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Thema: Freihandelszone USA - EU: Wozu?

  1. #1
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    Freihandelszone USA - EU: Wozu?

    Obamas Vorstellungen von einer Freihandelszone USA - EU lösten in der vergangenen Woche teilweise regelrecht Verzückung aus. Gerade Deutschland drängte auf einen möglichst schnellen Beginn der Verhandlungen.
    ich mag die Vorteile noch nicht zu erkennen und erwarte gar in der Agrarwirtschaft schwere Nachteile z. B. für die deutschen Landwirte.
    Lasst uns Pro und Contra-Argumente zusammentragen und diskutieren.
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
    Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander)
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  2. #2
    Administrator Avatar von tdd
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    Hi
    ich stehe der Freihandelszone positiv gegenüber. Großer Profiteur wird die (deutsche) Industrie sein. Deutsche Produkte laufen in den USA gut. Durch Wegfall von Zöllen werden sie noch besser laufen. Vorbild ist hier die Freihandelszone mit Südkorea. Auch hier gab es große Befürchtungen, dass uns die fleißigen Koreaner mit ihren Produkten überrollen würden. Doch dies ist nicht der Fall. Es ist ein gesunder Handel entstanden. Gleiches erhoffe ich von der Freihandelszone USA - EU.

    An die Landwirtschaft habe ich bisher gar nicht gedacht. Aber da amerikanische Landwirtschaft stark mit Gentechnik in Verbindung gebracht wird, werden solche Produkte in Europa nur schwer an den Mann zu bringen sein. Eine saubere Kennzeichnung im Supermarkt ist natürlich Voraussetzung. Das ist jedoch ein anderes leidiges Thema.
    mfg
    tdd

  3. #3
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    Zitat Zitat von tdd Beitrag anzeigen
    An die Landwirtschaft habe ich bisher gar nicht gedacht. Aber da amerikanische Landwirtschaft stark mit Gentechnik in Verbindung gebracht wird, werden solche Produkte in Europa nur schwer an den Mann zu bringen sein. Eine saubere Kennzeichnung im Supermarkt ist natürlich Voraussetzung. Das ist jedoch ein anderes leidiges Thema.
    da stehst Du nicht allein, an die Agrarwirtschaft der EU denkt man zumeist erst, wenn es um deren Haushalt und dessen größten Einzeletat oder irgendwelche "Nahrungsmittelskandale" geht, so wie jetzt die kollektive Pferdefleisch-Paranoia (Aber Lebensmittelfalsifizierungen bzw. - deklarierung wäre tatsächlich wieder ein Thema für sich, was ich aber eher weniger erörtern will. Denn da findet man für den durchschnittlichen Verbraucher unzählige Anfänge und nirgendwo ein Ende! ).
    Und die USA, die sind in der Landwirtschaft nicht nur "grüne Gentechnik" (gegen welche in Europa m. E. eh vor allem die deutschen Verbraucher Widerstand leisten), sondern auch ein fragwürdig Ding beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder dem Einsatz von Wachstumsförderern in der Tiermast. Da rollt im Falle des Falle nicht nur in der Grenzwertproblematik etwas auf die europäischen Erzeuger zu.
    Da ist Pferdefleisch-Lasagne ein schwach duftendes, lauwarmes Lüftchen dagegen,, auch Furz genannt.
    Könnte mir daher vorstellen, dass das die Vermutung stimmt, die Agrarwirtschaft werde man prinzipiell in der ersten Phase der Freihandelsverhandlungen ausklammern.
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  4. #4
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    prinzipiell ja

    Zitat Zitat von Detlef05 Beitrag anzeigen
    Obamas Vorstellungen von einer Freihandelszone USA - EU lösten in der vergangenen Woche teilweise regelrecht Verzückung aus. Gerade Deutschland drängte auf einen möglichst schnellen Beginn der Verhandlungen.
    ich mag die Vorteile noch nicht zu erkennen und erwarte gar in der Agrarwirtschaft schwere Nachteile z. B. für die deutschen Landwirte.
    Lasst uns Pro und Contra-Argumente zusammentragen und diskutieren.
    50:50 - oder schlechter.

    Man muss sehen, dass dies kein großer liberaler Akt für die Menschheit werden soll - die Motivation ist im Gegenteil sehr konservativ.

    Es soll eine Abschottung gegen die chinesische Marktmacht werden. Die müssen wir deutschen aber gar nicht unbedingt fürchten - wir gründen jetzt schon einen großen Teil unserer Produktivität und unseres Wohlstandes auf gute Geschäfte mit den Chinesen.

    Unser Bildungsbürgertum beschert uns die Marktmacht tausender kleiner technologieführender Firmen und gerade in China lassen sich deutsche Anlagentechnik und Dienstleistung hervorragend vermarkten. Eine Abschottung gegen China - die evtl. aus so einem Abkommen resultierte währe für die deutsche Wirtschaft schädlich.

    Es kann sein, dass sich das bald ändert, denn die intellektuelle Stärke der Chinesen wächst fast schneller als ihre Wirtschaft - nur sind dort die selben Tendenzen wie in den USA zu sehen - es gibt eine brillante Bildungselite und Arbeitsdrohnen - in Deutschland gibt es neben vielen Uni Absolventen auch sehr gut ausgebildete Techniker, Meister etc...

    Es ließe sich argumentieren, dass wir so an den sehr niedrigen Primärenergiekosten der Ammis teilhaben können, indem wir z.B. Aluminium eher dort kaufen etc... aber die Preise für Öl und Gas sind sowieso eher fungibel - d.h. die Rohstoffpreise für z.B. fossile Brennstoffe werden wohl sowieso fallen.
    A human being should be able to change a diaper, plan an invasion, butcher a hog, conn a ship, design a building, write a sonnet, balance accounts, build a wall, set a bone, comfort the dying, take orders, give orders, cooperate, act alone, solve equations, analyze a new problem, pitch manure, program a computer, cook a tasty meal, fight efficiently, die gallantly. Specialization is for insects."
    Robert Anson Heinlein

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