzeigen
    Hi
    ob die Soldaten sich wirklich selber Heils- und Friedensbringer genannt haben? Ich glaub das eher nicht. Es mag ihr Auftrag sein. Jedenfalls sind die Taliban nicht mehr an der Macht und die Terrorcamps aus Afghanistan raus. Ein paar Brunnen wurden auch gebohrt, ist doch auch mehr als nichts.

    Nach dem Abzug werden wir sehen, wie stark die Taliban wirklich sind. Mit einer neuen Machtergreifung rechne ich nicht. Jedenfalls nicht auf militärischem Wege. Es ist eher mit irakischen Zuständen zu rechnen, wenn man keinen Frieden schließen kann oder will. Mit Waffengewalt wird es jedenfalls keinen Frieden geben.
    Nein, auch ich glaube nicht, dass die BW-Soldaten sich selbst so nennen würden, aber man hat es ihnen suggeriert, thematisch aufgedrängt und ich wäre voller Verständnis, wenn sie sich selbst einst so sahen. An dieser Stelle ist man heute sicher voller Ernüchterung
    Ich bin mir nicht sicher, ob die Lebenssituation im Lande nach dem Abzug der "Friedenstruppen" nun dadurch definiert wird, ob die Taliban wieder an die Macht kommen oder nicht.
    Irgendwie erwarte ich das Land irgendwo zwischen Teufel und Beelzebub und Brunnen hin oder her, die Afghanistan-Mission auch der Bw hat doch nichts bewirkt. Nichts, nothing!
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
    Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander)
    Politisches Salzland
    Timirjasev-Verein

  3. #463
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    Zitat Zitat von Flo Rian Beitrag anzeigen
    Der Fehler begann damit, in einen Krieg zu ziehen, den schon viele andere überlegene Militärmächte blutig verloren. Die Mongolen, die Briten im 18. Jahrhundert, die Russen.
    Afghanistan war schon immer eines der instabilsten und kaotischsten Länder überhaupt.
    Von Clans regiert, von Besatzern geschändet, Regierungswechsel an der Tagesordnung.
    Die Lebensgrundlagen der Menschen sind so schlecht, dass sie auf jedes erdenkliche Mittel zum Zweck zurückgreifen. Dabei geht es nicht um böse absichten, sondern ganz einfach um die Steigerung der Überlebenschancen. Opportunisten gibt es in jeder Gesellschaftsschicht, Kriminalität ist gängig, um die Lebensgrundlagen zu schaffen.

    Ich war selbst dort im Einsatz und habe das wahre Gesicht dieses Einsatzes gesehen. Es wird mehr zerstört als Aufgebaut. Und das von beiden Seiten. Soldaten sterben, die Heimat lässt sie im Stich, jeder gerät in eine Sinnkrise, denn keiner weiß genau wofür er wirklich kämpft. Gelder die in Wiederaufbau gesteckt werden sollen, versickern in den Geldbeuteln der Aufständischen oder Clanführer. Taliban rekrutieren sich aus örtlichen Milizen, denn die bieten diesen über 800 Dollar im Monat. Das reicht aus um eine ganze afghanische Familie für 4 Monate zu ernähren. Also auf welche Seite man sich schlägt, ist wohl ganz offensichtlich.
    Die "Minds and Hearts-Taktik" funktioniert bei derartigen Dimensionen nicht mehr. Der zivile Wideraufbau ist gescheitert. Man kann diesen Krieg nicht beenden. Man kann sich ihm entziehen und muss für die Fehlentscheidungen bezahlen.

    Darin kann man dir nur zustimmen.

    Der größte Fehler war, dass man diesen Krieg überhaupt und dann noch unter falschen Behauptungen und Begründungen begonnen hat, weil man die wahren Gründe nicht offenbaren wollte oder konnte.

    Es ging in diesem Krieg nicht eine Stunde darum, in Afghanistan, irgend eine Form der Demokratie einzuführen, Frauen und Mädchen zu befreien oder das Land auf zu bauen.
    Alle mehr oder weniger, in den meisten Fällen weniger gelungenen Ansätze dienten nur zur Verschleierung, Irreführung und Tarnung.

    Dieses Geschwätz diente nur dazu, den beteiligten Völkern der Aggressoren des Westens, denn nichts anderes sind diese Besatzer, auf den Krieg, den man ja bekanntlich jahrelang nicht einmal so nannte, einzustimmen und dazu bereit zu machen.

    In Wahrheit ging es wie in jedem Angriffskrieg, um geopolitische Ziele, Macht und ökonomische Gewinne.
    Es ging darum, die potenziellen Lagerstätten von Bodenschätzen zu sichern, näher an das Erdöl und Erdgas des mittleren Ostens heran zu rücken, die Russen von ihrem "Hinterhof" möglichst zurück zu drängen und dort überall wirtschaftlich Fuß zu fassen.
    Es ging um Transitrechte für Pipelines durch Afghanistan bis zum Indischen Ozean, militärische Stützpunkte usw.

