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Thema: Grundschul-Ländervergleich: Muster ohne Wert?

  1. #1
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    Grundschul-Ländervergleich: Muster ohne Wert?

    Die Spitzenplätze der Bundesländer Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Baden-Württemberg (Südländer) bei der Grundschul-Ländervergleichsstudie zu den Lese- und Rechenfähigkeiten haben dort u. a. bei Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Haseloff wahre Stürme der Selbstgefälligkeit ausgelöst.
    Wie gewohnt die Schlusslichter die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen.
    Ernüchterung seitens der GeW: Seit Jahren dieselbe Studie mit immer den gleichen Ergebnissen, aber niemals eine analytische Untersetzung, was die ewig Letzten methodisch anders machen müssten, um zu den Führenden auszuschließen.
    Sicher verstehen von der Materie andere hier mehr als ich. Was wäre also zu tun?
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
    Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander)
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  2. #2
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    Anteil der Personen mit Migrationshintergrund :
    Bremen 27,8%
    Berlin 24,3%
    Hamburg 27,4%

    Sachsen-Anhalt 1,9%

  3. #3
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    Zitat Zitat von Detlef05 Beitrag anzeigen
    Die Spitzenplätze der Bundesländer Bayern, Sachen, Sachen-Anhalt, ...
    Das sind ja Sachen.

  4. #4
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    Zitat Zitat von zarakthuul Beitrag anzeigen
    Anteil der Personen mit Migrationshintergrund :
    Bremen 27,8%
    Berlin 24,3%
    Hamburg 27,4%

    Sachsen-Anhalt 1,9%
    In der heutigen Sendung von "Campus und Karriere" des DLF wurde ausdrücklich betont, dass es keine Korrelation zwischen den Lese- und Rechenfähigkeiten der Grundschüler und diesem Faktor gibt.
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  5. #5
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    Zitat Zitat von zarakthuul Beitrag anzeigen
    Anteil der Personen mit Migrationshintergrund :
    Bremen 27,8%
    Berlin 24,3%
    Hamburg 27,4%

    Sachsen-Anhalt 1,9%
    Das sind falsche Zahlen und vermütlich auch der allgemeine Anteil an der Gesamtbevölkerung, für die Auswertung ist viel interessanter welchen Hintergrund der jeweils untersuchte Jahrgang hat. Hier die Zahlen aus der Studie:

    Anteil der Viertklässler mit Zuwanderungshintergrund

    Berlin: 35,6%
    Bremen: 41,6%
    Hamburg: 43,8%
    Hessen: 32,2%
    Baden-Württemberg: 29,1%
    Bayern: 24,6%
    Sachsen: 6,6%

    Die allermeisten dieser Kinder sind in Deutschland geboren (~90%), also in der 2. Generation in Deutschland.

    Lesekompetenz BRD Mittelwert:
    beide Elternteile in D geboren: 514
    ein Elternteil in D geboren: 489
    beide Elternteile im Ausland geboren: 460

    Der Abstand von 54 Punkten entspricht fast genau dem zu erwartenden Leistungszuwachs in einem Schuljahr (=61 Punkte). Diese Abweichung zwischen den beiden Extremgruppen ist in allen Ländern gegeben mit 70 Punkten in Berlin am stärksten ausgeprägt und mit 48 Punkten in BaWü am geringsten. Auffällig ist außerdem dass die Unterschiede mit abnehmender Leistungsstärke zunehmen. Der mittlere Unterschied zwischen den Leistungsstärksten Kindern ohne Migrationshintergrund und den Leistungsstärksten mit einem ausländischen Elternteil beträgt gerademal 3 Punkte. Der Unterschied zwischen den Schwächsten beträgt 41 Punkte.

    "Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die zuwanderungsbezogenen Disparitäten für Schülerinnen und Schüler mit zwei im Ausland geborenen Elternteilen in allen Ländern und in allen Kompetenzbereichen am stärksten ausgeprägt sind. Verglichen mit den im Mittel von der dritten bis zur vierten Jahrgangsstufe zu erwartenden Leistungszuwächsen entsprechen sie in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt im Lesen etwa einem Schuljahr, im Zuhören etwas mehr als einem Schuljahr und in Mathematik etwa zwei Drittel eines Schuljahres. Die Kompetenzrückstände von Schülerinnen und Schülern mit einem im Ausland und einem in Deutschland geborenen Elternteil sind jeweils nur etwa halb so groß und nicht in allen Ländern signifikant."

