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akkaly
03.09.2006, 22:02
An die jungen Deutschen!
Alle heutigen 5-30-jähriger jungen Deutschen müssen jetzt schnell nach Amerika, nach Australien, nach Kanada, nach…. aus Deutschland fliehen! In Deutschland erwartet auf sie bloß die heiße Arbeitszwangshöhle!
Es kommt jetzt in Deutschland unaufhaltsam noch ein großes großes Problem an.
Die moderne hoch entwickelte deutsche Medizin ermöglicht den tief veralteten Deutschen sehr lange am Leben zu bleiben. Die Sterbefälle vermindern sich dadurch.
Heute hat Deutschland schon 48 Millionen Einwohner nach 40 Lebensjahren. Im Jahr 2030 hat Deutschland 50 Millionen Rentner, Pflegebedürftigen (ohne Mitberechnung von Nichterwerbstätigen im Alter 0-65) und bloß 25 Millionen Steuerzahler. Diese Steuerzahler werden bis zu 70 % ihres Lohns für die Steuer abgeben müssen, damit diese 50 Millionen veralten Deutschen vom Hunger nicht stürben!
Das bedeutet, dass jeder heutiger 5-30-jähriger Deutscher diese bevorstehende Renten-, Steuerlast auf eigenem Rücken austragen wird!
Heutige jüngere Generation setzt auf die Welt kaum Kinder. Sie schaffen somit für sich keine Generation, die ihnen die Rente zahlen wird, die sie in der Rentezeit unterhalten wird.…
Du junger Deutscher lauf jetzt schnell von Deutschland weg, solange du noch jung bist, solange du noch nicht zu alt bist, solange es noch nicht zu spät ist…. Das majestätische Segelschiff Deutschland geht unter!

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,422371,00.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,433589,00.html
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=712

Dieser kritische Aufruf ist im Spiegelforum veröffentlicht
Nr. 234 http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=712&page=24&pp=10

System
04.09.2006, 00:43
Wenn es den Leuten länger gut geht, können sie ja auch länger arbeiten. Wurde ja schon oft genug vorgeschlagen. Außerdem denke ich mal, dass heute auch mehr Leute privat vorsorgen, weil man doch weiß, dass die Rente vom Staat nicht so der Knaller ist.

Ich denke das wird alles etwas übertrieben.

Ich für meinen Teil werde Deutschland aber wohl erst dann verlassen, wenn ich die mittelprächtige Ausbildung hier bis zum Ende durchgezogen habe. Mit seinem deutschen Abitur wird man ja fast schon ausgelacht und ich hoffe mal wenigstens der Abschluß eines deutschen Studiums kann noch ein paar Leute begeistern.

Drusilla
04.09.2006, 06:45
Dann starte ich doch auch mal den Aufruf zum kollektiven Selbstmord. Sterben müssen wir ja auch alle irgendwann....
Das finde ich schon ein wenig schwachsinnig. Klar ist das Verhältnis nicht mehr so, wie es vor 50 Jahren mal gewesen ist. Doch da muss sich der Staat auch mal was einfallen lassen und nicht nur die Bürger, die sich eh andauernd was neues einfallen lassen müssen, damit ihr Geld noch irgendwie reicht.

Killerkeks
04.09.2006, 22:48
Sind wir doch mal ehrlich: Selbst wenn unsere Eltern mehr Kinder hätten, es würde ncihts nutzen, weil sie keinen sozialversicherungspflichtigen Ausbildungsplatz bekämen...

De facto fördert man 1€-Jobs, man fördert 400.-Jobs, die alle nicht in die Kassen einzahlen... Dann will man die Arbeitgeber von ihren Beiträgen entlasten (und jetzt ratet mal wer die differenz zahlen muss :rolleyes:)... Man tut alles um die Kassen noch leerer zu halten - und zum Schluss erhöht man das Renteneintrittsalter (versperrt damit den jungen den Zugang zum Arbeitsleben), macht die Leute noch kaputter, als ohnehin (Stichwort Belastung der Krankenkasse) und erhöht die Beiträge (Stichwort Konjunktur)

De facto ist die Pflichtversicherung nach dem Solidaritätsprinzip sehr wichtig - und wird im Hinblick auf unsichere Arbeitsplätze und sinkenen Reallöhne immer wichtiger - nur der demographische Wandel spielt nicht mit... Es bringt aber nichts die Beitragssätze anzuheben... Wenn ich wieder sozialversicherungspflichtige Einkommen schaffe und die Löhne anhebe, entspannen sich die Kassen von alleine - sie gesunden sicher nicht komplett - aber man geht in die richtige Richtung, imho.

kex

Fokker
05.09.2006, 01:48
Also da packt mich doch der Patriotismus - oder so was ähnliches. ;)

Wie soll die Situation in Deutschland denn besser werden, wenn alle auswandern? Ich fühle mich schon mit dem Land hier verbunden und würde nicht so einfach gehen. Wenn alle das sinkende Schiff verlassen, kann es schließlich kaum besser werden.

Hinzukommt: viele wandern ja bereits aus. :( Vor allem Akademiker, weil die Bedingungen in Deutschland einfach nicht gut genug sind im Vergleich mit anderen Industrienationen.
Letztlich sind wir an der Misere ja nicht ganz unschuldig, wenn die Geburtenrate sinkt...

Killerkeks
06.09.2006, 00:38
Wir sind schuld? Was macht es denn attraktiv ein Kind in die Welt zu setzen (persönliche Glücksgefühle ausgenommen)... ? Kann ich heute beruhigt ein Kind in die Welt setzen?

Gehen wir davon aus, du setzt jetzt 20 Kinder in die Welt - was nutzen dir diese 20 Kinder, wenn sie keinen Arbeitsplatz bekommen? Oder auf 400.-Basis beschäftigt werden? Ein Scheißdreck nutzen Sie dir, weil sie keine Sozialversicherung zahlen...

Schuld sind Wirtschaft und Staat gleichermaßen... Man baut den Niedriglohnsektor aus, tut nichts gegen die Jugendarbeitslosigkeit, gegen Arbeitslosigkeit ja auch nichts sichtbares, man will Lohnnebenkosten senken und die Kosten auf Arbeitnehmer umlegen, man senkt die Löhne bzw. Reallöhne von Jahr zu Jahr... Ja meine Güte - wie soll denn da Geld zusammen kommen?

Ich möchte keinem Mitbürger vorwerfen selbst schuld an der Misere zu sein - das haben ganz andere zu verantworten...


kex

Fokker
06.09.2006, 01:37
Und wieso bekommen dann gerade die Paare in ärmeren Ländern mehr Kinder? Wenn wir immer nur auf die perfekte Zeit zum Kinder kriegen warten, ist es irgendwann zu spät.

