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Thema: EU-Annäherung der Ukraine?

  1. #91
    Erfahrener Benutzer
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    Hier der Kommentar von MONITOR-Chef Georg Restle zum Nachlesen:
    "Was für ein verlogenes Spiel! Da wurde in Minsk eine Waffenruhe beschlossen, die schon am ersten Tag gebrochen wird. Und heute tun alle furchtbar empört und zeigen mit den Fingern aufeinander. Allen voran die deutsche Bundesregierung. Dabei war es die Kanzlerin selbst, die in Minsk abgenickt hat, was jetzt in Debalzewe bittere Realität wurde.
    Ja, das ist bitter – vor allem für die Menschen, die aus ihren Häusern vertrieben wurden und täglich ums Überleben kämpfen. Bitter aber auch für die deutsche Bundeskanzlerin, die in Minsk von Putin am Nasenring durch die Arena gezogen wurde.
    Schließlich war sie es, die in Minsk einem Aufschub des Waffenstillstands zugestimmt hat. Einem Aufschub, den die Separatisten brauchten, um militärisch Fakten zu schaffen. Die Eroberung Debalzewes hat Merkel stillschweigend in Kauf genommen.
    Die heutige Empörung der Bundesregierung ist politisches Theater. Ein Theater, das überspielen soll, dass die Bundeskanzlerin vor den Scherben ihrer Blitz-Diplomatie steht. Als begossener Pudel Putins, der sich auch noch öffentlich darüber lustig macht. Russlands Präsident hat den Europäern vorgeführt, dass er allein Herr im ostukrainischen Haus ist. Dass allein er darüber entscheidet, wann in der Ukraine Krieg oder Frieden herrscht. Und selbst wenn der Landhunger seiner Kämpfer vorübergehend gestillt sein sollte: Wer glaubt, die von Moskau unterstützten Separatisten werden sich damit dauerhaft zufrieden geben, der träumt einen gefährlichen Traum.
    Trotzdem gibt es zur Diplomatie keine Alternative. Auch wenn die Falken jetzt überall Morgenluft wittern. An einer Eskalation des Krieges kann keiner interessiert sein. Selbst wenn es mühsam scheint: In der Ukraine braucht es jetzt eine Diplomatie, die erstmal auf Sicht fährt. Wenn die Kanzlerin am Ende nicht völlig nackt da stehen will, dann muss sie jetzt wenigstens durchsetzen, dass die Einhaltung des Minsker Abkommens anständig überwacht wird. Oder ehrlich zugeben, wie begrenzt ihre Möglichkeiten sind."
    Georg Restle
    Ich stehe hinter jeder Regierung,
    bei der ich nicht sitzen muss,
    wenn ich nicht hinter ihr stehe.
    Werner Finck

  2. #92
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    Zitat Zitat von Towanda2 Beitrag anzeigen
    Hier der Kommentar von MONITOR-Chef Georg Restle zum Nachlesen:
    "Was für ein verlogenes Spiel! Da wurde in Minsk eine Waffenruhe beschlossen, die schon am ersten Tag gebrochen wird. Und heute tun alle furchtbar empört und zeigen mit den Fingern aufeinander. Allen voran die deutsche Bundesregierung. Dabei war es die Kanzlerin selbst, die in Minsk abgenickt hat, was jetzt in Debalzewe bittere Realität wurde.
    Ja, das ist bitter – vor allem für die Menschen, die aus ihren Häusern vertrieben wurden und täglich ums Überleben kämpfen. Bitter aber auch für die deutsche Bundeskanzlerin, die in Minsk von Putin am Nasenring durch die Arena gezogen wurde.
    Schließlich war sie es, die in Minsk einem Aufschub des Waffenstillstands zugestimmt hat. Einem Aufschub, den die Separatisten brauchten, um militärisch Fakten zu schaffen. Die Eroberung Debalzewes hat Merkel stillschweigend in Kauf genommen.
    Die heutige Empörung der Bundesregierung ist politisches Theater. Ein Theater, das überspielen soll, dass die Bundeskanzlerin vor den Scherben ihrer Blitz-Diplomatie steht. Als begossener Pudel Putins, der sich auch noch öffentlich darüber lustig macht. Russlands Präsident hat den Europäern vorgeführt, dass er allein Herr im ostukrainischen Haus ist. Dass allein er darüber entscheidet, wann in der Ukraine Krieg oder Frieden herrscht. Und selbst wenn der Landhunger seiner Kämpfer vorübergehend gestillt sein sollte: Wer glaubt, die von Moskau unterstützten Separatisten werden sich damit dauerhaft zufrieden geben, der träumt einen gefährlichen Traum.
    Trotzdem gibt es zur Diplomatie keine Alternative. Auch wenn die Falken jetzt überall Morgenluft wittern. An einer Eskalation des Krieges kann keiner interessiert sein. Selbst wenn es mühsam scheint: In der Ukraine braucht es jetzt eine Diplomatie, die erstmal auf Sicht fährt. Wenn die Kanzlerin am Ende nicht völlig nackt da stehen will, dann muss sie jetzt wenigstens durchsetzen, dass die Einhaltung des Minsker Abkommens anständig überwacht wird. Oder ehrlich zugeben, wie begrenzt ihre Möglichkeiten sind."
    Georg Restle
    Dem Zitat stimme ich insoweit weitgehend zu, außer dass Merkel die Eroberung von Debalzewe wissentlich in Kauf genommen hat.