    Genau diese Demokratielügen fallen nun den USA als Hauptaggressor und ihren willigen, internationalen Speichelleckern, so weit sie sich kluger Weise noch nicht zurück gezogen haben, auf die Füße.

    Jeder Politiker, der diesem völkerrechtswidrigen Krieg zugestimmt hat, hat das Blut aller getöteten Menschen an den Pfoten und sollte dafür bestraft werden.

    In Deutschland waren und sind ca. 75 % der Bevölkerung gegen diesen Krieg.

    Im Gegensatz dazu, haben aber ca. 80 % der Abgeordneten und Regierungsmitglieder aller Couleur und Regierungen, für diesen Krieg und seine ständigen Verlängerungen und Verschärfungen gestimmt.

    Soviel nur zur viel zitierten Demokratie in unserem Staat.
    Die Verhältnisse in den anderen Ländern dürften sich ähnlich gestalten.

  4. #464
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    Zitat Zitat von Flo Rian Beitrag anzeigen

    Ich war selbst dort im Einsatz und habe das wahre Gesicht dieses Einsatzes gesehen. Es wird mehr zerstört als Aufgebaut.
    Und, tut es Dir nicht leid, freiwillig in Afghanistan gewesen zu sein? Was erzählst Du Deinen Kindern?

  5. #465
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    Zitat Zitat von Barrakuda Beitrag anzeigen
    In Deutschland waren und sind ca. 75 % der Bevölkerung gegen diesen Krieg.
    Im Gegensatz dazu, haben aber ca. 80 % der Abgeordneten und Regierungsmitglieder aller Couleur und Regierungen, für diesen Krieg und seine ständigen Verlängerungen und Verschärfungen gestimmt. Soviel nur zur viel zitierten Demokratie in unserem Staat.
    les das nochmal nach im Grundgesetz bevor du dich aufregst. Abgeordnete sind in ihren Abstimmung nicht irgendwelchen Meinungsumfragen verpflichtet
    Oder schlag bei wikipedia nach, Stichwort repräsentative Demokratie.

  6. #466
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    Zitat Zitat von Imago Beitrag anzeigen
    les das nochmal nach im Grundgesetz bevor du dich aufregst. Abgeordnete sind in ihren Abstimmung nicht irgendwelchen Meinungsumfragen verpflichtet
    Oder schlag bei wikipedia nach, Stichwort repräsentative Demokratie.

    Das Grundgesetz verbietet die Vorbereitung und Durchführung von Angriffskriegen.

    Und wenn diese sog. Volksvertreter ihre Wähler, also das Volk vertreten sollen, ist es abstrus, dass sie i m m e r inwichtigen Fragen, genau dem Volkswillen entgegen entscheiden.

    Da kannst du die angebliche Demokratie nennen wie du willst, wenn die Mehrheit des Volkes etwas Anderes will, haben sich seine Vertreter danach zu richten, es sei denn der Wille des Volkes wäre grundgesetzwidrig.

  7. #467
    Erfahrener Benutzer
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    es geht mir gar nicht darum den Krieg rechtfertigen zu wollen. Nichts läge mir ferner.

    Aber wenn du Entscheidungen aufgrund stichprobenartig erhobener Meinungsumfragen forderst, dann hat das nichts mit Demokratie zu tun. Da ist mir unsere (zugegeben auch problembehaftete) repräsentative Demokratie dann doch lieber.
    Wenn überhaupt dann sollten wir uns über Volksentscheide auf Bundesebene unterhalten.

  8. #468
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    Zitat Zitat von Imago Beitrag anzeigen
    les das nochmal nach im Grundgesetz bevor du dich aufregst. Abgeordnete sind in ihren Abstimmung nicht irgendwelchen Meinungsumfragen verpflichtet
    Oder schlag bei wikipedia nach, Stichwort repräsentative Demokratie.

    Und du lies bitte meine Beiträge.

    Es ist mir so was von scheissegal, wem die Abgeordneten verpflichtet sind oder nicht.
    Meiner Meinung nach und offensichtlich doch auch nach der Meinung von Millionen Mitbürgern, die diese sog. Volksvertreter angeblich vertreten, handeln und entscheiden sie den Interessen des Volkes entgegen.

    Selbstverständlich sind die offiziell und den Buchstaben nach, nur ihren Gewissen und keinen Umfragewerten verpflichtet.
    Aber wenn sie offensichtlich und unter Vorschub falscher Tatsachen und Lügen, die Interessen einer kleinen Minderheit von interessierten Kriegsgewinnlern vertreten, dann sind sie untragbar für eine Demokratie und müssen weg.

    Oder diese Demokratie existiert nicht mehr.

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