Was hilft es uns denn, wenn in einigen Jahren eine Regierung genau die richtigen Weichen stellt, wir aber keine Kinder haben? Bis unsere Kinder groß sind werden noch Jahre (Jahrzehnte) vergehen, du weißt nicht, was dann ist - oder, wenn es so weitergeht solltest du entweder massig Schotter verdienen oder Kinder kriegen, die dann deine Versorgung im Alter sicher stellen. So oder so, keine Kinder zu bekommen ist falsch.

Wobei ich nicht glaube, dass es für immer so weitergeht, denn Wirtschaftssysteme verhalten sich zyklisch.
Meiner Meinung nach ist es also Furcht, die die Leute davon abhält und Furcht ist nicht rational.

Andreas57
06.09.2006, 02:11
Früher Keks, obwohl soviel früher war es nun auch wieder nicht,
machte sich niemand Gedanken, ob und inwieweit die Sprosse seiner Lenden denn eine gesicherte Zukunft hätten.
Meine Frau und ich haben uns wirklich mächtig Gedanken gemacht.
Nachdem wir damit fertig waren erkannten wir, daß diese Überlegung im Grunde vernachlässigbar ist.
Niemand kann in die Zukunft schauen!
Zwischen 1939 und 1945 wurden, propagandaunabhängig, jede Menge Kinder gezeugt.
Waren die Alten einfach zu geil, um an die Zukunft zu denken?
Nein! Gewiß nicht!

Unumstößliche Tatsache aber ist, daß es ohne Kinder garantiert keine Zukunft gibt.

Au.Souchy
06.09.2006, 08:33
Das junge Paare keine Kinder mehr bekommen wollen, hat ja wohl häufig egoistische Gründe. Junge Leute finden (sehr kurzsichtig) ihre Selbstverwirklichung in der Freizeit oft wichtiger als dem angeblich vorhandenen Kinderwunsch. "Ein Kind ist zu teuer" wird als Grund genannt. Auf die Frage nach Freizeitaktivitäten werden dann allerdings in vielen Fällen Beschäftigungen angeführt die wsentlich kostenintensiver als Kinder sind. Reiten mit eigenem Pferd, Motorrad, Tauchen sowie einige Extremsportarten wären da zu nennen.
Damit wurden meine Erfahrungen durchaus bestätigt. Ich selbst konnte mir glücklicherweise trotz Kindern ein Motorrad und meine Frau ihr Pferd leisten. Einzig hatten wir nicht so viel Zeit für unsere Hobbies zu Verfügung als die Kids noch klein waren.
Ich sehe das Problem eher darin: Nachdem Politik und Wirtschaft den Karren in den Sand gesetzt haben, wird den Leuten zunehmend die Lüge der Eigenverantwortung über die Medien (wer steuert die wohl) eingeredet. Verantwortung hat nur noch im Beruf (oh Wunder) was zu suchen. Wenn damit argumentiert wird, der Generationenvertrag müsse gelöst werden und sei halt ein Fehler der Nachkriegszeit gewesen und so nicht mehr haltbar, ist das Irreführung. Die Wortkreation mag wohl ein Produkt der Nachkriegszeit sein, in seinem Wesen ist der Generationenvertrag allerdings so alt wie die Menschheit. Der Mensch als Spezies konnte nur Überleben weil Verantwortung füreinander übernommen wurde.
Aber wer hat schon Lust Verantwortung für jemanden zu übernehmen, der im Umkehrfall sagt: Watt, wer biss du denn?

Fokker
06.09.2006, 22:26
Ich sehe das Problem eher darin: Nachdem Politik und Wirtschaft den Karren in den Sand gesetzt haben, wird den Leuten zunehmend die Lüge der Eigenverantwortung über die Medien (wer steuert die wohl) eingeredet. Verantwortung hat nur noch im Beruf (oh Wunder) was zu suchen.
[...]
Aber wer hat schon Lust Verantwortung für jemanden zu übernehmen, der im Umkehrfall sagt: Watt, wer biss du denn? Stehe gerade auf der Leitung, kannst du mir das noch einmal erklären? :rolleyes:

Au.Souchy
06.09.2006, 23:44
In den Jahrzehnten voller Kassen, sind die Gelder die in die Sozialversicherungskassen eingezahlt wurden für versicherungsfremde Leistungen ausgegeben worden. Der Staat hat das Geld mit vollen Händen rausgeworfen. Da sind keine vernünftigen Rücklagen geschaffen worden, nicht die Bohne. Anfang der 1970er hatten wir weniger als eine halbe Million Arbeitslose. Es agb aber damals durchaus schon Politiker und Soziologen die an Hand der Geburtenraten vorrausgesagt haben wie sich die Alterspyramide entwickeln würde. Die wurden damals Spinner und Netzbeschmutzer und allerlei anderes geschimpt.
Firmen haben investiert wie verrückt ohne im Vorfeld ob eine Amortisation auch nur den Hauch einer Chance hat.
Und jetzt erzählt man den Menschen was von Eigenverantwortung.

Kinder bekommen hat was mit Verantwortung zu tun, ganz erheblich sogar. Aber das Leben ist halt ein Geben und Nehmen. Da streikt man doch instinktiv wenn amn weiss das jemand den amn Jahrzehnte lang trägt einen hängenlässt wenn er selbst zwar fähig wäre eine Stütze zu sein, sich aber auf den Standpunkt stellt, man sei das doch selbst Schuld eine getragen zu haben.

Killerkeks
07.09.2006, 01:10
Hätte es jetzt anders ausgedrückt, aber er hat mMn recht...

Er frägt sich einfach, warum er die Verantwortung übernehmen (oder sich in die Schuhe schieben lassen) soll, für die eigentlich andere (Staat/wirtschaft) verantwortlich sind - die aber im Umkehrschluss, wenn es einem selbst schlecht geht, sich einen Dreck um einen scheren...

Sicher geht es ohne Kinder nicht weiter... Also lasst sie uns importieren... :rolleyes: Ich denke, ich hätte mich ebenso für die Kinder entschieden, Andreas - aber das war damals... Vlt. sehe ich das in 8 Jahren anders, wobei ich eher skeptisch bin, dass sich bis dahin noch etwas ändert...

Und Fokker, sorry aber die Erkenntnis, dass es ohne Kinder nicht geht, die haben nicht nur du - nicht nur Andreas, nicht nur ich... Ich trau ihr zwar nicht viel zu - aber ich glaube selbst die Bundesregierung kennt dieses Problem - und es schert sie einen Scheißdreck... Genauso wenig wie die Jugendarbeitslosigkeit oder die Bildung.... Die Jüngsten unserer Bevölkerung sind ihnen sowas von scheiß egal, dass es nur beängstigend sein kann...