    Das ukrainische Militär kann nicht mehr in Offensive gehen. Das dürfte den meisten klar sein. Es kann nur Stellungen halten so lange es geht und noch sinnvoll ist.
    Die Frontlinien müssen verkürzt werden.
    Im Rückwärtigen Frontbereich müssen Infrastrukturen und schnelle Eingreiftruppen stehen um bei Offensiven der Separatisten Frontabschnitte zu verstärken.
    Die Infrastrukturen müssen umfassen: A) vorrangig Evakuierung von Zivilbevölkerung aus umkämpften Gebieten, B) Nachschub an Kriegsmaterial an die Front und Verwundetenhilfe.

    Ansonsten ist momentan wegen fehlendem Rüstungsnachschub bei anhaltenden Kämpfen nur ein Zurücknehmen der Front möglich - wobei dann die Infrastruktur des zu räumenden Gebietes so zerstört sein sollte, dass es den Separatisten keinen wirklichen Nutzen bringt.

    Andererseits kenne ich Leute aus der Ukraine, die sagen: Was ist an einer Straße die durch Felder führt wichtig in der Ukraine? Die Straßen wurden 25 Jahre lang nie repariert, die sahen schon vor dem Krieg aus als hätte man sie zerbombt. Die Ukraine wurde seit ihrer Unabhängigkeit ausgeplündert. Man gab 2,4 Mrd USD im Jahr für das Militär aus, es kamen beim Militär aber nur 0,5 Mrd USD an. Weil die Soldaten früher hungerten verkauften sie Metallteile aus Panzern auf Schrottplätzen um etwas essbares dafür kaufen zu können.
    Die Militärausrüstung sei kompletter Schrott, von angeblich 2.500 Panzern seien höchstens 400 einsatzfähig gewesen.
    Das Militär musste auf dem Wege in die Ostukraine sogar an der Straße Spenden einsammeln, um die Panzer und LKW betanken zu können.

  3. #93
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    Donezk: Lage an Trennlinie im Donbass normalisiert sich – kein Sturm auf Mariupol



    http://de.sputniknews.com/militar/20...301197860.html
    Ich stehe hinter jeder Regierung,
    bei der ich nicht sitzen muss,
    wenn ich nicht hinter ihr stehe.
    Werner Finck

  4. #94
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    Zitat Zitat von Towanda2 Beitrag anzeigen
    Donezk: Lage an Trennlinie im Donbass normalisiert sich – kein Sturm auf Mariupol



    http://de.sputniknews.com/militar/20...301197860.html
    Ich bin mal gespannt drauf, ob wirklich keine weitere Eskalation kommt.

    Das größte Problem der Ukraine ist, dass es veraltete Militärtechnik besitzt und diese nicht einmal mehr funktioniert.
    Bzw das eigentliche Problem ist, dass Ausgaben für das Militär nie beim Militär ankamen.

    Estland zB hat das Problem nicht. Estland gab jedes Jahr 2 % des BIP für Militär aus, da versickerte nichts. Ihr Militär umfasst nur 3.800 Mann, aber ich denke fast, dass die ukrainische Armee dieser kleinen Streitmacht unterlegen wäre.
    Man braucht modernes Gerät und gut Ausgebildete, die das Gerät bedienen können. Dann hält man Feind auf Abstand. Schnell zusammengewürfelte Rekruten sichern dann nur gegen Nahkampf und laufen vor, wenn die Master-of-Desaster das Feld leer geräumt haben.

    Das hat Ukraine denke noch nicht begriffen. Sie verheizen ihre Leute lieber. Andererseits kann man gut Ausgebildete auf moderne Waffen nicht von heute auf morgen einsetzen. Das bedingt eine Vorlaufzeit von 6-12 Monaten - die Zeit hatte Ukraine nicht.
    Sie hätten gleich nach Maidan 500-750 Mio USD pro Monat in Armee stecken sollen und diese neu organisieren. Alte Bestände vorschicken und im Hinterfeld neue Truppen mit neuem Gerät ausbilden, dann könnten sie heute die neue Armee mit schätzungsweise 8.000 gut Ausgebildeten und mit modernem Gerät ausgestattete Armee vorsenden und diese mit Rekruten verstärken, und sich Respekt gegenüber Rußland erwerben.

    Litauen und Lettland haben übrigens die Situation auch verpennt...

    Die Finnen haben Estland gezeigt wie kleine Länder sich verteidigen können. Die Esten haben es kopiert. Es ist höchst effizient.
    Einzige große Angriffsfläche bieten Internet-Attacken auf Estland, da sind sie sehr verwundbar, weil es läuft in Estland ohne Internet und Computer fast gar nichts.

  5. #95
    Erfahrener Benutzer
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    Ich bin mal gespannt drauf, ob wirklich keine weitere Eskalation kommt.
    Ja...das erspart den Tatort heute am Sonntag !?
    Ich stehe hinter jeder Regierung,
    bei der ich nicht sitzen muss,
    wenn ich nicht hinter ihr stehe.
    Werner Finck

  6. #96
    Administrator Avatar von tdd
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    Hi
    was bleibt uns auch anderes übrig? Wir sind doch auch nur interessierte und gleichzeitig entsetzte Zuschauer.
    mfg
    tdd

  7. #97
    Erfahrener Benutzer
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    Mehr entsetzt als interessiert.....
    Ich stehe hinter jeder Regierung,
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    wenn ich nicht hinter ihr stehe.
    Werner Finck

  8. #98
    Quer
    Gast
    Ich schließe mich Towanda2 an. Es geht um den Frieden, um viele Tote ( oder Lebende ). Es geht weniger um Siegen oder Verlieren oder gar um die Aufregung, was wohl als nächstes passiert. Es geht um Frieden und das Leben von vielen Menschen und vielleicht sogar am Ende um unser eigenes.

  9. #99
    Erfahrener Benutzer
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    Stimmt...es geht auch vielleicht um unser aller Leben !
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    wenn ich nicht hinter ihr stehe.
    Werner Finck

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