    Bildungsniveau nach Herkunft der Eltern aufgeschlüsselt:

    Land - ein Elternteil - beide Elternteile
    Türkei - 443 - 421
    ehem. Sowjetunion - 482 - 481
    Polen - 494 - 484
    ehem. Jugoslawien - 481 - 445
    andere Länder - 510 - 471

    "In Bezug auf die Familiensprache zeigt sich, dass Kinder mit einem im Ausland geborenen Elternteil in den meisten Herkunftsgruppen überwiegend angeben, zu Hause „immer Deutsch“ zu sprechen, wohingegen Kinder mit zwei im Ausland geborenen Elternteilen überwiegend angeben, zu Hause „manchmal Deutsch“ zu sprechen. In Familien, in denen ein Elternteil in der Türkei geboren ist, wird zu Hause überwiegend „manchmal Deutsch“ gesprochen. In allen untersuchten Herkunftsgruppen liegt der Anteil der Kinder, die zu Hause „nie Deutsch“ sprechen, bei unter 10 Prozent. Bei den untersuchten Merkmalen des familiären Hintergrunds sind durchgängig die Unterschiede für aus der Türkei zugewanderte Familien am größten."

    weiter

    "Den Ergebnissen der deskriptiven Analysen entsprechend, zeigt sich für den Kompetenzbereich Lesen in Modell 1, dass die größten Kompetenznachteile für Kinder bestehen, deren Familien aus der Türkei zugewandert sind (vgl. Tabelle 9.5). Diese Differenz ist bei Kindern mit zwei im Ausland geborenen Elternteilen besonders ausgeprägt, aber auch bei Kindern mit einem im Ausland geborenen Elternteil noch erheblich. Für Kinder, deren Eltern beide in der ehemaligen Sowjetunion, im ehemaligen Jugoslawien oder in einem anderen Land geboren sind, sind ebenfalls signifi kante Kompetenznachteile zu verzeichnen. Hingegen weisen Kinder mit nur einem aus diesen Ländern zugewanderten Elternteil keine signifi kanten Kompetenznachteile auf. Dasselbe gilt für Kinder, deren Familien aus Polen zugewandert sind, und zwar unabhängig davon, ob nur ein Elternteil oder ob beide Elternteile aus Polen stammen. Werden in der Analyse das Bildungsniveau der Eltern und der sozioökonomische Status der Familien statistisch kontrolliert (Modell 2 in Tabelle 9.5), reduzieren sich die Disparitäten insbesondere bei Kindern mit zwei im Ausland geborenen Elternteilen in allen Gruppen deutlich. Für türkischstämmige Schülerinnen und Schüler sowie für Kinder, deren Eltern aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen, sind sie jedoch weiterhin groß und statistisch bedeutsam. Kontrolliert man zusätzlich noch die in der Familie gesprochene Sprache (Modell 3 in Tabelle 9.5), sind nur noch die Unterschiede für türkischstämmige Kinder, deren Eltern beide in der Türkei geboren sind, statistisch signifi kant. Die Kompetenznachteile einiger anderer Teilgruppen sind ebenfalls groß, sie lassen
    sich jedoch aufgrund der geringen Fallzahlen nicht gegen den Zufall absichern."

    Also grundsätzlich hat Detlef Recht, wenn wir von ein paar Auffälligkeiten in türkischstämmigen Familien absehen!

    Link zur Studie: http://www.iqb.hu-berlin.de/institut/news?pg=n009

  6. #6
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    Zitat Zitat von Detlef05 Beitrag anzeigen
    Ernüchterung seitens der GeW: Seit Jahren dieselbe Studie mit immer den gleichen Ergebnissen, aber niemals eine analytische Untersetzung, was die ewig Letzten methodisch anders machen müssten, um zu den Führenden auszuschließen.
    Sicher verstehen von der Materie andere hier mehr als ich. Was wäre also zu tun?
    Ganz einfach: CDU wählen ! Bildung ist bekantlich Ländersache und die Gemeinsamkeit der führenden Südländer ist, dass sie in den letzten 20 Jahren ausschließlich oder zumindest überwiegend Unions-geführte Regierungen hatten.

    Die GEW stellt den Sinn des Ländervergleichs in Frage weil immer wieder dieselben Länder an der Sptze stehen und dieselben Länder am Ende. Mit dieser Argumentation könnte man auch jeden Armutsbericht in Frage stellen weil der immer wieder zeigt, dass die Menschen mit dem geringsten Einkommen arm sind...
    "The government's view of the economy can be summed up in a few short phrases: If it moves, tax it. If it keeps moving, regulate it. And if it stops moving, subsidize it." - Ronald Reagan

  7. #7
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    Zitat Zitat von Aslan Beitrag anzeigen
    Ganz einfach: CDU wählen ! Bildung ist bekantlich Ländersache und die Gemeinsamkeit der führenden Südländer ist, dass sie in den letzten 20 Jahren ausschließlich oder zumindest überwiegend Unions-geführte Regierungen hatten.

    Die GEW stellt den Sinn des Ländervergleichs in Frage weil immer wieder dieselben Länder an der Sptze stehen und dieselben Länder am Ende. Mit dieser Argumentation könnte man auch jeden Armutsbericht in Frage stellen weil der immer wieder zeigt, dass die Menschen mit dem geringsten Einkommen arm sind...
    Öhm, Sachsen-Anhalt hat seit glaube 15 oder 20 Jahren keine CDU-Regierung mehr

    Meiner Meinung nach hängt es schon zum Teil mit Migrationshintergrund zusammen und wie Kinder beaufsichtigt werden.

    Im Osten ist Beaufsichtigung in der Schule stärker ausgeprägt, sowie auch in Bayern und Baden-Württemberg (dort über Vereine und Kirche)

  8. #8
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    Sachsen-Anhalt ist schon seit über 10 Jahren CDU-Regiert

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