Nehmen wir an ich würd jetzt Vater werden... Bis zum Ende der Ausbildung bekäm ich das schon hin... Was dann? Wieviele Azbs. werden denn überhaupt übernommen - bei uns zB 10% - und als AVi hab ich da ja schonma schlechte Karten... geh ich nach extern werd ich auf 400.-basis beschäftigt, somit nicht sozv-pflichtig und mit 24 monaten probezeit... Arbeitszeiten von 11/h am Tag - schließlich flieg ich bei der ersten Widerrede... Der Arbeitsvertrag ist so oder so befristet und ich hab überhaupt keine Ahnung wie es weitergeht...

Jetzt werd ich womöglich arbeitslos und dann? Die Wohnung darf ich nciht mehr behalten weil sie dank unseres bürokratischen Systems 1m² zu groß ist, also darf ich umziehen - in diesem Kaff gibt es keine günstigere Wohnung als meine, also muss ich aus der Stadt ziehen, somit nochma schwerer einen Arbeitsplatz zu finden, die Nachkommen müssen Schule wechseln... Von was zahl ich denn letztendlich die Kinder?

Ich sag ja nciht, dass Kinderkriegen profitabel gemacht werden muss oder mir einen persönlichen finanziellen Vorteil bringen soll - aber sie sollten Bezahlbar bleiben, sie sollten mich nachts noch schlafen lassen können...

Und wenn ich dann keinen Job hab, dann muss ich mir auch noch anhören, dass ich zu nichts zu gebrauchen bin - schließlich hätte ich dann einen Job.... Das motiviert mich natürlich zusätzlich :rolleyes:


kex

//edit ups, Beitrag wurde nich abeschickt, sollte vor A.Souchy erscheinen ;)

Andreas57
07.09.2006, 02:11
*g* Keks, ich verstehe Deine Überlegungen durchaus und absolut.
Letztlich die Gleichen hatte auch ich angestellt.

Nur, das Leben ist ein einziges Risiko und endet, garantiert, mit dem Tod!

Wollte ich also sämtlich Unwägbarkeiten in die Waagschale werfen, bekäme ich meinen Arsch nicht mehr aus dem Bett und würde, sehr vorzeitig, an Verfettung und Pumpeninsuffizienz den Löffel abgebend ins Gras beißen.

Okay, was ist Fürchterliches passiert:

Die Große studiert in Halle, die Mittlere ist in der achten Klasse(Gym) und der Kleine in der Dritten.
Ja es hat uns Nerven gekostet; Ja es hat uns Unsummen gekostet(das tut es noch); Ja, oberflächlich betrachtet hat es uns nur Streß gebracht; Ja, wir könnten heute ein Häuschen am Gardasee und 0,5 ;) Ferraris haben.

Aber irgendwie glaube, denke, meine ich, daß ich, daß wir, auf unsere bisherige Leistung weitaus stolzer sein können.

Mir geht dieser Staat, daraus habe ich niemals einen Hehl gemacht, ziemlich am Ar... vorbei.
Demnach ist es mir auch verhältnismäßig wurscht, ob und was dieser Chaotenhaufen tut oder läßt.

Wenn ich denn wirklich will, daß meine Sprößlinge eine Zukunft haben, so benötige ich hierzu keinen Staat. Im Gegenteil, auch mühsam versteckte kriminelle Energie ist, nicht nur unter pädagogischen Gesichtspunkten, absolut kontraproduktiv.

Fokker
07.09.2006, 11:57
In den Jahrzehnten voller Kassen [...] Jup, da gebe ich dir recht. Aber gerade deswegen muss man sich schon selbst um das spätere Auskommen kümmern - wer verläßt sich denn heute noch auf den Staat?

Kinder bekommen hat was mit Verantwortung zu tun, ganz erheblich sogar. Aber das Leben ist halt ein Geben und Nehmen. Da streikt man doch instinktiv wenn amn weiss das jemand den amn Jahrzehnte lang trägt einen hängenlässt wenn er selbst zwar fähig wäre eine Stütze zu sein, sich aber auf den Standpunkt stellt, man sei das doch selbst Schuld eine getragen zu haben. Wenn diese Aussage auf den Staat gemünzt ist, so hast du Recht. Auf die eigenen Kinder bezogen, kann ich es nciht wirklich verstehen. Hängen lassen werden deine Kinder dich nicht. Notfalls wird der Staat sie für deine Versorgung schröpfen. :P Aber auch sonst sind mir viele Familien bekannt, die ihre (Groß-)Eltern pflegen, hier ist das eher die Regel, als die Ausnahme. Was führt dich zu dieser negativen Betrachtungsweise?


Und Fokker, sorry aber die Erkenntnis, dass es ohne Kinder nicht geht, die haben nicht nur du - nicht nur Andreas, nicht nur ich... Brauchst dich nicht zu entschuldigen. :D
Keks, demnach sind wir uns ja grundsätzlich einig. Aber du stehst damit ja jetzt vor einem Dilemma: Du weißt, dass es ohne Kinder nicht weitergeht, willst aber keine bekommen, weil die Bedingungen nicht optimal sind.
Du weißt aber auch, dass diese Bedingungen u.a. so schlecht sind, weil es nicht genug Kinder gibt.


Nehmen wir an ich würd jetzt Vater werden...[...]
Niemand hat dir geraten sofort Kinder zu bekommen. Wie Andreas treffend sagt: "das Leben ist ein einziges Risiko".
Deine Befürchtungen sind sicher nicht unbegründet - hilflos stehst du dem ganzen aber nicht gegenüber! Du kannst dich weiter qualifizieren, dies erhöht deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wenn du nicht gerade Sozialwesen studiert hast, findest du später i.d.R. einen Job. :D Da du bisher nur eine Ausbildung hast, darfst du sogar auf bafög hoffen. ;)

Letztlich gibt es genug junge Menschen, die ihre Kinder trotzdem durchbringen, obwohl sie nur als Aushilfe arbeiten, auf 400 € Basis oder Bafög beziehen. Es ist sicher nicht einfach, aber was ist das schon?

Au.Souchy
07.09.2006, 12:36
:P Aber auch sonst sind mir viele Familien bekannt, die ihre (Groß-)Eltern pflegen, hier ist das eher die Regel, als die Ausnahme. Was führt dich zu dieser negativen Betrachtungsweise?
Meine Erfahrungen die ich Auslieferer von Lebensmitteln und dadurch in Alters- und Pflegeheimen gemacht habe. Das kann ich aber seit geraumer Zeit nicht mehr, weil ich selbst das zweifelhafte Vergnügen habe mich regelmäßig in einer Fachklinik einzufinden.
Dort lerne ich überwiegend Menschen kennen, die im Gegensatz zu mir selbst, das von mir beschriebene Schicksal erleben und die Wartezeit auf ihr neues Organ/ihren Tod(häufig ist der schneller) oder auch ihren sicheren Tod, weil medizinisch eine Transplantation nicht mehr vertretbar ist, einsam und allein gelassen fristen.

Au.Souchy
07.09.2006, 12:44
Jup, da gebe ich dir recht. Aber gerade deswegen muss man sich schon selbst um das spätere Auskommen kümmern - wer verläßt sich denn heute noch auf den Staat?

Das habe ich mir glücklicherweise schon vor 25 Jahren von der Backe geschmiert, sonst sähe es heute ganz schlecht aus für mich. Damals haben mich alle für verrückt erklärt. Gut das ich verrückt bin.

Fokker
07.09.2006, 12:48
Hm, also das kommt immer ganz darauf an. Du musst bedenken, dass ein Altersheim teuer ist und viele Kinder für ihre Eltern mitbezahlen müssen. Es ist einfach verträglicher, wenn man dies zu Haus mit ambulantem Pflegedienst und Geld von der Pflegeversicherung bewerkstelligt.

Au.Souchy
07.09.2006, 13:19
Hm, also das kommt immer ganz darauf an. Du musst bedenken, dass ein Altersheim teuer ist und viele Kinder für ihre Eltern mitbezahlen müssen.

Dann müssen die Kinder aber schon sehr gut verdienen. Ausserdem kenne ich da mindestens einen Fall wo der Sohn sich eine Jagdpacht leistet und das Sozialamt den fehlenden Betrag für das Altersheim zahlt. Die Mutter hat €80,00 Taschengeld im Monat.


Es ist einfach verträglicher, wenn man dies zu Haus mit ambulantem Pflegedienst und Geld von der Pflegeversicherung bewerkstelligt.

Aber das finde ich und auch die Betroffenen ja so schlimm. Diese Alten oder Kranken sitzen alleine in einer zwar eigenen Wohnung und das Highlight des Tages ist "Essen auf Rädern" weil sie dann drei Minuten mit jemandem reden können.

Fokker
07.09.2006, 20:48
Dann müssen die Kinder aber schon sehr gut verdienen. Nein, soweit ich weiß nicht. Verwandte von uns müssen für ihre Mutter einiges zubezahlen. Deren Einkommen ist nicht überdurchschnittlich.


Ausserdem kenne ich da mindestens einen Fall wo der Sohn sich eine Jagdpacht leistet und das Sozialamt den fehlenden Betrag für das Altersheim zahlt. Die Mutter hat €80,00 Taschengeld im Monat. Menschen die ein Schlupfloch in den Regelungen finden wird es immer geben... :hb-mann:


Aber das finde ich und auch die Betroffenen ja so schlimm. Diese Alten oder Kranken sitzen alleine in einer zwar eigenen Wohnung und das Highlight des Tages ist "Essen auf Rädern" weil sie dann drei Minuten mit jemandem reden können. Damit meinte ich Pflege in der Familie. Die läuft oftmals mit Hilfe eines ambulaten Pflegedienstes ab. Laut Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Altenpflege#H.C3.A4usliche_Pflege) ist die Pflege in der Familie immer noch die Form der Pflege, die in Deutschland dominierend ist.
Dafür sprechen auch die Statistiken über den Aufenthaltsort der Pflegebedürftigen, sowie über den Bezug des Pfegegeldes - eine habe ich angehängt, man kann das vollständige PDF hier (http://www.bmg.bund.de/cln_041/nn_665732/SharedDocs/Publikationen/Gesundheit/a-404-05,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/a-404-05.pdf) bekommen.
Also ist es keinesfalls die Regel, dass Kinder sagen: "Watt, wer biss du denn?"

//Edit: hier (http://www.destatis.de/download/d/solei/bericht02pflege.pdf) ist nochmal eine Quelle die genaue Zahlen über die Pflege von Angehörigen angibt

akkaly
08.09.2006, 02:03
noch dazu:
www.auswanderungswesen.de
www.auswandern-webforum.de
www.fernweh-pur.de

akkaly
09.09.2006, 12:10
-_-

Au.Souchy
10.09.2006, 12:45
Hi akkaly. Was wolltest du uns denn jetzt mit deinem kleinen Exkurs in die Satire, ich hoffe doch das es Satire sein soll, genau mitteilen.

Au.Souchy
10.09.2006, 12:54
Nein, soweit ich weiß nicht. Verwandte von uns müssen für ihre Mutter einiges zubezahlen. Deren Einkommen ist nicht überdurchschnittlich.

Menschen die ein Schlupfloch in den Regelungen finden wird es immer geben... :hb-mann:

Damit meinte ich Pflege in der Familie. Die läuft oftmals mit Hilfe eines ambulaten Pflegedienstes ab. Laut Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Altenpflege#H.C3.A4usliche_Pflege) ist die Pflege in der Familie immer noch die Form der Pflege, die in Deutschland dominierend ist.
Dafür sprechen auch die Statistiken über den Aufenthaltsort der Pflegebedürftigen, sowie über den Bezug des Pfegegeldes - eine habe ich angehängt, man kann das vollständige PDF hier (http://www.bmg.bund.de/cln_041/nn_665732/SharedDocs/Publikationen/Gesundheit/a-404-05,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/a-404-05.pdf) bekommen.
Also ist es keinesfalls die Regel, dass Kinder sagen: "Watt, wer biss du denn?"

//Edit: hier (http://www.destatis.de/download/d/solei/bericht02pflege.pdf) ist nochmal eine Quelle die genaue Zahlen über die Pflege von Angehörigen angibt

Ich finde aus den Tabellen geht nicht eindeutig hervor, wie viele dieser Betroffenen im Familienverband leben. Ich habe bis vor einem Jahr in einem Projekthaus der Caritas gewohnt in dem von 32 Mitparteien die Hälfte Pflegegeld bezog und davon eine Haushaltshilfe bezahlte.
Ich werde das in den nächsten Tagen jedenfalls weiter recherchieren und hoffe mich zu widerlegen.

Fokker
10.09.2006, 16:06
Doch, unter "Edit" das PDF anschauen und dort die Seite "Art der Versorgung" S.10. dort steht: Davon versorgt durch Angehörige = 986520 Menschen. Damit ist das die Form der Pflege die am meisten gewählt wird. ambulante Pflege und die Pflege im Heim kommen nur zusammen auf dieselbe Summe.

Au.Souchy
10.09.2006, 16:27
Habe ich getan. Dort wird in "Hintergrund der Statistk" eben gesagt, dass man davon ausgeht, die Bezieher von Pflegegeldleistungen würden von der Familie versorgt. Dies ist aber nicht erwiesen und ganz bestimmt nicht ausnahmslos der Fall. In dieser "Gemeinsam Wohnen" Anlage von CBT ist es halt so, dass viele die Pflegegeldleistungen dazu verwenden eine Hilfe zum Putzen, Waschen und Einkaufen zu entlohnen.

Fokker
10.09.2006, 17:49
Wie dem auch sei, das Statistische Bundesamt wird wohl eine aussagekräftige Statistik herausgeben. Demnach erscheint es mir nur angebracht anzunehmen, dass die meisten älteren Menschen zu Hause von Angehörigen gepflegt werden, zudem dies ja auch noch anderweitig bestätigt wird.

Killerkeks
10.09.2006, 21:36
Hängen lassen werden deine Kinder dich nicht. Notfalls wird der Staat sie für deine Versorgung schröpfen. :P
Sie werden es vielleicht nicht absichtlich oder vorsätzlich tun - aber sie werden nicht für 3 Generationen aufkommen können... Und vom Staat wirds dann ggf. auch nichts mehr geben, weil man mittelfristig das Solidarprinzip abschaffen wird - bin ich fest davon überzeugt. Die FDP fordert ja jetzt schon, dass man auf ein rein kapitalgedecktes System umsteigt... Man könne ja auch niemanden zwingen seinen ganzen Körper zu versichern.... - Versteh ich, warum sollte Westerwelle auch seinen Kopf versichern, wenn er ihn nie benutzt?!


Keks, demnach sind wir uns ja grundsätzlich einig. Aber du stehst damit ja jetzt vor einem Dilemma: Du weißt, dass es ohne Kinder nicht weitergeht, willst aber keine bekommen, weil die Bedingungen nicht optimal sind.

Ich steh vor dem Dilemma, dass es selbst mit mehr Kindern ein Dilemma ist - nur dann ein viel Größeres... Weil mir nicht nur das Geld aus der SozV fehlt, nein es ist sogar noch einer mehr da, der nicht einzahlt aber daraus schöpft... Aber da mach ich mir keine Gedanken... Schließlich müssen wir das ALG jetzt ja wieder um 33% senken, damit wir den Niedriglohnsektor ausbauen können.... oh ich hör auf - ich kotz shco wieder...


Du weißt aber auch, dass diese Bedingungen u.a. so schlecht sind, weil es nicht genug Kinder gibt.

Es geht nicht um optimale Bedingungen... Es geht um beschissene Bedingungen... Wenn man in weniger optimalen Bedingungen ARbeitsplätze behalten würde oder mindestens keine Abbauen würde, hätten wir auch dieses Problem nicht...



Niemand hat dir geraten sofort Kinder zu bekommen. Wie Andreas treffend sagt: "das Leben ist ein einziges Risiko".
Deine Befürchtungen sind sicher nicht unbegründet - hilflos stehst du dem ganzen aber nicht gegenüber! Du kannst dich weiter qualifizieren, dies erhöht deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wenn du nicht gerade Sozialwesen studiert hast, findest du später i.d.R. einen Job. :D Da du bisher nur eine Ausbildung hast, darfst du sogar auf bafög hoffen. ;)

Ich red gern von mir, statt von andern ;) Teamergrundsatz... ;)
Und von daher nicht aufs Alter versteifen... das is auch mit jedem 25jährigen AN so...


Letztlich gibt es genug junge Menschen, die ihre Kinder trotzdem durchbringen, obwohl sie nur als Aushilfe arbeiten, auf 400 € Basis oder Bafög beziehen. Es ist sicher nicht einfach, aber was ist das schon?

Und viele, die aus genau diesen Gründen abtreiben lassen....


kex

PS: Sind Doppelposts jetzt wieder in?

Andreas57
11.09.2006, 00:59
Jup, da gebe ich dir recht. Aber gerade deswegen muss man sich schon selbst um das spätere Auskommen kümmern - wer verläßt sich denn heute noch auf den Staat?
...
Ich denke, Fokker, wir haben da ein Generationsproblem.
Ich erinnere deshalb an einen meiner früheren Beiträge.
Ein aufgestumpter Gartenzwerg äußerte in den 80ern: "Unser Rendn sinn sischee!!!"
Sein Name hatte irgendwas mit Unkraut zu tun.

Nicht nur jeder Blödzeitungsleser glaubte ihm.
Die, die ihm nicht glauben wollten, waren recht schnell als Nestbeschmutzer geouted.
Zu dieser üblen Sorte gehörte ich damals übrigens auch und tat, im Rahmen meiner finanziellen Möglichkeiten, alles was ich konnte. Viel war es nicht, :( , schließlich war auch damals unser Staat nicht wenig gierig.

Mithin kann (könnte (eventuell, unter Umständen, möglicherweise, vielleicht, usw. ...)) Deine Generation dagegensteuern.

Meine aber, ist angeschissen! :(

Fokker
11.09.2006, 03:45
Ich erinnere deshalb an einen meiner früheren Beiträge. ...in die Rentenkasse z.B.? :p

Nicht nur jeder Blödzeitungsleser glaubte ihm.
Die, die ihm nicht glauben wollten, waren recht schnell als Nestbeschmutzer geouted. Jup, euch hamse behumst. :rolleyes:

Mithin kann (könnte (eventuell, unter Umständen, möglicherweise, vielleicht, usw. ...)) Deine Generation dagegensteuern.
Klar, diejenigen die vorrausschauend genug sind... Die anderen werden sich noch umgucken.

@Killerkeks
Wie ich dir schoneinmal in einem anderen Thread schrieb, sind das Befürchtungen, welche du hier anführst.
Du darfst auch nicht vergessen, dass es sehr egoistisch wäre aus diesem Grunde keine Kinder zu bekommen. Denn was soll die übernächste Generation machen?
Die Finanzierung der verschiedenen Sozialleistungen unseres Staates muss bei einer derartigen Einstellung zwangsläufig umgestellt werden. Kapitaldeckung ist vielleicht nicht optimal, aber scheinbar ein Weg aus dieser Misere herauszukommen.

Au.Souchy
11.09.2006, 09:06
Die Menschen in Deutschland scheinen mir auch häufig zu vegessen, dass wir geburtenstarken Jahrgänge auch irgendwann alle tot sind. Dann könnte sich das Verhältnis Beitragszahler/Leistungsempfänger ja auch wieder angleichen. Insgesamt geht die Bevölkerung ja nicht zurück.
Sollte es wirklich gelingen die Wirtschaft dauerhaft wieder in Gang zu setzen und man gleichzeitig Sorge dafür trägt, dass Eltern nach dem Erziehungsurlaub wieder voll in den Beruf integriert werden, wächst bestimmt auch der Kinderwunsch wieder.

Killerkeks
11.09.2006, 17:01
A.Souchy, geht es unserer Wirtschaft, denn wirklich so schlecht?

Fokker, was machen denn die 3.000.000 Jugendarbeitslosen, die nichts zurücklegen konnten, was machen die Eltern eines behinderten Kindes, was macht der Schüler, der vom Klettergerüst fällt und was macht der krebskranke Patient mit 25?

Nix einbezahlt - nix da - keine Gesundheit...

Weg vom Solidarprinzip ist wohl das Schlimmste was uns passieren kann... Gesundheit darf niemals zweitrangig werden...

Au.Souchy
12.09.2006, 14:40
A.Souchy, geht es unserer Wirtschaft, denn wirklich so schlecht?
Nicht wirklich. Und mit ein paar weniger Ackermanns und ein paar mehr Grupps könnte das sogar ganz gut laufen.



Fokker, was machen denn die 3.000.000 Jugendarbeitslosen, die nichts zurücklegen konnten, was machen die Eltern eines behinderten Kindes, was macht der Schüler, der vom Klettergerüst fällt und was macht der krebskranke Patient mit 25?

Nix einbezahlt - nix da - keine Gesundheit...

Weg vom Solidarprinzip ist wohl das Schlimmste was uns passieren kann... Gesundheit darf niemals zweitrangig werden...

Und der Sozialabbau wird auch weiter gehen wenn die Menschen in Deutschland nicht langsam aufstehen und auf die Strasse gehen. Aber da müssten die noch arbeitenden
Leute mitziehen und begreifen das jeder Facharbeiter von heute der Hartz IV-empfänger von morgen sein könnte.

Golesipe
12.09.2006, 14:44
Nicht wirklich. Und mit ein paar weniger Ackermanns und ein paar mehr Grupps könnte das sogar ganz gut laufen.



Und der Sozialabbau wird auch weiter gehen wenn die Menschen in Deutschland nicht langsam aufstehen und auf die Strasse gehen. Aber da müssten die noch arbeitenden
Leute mitziehen und begreifen das jeder Facharbeiter von heute der Hartz IV-empfänger von morgen sein könnte.

Aber es geht uns immer noch besser als in anderen Ländern.

Fokker
12.09.2006, 14:55
Nix einbezahlt - nix da - keine Gesundheit...
Nein, wie kommst du denn darauf?

Weg vom Solidarprinzip ist wohl das Schlimmste was uns passieren kann... Die Alternative wäre also?

Ich stimme euch ja zu, man muss gegen Jugendarbeitslosigkeit/-Ausbildungslosigkeit aktiver und energischer Vorgehen, man sollte den Niedriglohnsektor klein halten und so weiter und so fort, aber das passiert im Moment nicht. Hinzukommt die Überalterung der Gesellschaft. Selbst wenn man die erstgenannten Faktoren durch Reformen in den Griff bekommt, bleibt die Frage, ob dies a) rechtzeitig geschieht und b) ausreichend ist, um das bestehende System aufrechtzuerhalten.

Eine weitere Möglichkeit wäre die Bürgerversicherung, davon bin ich ja auch nicht abgeneigt - es muss nur eine Lösung umgesetzt werden. Das wird auch über kurz oder lang kommen, davon bin ich überzeugt.

tyska
12.09.2006, 15:11
Und der Sozialabbau wird auch weiter gehen wenn die Menschen in Deutschland nicht langsam aufstehen und auf die Strasse gehen. Aber da müssten die noch arbeitenden
Leute mitziehen und begreifen das jeder Facharbeiter von heute der Hartz IV-empfänger von morgen sein könnte.



Darf ich dir mal etwas anvertrauen?

Ich fürchte, dass wir gar nicht die Macht haben, den "Sozialabbau" aufzuhalten.

Deutschland, wie auch viele andere Länder bekommt die Effekte der Globalisierung zu spüren.

Es kommt, im Zuge dieser Globalisierung, weltweit zur Umverteilung von Wohlstand und da werden breite Bevölkerungssschichten Deutschland negativ betroffen sein.

Sorry, wenn es pessimistisch klingt, aber in einigen Bereichen (insbesondere Sozialleistungen)wird man erhebliche Finanzierungsprobleme bekommen.

Und man gar nur sehr wenig tun, um dem entgegen zu wirken.

Andreas57
13.09.2006, 01:09
Du bist also von Haus aus Fatalist!

Weshalb beteiligst Du Dich dann noch an solchen Diskussion?
Oder ist das Sendungsbewußtsein. (Frei nach dem Motto: Das Leben ist nur als Jammertal gottgefällig?)

Au.Souchy
13.09.2006, 09:13
Darf ich dir mal etwas anvertrauen?

Ich fürchte, dass wir gar nicht die Macht haben, den "Sozialabbau" aufzuhalten.

Und weil das genug Menschen glauben, ist es auch so. Dabei haben die Leute aus der ehemaligen DDR sehr eindrucksvoll und sehr friedlich das Gegenteil bewiesen.




Sorry, wenn es pessimistisch klingt, aber in einigen Bereichen (insbesondere Sozialleistungen)wird man erhebliche Finanzierungsprobleme bekommen.

Und man gar nur sehr wenig tun, um dem entgegen zu wirken.

Man könnte auch Die Leute die gut verdienen einfach mal Steuern zahlen lassen. Wenn man so immer so knapp unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt mit seinem Gehalt und dann noch so €15.000 Nebeneinkünfte im Jahr hat, also ungefähr €55.000-60.000 pro Jahr, und dann €600-700 für einen Steuerberater hinlegt, stünden dem Kollegen, der mit €25.000 pro Jahr eine vierköpfige Familie durchbringen muss die Tränen in den Augen wenn der hören sollte was man an Steuern zahlen muss. Das muss ein Ende haben.
Warum bekommen Leute, die wegen der Höhe ihres Einkommens keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen, von der Bundesanstalt für Arbeit Kindergeld?

tyska
13.09.2006, 09:27
Du bist also von Haus aus Fatalist!

Weshalb beteiligst Du Dich dann noch an solchen Diskussion?
Oder ist das Sendungsbewußtsein. (Frei nach dem Motto: Das Leben ist nur als Jammertal gottgefällig?)



Du MUSST meine Beiträge nicht lesen.


Geh doch einfach darüber hinweg und sage dir: Alles wird am Ende gut werden.

tyska
13.09.2006, 09:29
Warum bekommen Leute, die wegen der Höhe ihres Einkommens keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen, von der Bundesanstalt für Arbeit Kindergeld?

Ja, sie könnten das Kindergeld auch von einer anderen Stelle bekommen. Das ist richtig.

Au.Souchy
13.09.2006, 09:55
Ja, sie könnten das Kindergeld auch von einer anderen Stelle bekommen. Das ist richtig.

Ich finde, die brauchen gar kein Kindergeld. Nicht vom Staat. Das sind doch die Leute die am lautesten "Eigenverantwortung" schreien.

tyska
13.09.2006, 10:11
Ich finde, die brauchen gar kein Kindergeld. Nicht vom Staat. Das sind doch die Leute die am lautesten "Eigenverantwortung" schreien.



DAS seh ich anders.


Kindergeld steht allen Eltern zu.


Meinst du etwa, dass Leute, die Kinder in die Welt setzen, nur um Transferleistungen zu erhalten(solche gibts nämlich auch), mehr "Eigenverantwortung" übernehmen?

tyska
13.09.2006, 10:17
Hier ein Spiegel-Artikel, verfasst von G.Steingart, zum Thema : Wohin geht der Wohlstand?

Globalisierung


"Gleicher Lohn für gleiche Arbeit"


Der Westen droht zum Verlierer der Globalisierung zu werden. Die Arbeitskraft der Europäer wird entwertet, millionenfach.



www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,436345,00.html



Ohne Wohlstand(=Cash) wird es schwierig werden, die Sozialleistungen zu finanzieren.

Au.Souchy
13.09.2006, 15:44
Hallo tyska.




Meinst du etwa, dass Leute, die Kinder in die Welt setzen, nur um Transferleistungen zu erhalten(solche gibts nämlich auch), mehr "Eigenverantwortung" übernehmen?

Ich meinte die Leute, die für einen drei, vier Personenhaushalt €60.000 per anno verdienen, ständig Sozialabbau fordern, weil mehr Eigenverantwortung nötig ist bei denen die mit der Hälfte und weniger auskommen müssen.

Gruss
A.Souchy

Killerkeks
13.09.2006, 16:33
Nein, wie kommst du denn darauf?
Die Alternative wäre also?

Afaik geht es dabei doch darum, dass ein Konto/Depot für mich eröffnet wird und ich darauf einzahle. Dieses Geld wird angelegt und damit wird gearbeitet. Ab einem bestimmten Zeitpunkt (Rente ab 90^^) kann ich dann über mein Geld verfügen. Das Geld bleibt lieben bis ich dieses Alter erreicht hab, dann erst komme ich ran. Bei der Rürup-Rente war es zusätzlich noch so, dass dieses Geld im Falle eines Todes nichteinmal vererbbar war - ist das das was wir wollen?

Die Alternative ist imho die Stärkung des Umlageverfahrens. "aber das passiert im Moment nicht" ist doch nicht produktiv für die Diskussion... Dann nämlich brauchen wir gar nicht mehr diskutieren - denn so vieles geschieht nicht. Sollen wir denn alles akzeptieren?

Hab dann ma noch auf wikipedia geguckt: http://de.wikipedia.org/wiki/Kapitaldeckungsverfahren#Kritik hmm überzeugt mich nicht wirklich...



Eine weitere Möglichkeit wäre die Bürgerversicherung, davon bin ich ja auch nicht abgeneigt - es muss nur eine Lösung umgesetzt werden. Das wird auch über kurz oder lang kommen, davon bin ich überzeugt.

Bürgerversicherung, damit kann ich mich noch anfreunden. Was mich jedoch stört ist, dass man Krankenkassen entlastet... So wie man 10.- Praxisgebühr bezahlt bis die KK schwarze Zahlen schreiben und dann wieder abschafft... jaja ich sehs... :(

Also eine BV, bei deren Zahlung alle miteinbezogen werden (keine Privatversicherungen mehr, keine Personengruppen, die ausgenommen werden), in der es keine Beitragsbemessungsgrenze mehr gibt und am Wichtigsten: das auch weiterhin der Arbeitgeber seinen Anteil mit einbringt, fände ich als Alternative gut. Leider sind wir dann ja aber nur bei der Krankenversicherung...




Ich meinte die Leute, die für einen drei, vier Personenhaushalt €60.000 per anno verdienen, ständig Sozialabbau fordern, weil mehr Eigenverantwortung nötig ist bei denen die mit der Hälfte und weniger auskommen müssen.

Ganz deiner Meinung.

Am Arbeitslosengeld kürzt man immer weiter, weil die Leute zu viel haben und es nicht verdient hätten und Schumi bekommt Kindergeld... Hallo?

Zur Arbeitslosigkeit kann man meistens nichts - zur Geburt eines Kindes meistens schon - und niemand wird zu einem hohen Einkommen gezwungen :P

kex

Andreas57
14.09.2006, 00:52
Du MUSST meine Beiträge nicht lesen.


Geh doch einfach darüber hinweg und sage dir: Alles wird am Ende gut werden.

Lieber Himmel!
Ein Mimöschen. :D

Wenn Du Deine Meinung veröffentlichst, mußt Du mit Reaktion rechnen.

tyska
14.09.2006, 09:44
Hallo tyska.



Ich meinte die Leute, die für einen drei, vier Personenhaushalt €60.000 per anno verdienen, ständig Sozialabbau fordern, weil mehr Eigenverantwortung nötig ist bei denen die mit der Hälfte und weniger auskommen müssen.

Gruss
A.Souchy


Eine hochqualifizierte und/oder auf dem einheimischen Arbeitsmarkt sehr nachgefragte Arbeitskraft wird entsprechend hohe Gehaltsforderungen stellen (können). Und auch nicht bereit sein, Abzüge vom Brutto-Verdienst über eine Obergrenze hinaus zu akzeptieren.

Ansonsten heissts nämlich(für immer mehr Leute, die diesem in vielerlei Hinsicht pervertierten "Sozialstaat" den Rücken kehren): Bye-Bye, Germany.

Au.Souchy
14.09.2006, 11:23
Eine hochqualifizierte und/oder auf dem einheimischen Arbeitsmarkt sehr nachgefragte Arbeitskraft wird entsprechend hohe Gehaltsforderungen stellen (können). Und auch nicht bereit sein, Abzüge vom Brutto-Verdienst über eine Obergrenze hinaus zu akzeptieren.

Ansonsten heissts nämlich(für immer mehr Leute, die diesem in vielerlei Hinsicht pervertierten "Sozialstaat" den Rücken kehren): Bye-Bye, Germany.

Der Verdienst sei den Leuten doch gegönnt. Nicht aber Gelder aus einem Fond zu beziehen in den sie nicht einzahlen. Den Sozialstaat haben die ja wohl kaum nötig.
Zu Zeiten in denen Hartz IV-empfänger vorgehalten bekommen man müsse nicht jede Leitung in Anspruch nehmen auf die ein Recht besteht, finde ich das schlicht eine Farce.

ChiefofStaff
11.10.2006, 16:14
Hallo erstmal! :)


Falls es laut demographischen Faktor wirklich zu einer vergreisung der Gesellschaft kommt, geht auch kein Weg daran vorbei mehr Einwanderung zuzulassen. Aber meiner Meinung nach ist das nichts weiter als reine Spekulation, wer weiß was sich in den nächsten Jahrzehnten noch so tut. Deutschland ist ja auch nicht das einizige Europäische Land mit diesem Problem, vielleicht sollte man in Betracht ziehen in den nächten 20 Jahren die EU komplett zu einen und das Staatensystem abschaffen, alles unter einer EU-Regierung. Da gab es ja auch schonmal den Vorschlag zu Eurasien, was auch nicht abwegig ist. So könnte man sich gegenseitig unterstützen und hätte einen neuen starken Staat.
Was unser Sozialsystem angeht, naja lange werden sich die Sozialleistungen nicht mehr bezahlen lassen, wir sollten uns so schnell wie möglich darauf einstellen keine Hilfen mehr vom Staat zu bekommen, wie Rente oder Arbeitlslosengeld, Hartz etc. In anderen Ländern klappt das auch, eben weil durch den Wegfall der Lohnnebenkosten, hier die Sozialabgaben, die Löhne wieder zu bezahlen sind. Aber das ist nicht so schnell möglich, weil die Einnahmen der Lohnnebenkosten ja nicht nur für Sozialunterstützungen ausgegeben werden, sonder fast alles damit finanziert wird und auch niemand in einen Topf für sich Einzahlt, sondern das Geld gleich wieder weg ist.

Die Schuld für die heutige Misere liegt schon weiter zurück in den 70er Jahren, die damalige Bundesregierung hat schon gewußt wie es es in 30 Jahren aussieht und nicht gehandelt, nach dem Motto nach mir die Sinnflut.

Hier habe ich auch noch einen Artikel geschrieben, das war mal eine Hausaufgabe für Soziologie mit dem Thema "Familie, ein Auslaufmodell?". Weil hier ja auch schonmal das Thema aufgekommen ist warum so wenig Kinder geboren werden in Deutschland.


http://www.uploading.com/files/KPB2HGD3/Ist_die_Familie_ein_Auslaufmodell.doc.html

akkaly
11.10.2006, 18:07
-_-

Au.Souchy
12.10.2006, 09:32
Ich finde das so armselig, anstatt endlich aufzustehen und gegen die Verursacher der Misere, nämlich die Reichen und Mächtigen, aufzubegehren, kämpft man lieber an der Seite der Verursacher gegen die eigentlichen Schaffer des Wohlstandes, die mit ihrer Hände Arbeit Deutschland zu dem gemacht haben, was es heute ist, eines der wohlhabendsten Länder der Erde.

M.f.G.
A.Souchy

Fokker
14.10.2006, 16:18
Afaik geht es dabei doch darum, dass ein Konto/Depot für mich eröffnet wird und ich darauf einzahle. Dieses Geld wird angelegt und damit wird gearbeitet. Ab einem bestimmten Zeitpunkt (Rente ab 90^^) kann ich dann über mein Geld verfügen. Das Geld bleibt lieben bis ich dieses Alter erreicht hab, dann erst komme ich ran.
Wie das nun genau aussehen würde kann man nicht sagen. Es kann auch so sein, dass du dein Renteneintrittsalter selbst bestimmst.
Außerdem würden Menschen die nichts einzahlen können von den entsprechenden Stellen unterstützt. Die BA zahlt ja heute schon für viele.

Ein kapitalgedecktes Element haben wir ja bereits in unserem Rentensystem: Die Riester-Rente. Die macht z.Z. aber nur 20% aus.
Diesen Anteil könnte man ausbauen, in welchem Umfange müsste man diskutieren. Der Anteil könnte soweit erhöht werden, dass nur eine Grundischerung vom Staat noch finanziert wird. Zudem würde der Staat vom angelegten Kapital profitieren und dies wiederum jenen zukommen lassen, denen es am Geld mangelt.

Wieso sollten wir diese Möglichkeit nicht nutzen und Vorteile aus der Wirtschaft ziehen?

MGH
31.12.2006, 01:01
Tja wenn es soweit ist, ist vieles wieder anderst, aber das hängt wie immer geschrieben mit allem zusammen was existiert.
Ich hoffe und vermute bis Dato wird es eine neue Regierung geben, wenn überhaupt eine.
Neue technische Erungenschafften, die Produktivität von Maschinen wird zunehmen....also insofern gleicht sich das aus, wenn da nur das GELD nicht wäre (Geld regiert die Welt, das ist leider eine Tatsache), Finanzen sorgen für die essenziellen Probleme auf unserem Heimatplaneten, den wir sicherlich auch mal verlassen. Hunger, schlechte Ärztliche Versorgung, weite Teile der Welt haben kaum bis gar keine Infrastruktur, und warum??? weil das Geld fehlt, dass ist wieder eine Sache für sich;GELD, wer das erfunden hat gehört tot geschlagen^^. Wir haben am Anfang unserer Evolution Gegenstände getauscht oder mit Muscheln etwas Fleisch vom anderem Stamm "abgekauft", dieses System lässt sich auf heute nicht mehr übertragen. Mit einer festgelegten Einheit an Vermögen (€) läuft es aber auch net grad prickelnd...................ohne Geld muss jedes Individuum materiel gesehen vollkommen sein, da dann keine Produktion von technischen Konsumgütern (z.B. TV's, Handies, computer etc. ....) von Nöten wäre.(zu diesem Absatz erläutere ich gerne Fragen die persönlich geschickt worden sind)
Bis der allgemeine "Standartgeist" jedoch diese Auffassung erfasst und umgesetzt hat wird es noch hunderte Jahre, tausende wenn nicht sogar millionen jahre dauern.

PERFEKTIBILISMUS===========Anschauung, Lehre aufklärerischem Geschichtsdenkens, nach der der Sinn der Geschichte im Fortschritt immer größerer Vervollkommnung der Menschheit liegt.(original aus DUDEN)

Andreas57
01.01.2007, 03:10
Was will und soll uns das jetzt sagen?

MGH
02.01.2007, 22:34
Ich bin der festen Überzeugen das ein historischer Wendepunkt bis dato noch kommen wird, und eben bis zu dem Ereigniss auch vieles wieder anders geworden ist

MGH
02.01.2007, 22:57
....Staatensystem abschaffen, alles unter einer EU-Regierung. Da gab es ja auch schonmal den Vorschlag zu Eurasien, was auch nicht abwegig ist. So könnte man sich gegenseitig unterstützen und hätte einen neuen starken Staat.
Das Zitat ist von ChiefofStaff #48---hab des net ganz hinbekommen

These: U.S.A./ EU/ nordischer Rat/ Vereinigte arabische Emirate/ etc. (weiss net mehr auf Anhieb)
weiter zu: nordamerikanische-, südamerikanische-, europäische-, ostasiatische-,indisch-zentral asiatische-,malaysisch-indonesische-australische Vereinigung.
weiter im Text mit: amerikanische-, europäisch-asiatische(ausser Zentral)-, indische-zentralasiatische-malaysische-indonesische-australische Vereinigung
....next step...: westliche vereinigung, zentrale vereinigung, östliche vereinigung
At least:Interkontinentale Gemeinschafft der Menschheit

Ich hab Afrika weggelassen(sollte mich schämen), trotzdem würde der Kontinent bis zum Schritt next step eine Vereinigung für sich bleiben und dann erst im diesem mit Europa, Teile des arabischen Raums die zentrale Vereinigung bilden.da er rießig ist, voller Vielfalt, Ressourcen
und vorallem im Zentrum der Weltkarte liegt (Australien,Neuseeland auch), sprich eine gute Verbindung zu sämtlichen Kontinenten aufbauen kann.