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Thema: E-Akte der BAA: Top oder Flop?

  1. #1
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    E-Akte der BAA: Top oder Flop?

    Nach jahrelanger (!), teurer (?) Vorlauf- und Testphase wird mit der E-Akte der Bundesagentur für Arbeit heute ein neues Element gesellschaftlicher Digitalisierung Wirklichkeit.
    Über 22 Millionen sogenannt "Fallakten", gespickt mit persönlichen Daten der "Kunden" der Arbeitsagentur werden für einen schnelleren, ortsungebundenen und erklärtermaßen unbürokratischen Zugriff digitalisiert.
    Über die Dimensionen und den tatsächlichen Nutzen, aber ebenso die Gefahren des Vorhabens wurde öffentlich wenig bekannt, auch das Kosten-Nutzenverhältnis für die öffentliche Hand wird nicht beziffert.
    Ob das System nun tatsächlich die Vermittlungschancen Arbeitssuchender verbessert, die Kommunikation zwischen Arbeitsagenturen und Jobcentern wesentlich verbessert und spürbar Bürokratie abbaut, muss bezweifelt werden.
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
    Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander)
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  2. #2
    Benutzer
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    Muss es das?
    Warum soll eine Digitalisierung - die in der freien Wirtschaft seit Jahren läuft - in der öffentlichen Verwaltung plötzlich der Teufel sein?

    Die Kreiswehrersatzämter haben am Ende auch digitalisiert gearbeitet, wahre Datenberge wurden da bewegt - zum Vorteil der Wehrpflichtigen, denn Entscheidungsprozesse liefen schneller und mit weniger Reibungsverlusten und so kam jeder schnell zu Planungssicherheit - der Wehrpflichtige genau so wie der Bund!

    Nicht alles was die öffentliche Hand tut muss von vornherein angezweifelt werden!
    Der Herr gebe mir Kraft, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann und die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden.

  3. #3
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    Zitat Zitat von Moses Beitrag anzeigen
    Muss es das?
    Warum soll eine Digitalisierung - die in der freien Wirtschaft seit Jahren läuft - in der öffentlichen Verwaltung plötzlich der Teufel sein?

    Die Kreiswehrersatzämter haben am Ende auch digitalisiert gearbeitet, wahre Datenberge wurden da bewegt - zum Vorteil der Wehrpflichtigen, denn Entscheidungsprozesse liefen schneller und mit weniger Reibungsverlusten und so kam jeder schnell zu Planungssicherheit - der Wehrpflichtige genau so wie der Bund!

    Nicht alles was die öffentliche Hand tut muss von vornherein angezweifelt werden!
    Ja, denn es geht dabei ja nicht um eine einfache Datenverwaltung, sondern deren Beitrag zur Wiedereingliederung Arbeitssuchender auf dem ersten Arbeitsmarkt, wie es so schön heißt.
    Eine Analogie zwischen Kunden der BAA und der Wehrverwaltung sehe ich da nicht.
    Die nun voranschreitende E-Akte ist kostspielig, kann aber per se und natürlich nicht das leisten, was eigentlich gefragt ist: Vollwertige (nicht prekäre) sv-pflichtige Arbeitsverhältnisse.
    Im einzelnen kann ich es nur hier vor Ort beurteilen: Da ist es aber so, dass die E-Akte der BAA besonders für vom örtlichen Job-Center betreute Langzeitarbeitslose völlig wertlos ist.
    Und noch sinnloser wäre sie, wenn sie ebenso wie bisher die herkömmliche Akte nach dreijähriger Archivierung gelöscht wird und ggf. alle von vorn beginnt. Mit teilweise unangenehmen Folgen für den Betroffenen.

    Aber um der Konstruktivität willen: In vielen Fällen wäre eine effiziente, kosten- und für alle Seiten Zeit sparende Beratung von Arbeitssuchenden durch die Fallmanager via Videotelefonie von Nutzen.
    Das aber bleibt bisher aus.
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  4. #4
    Benutzer
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    So weit ich weiß wurden auch bisher schon die wesentlichen Teile der Arbeitsvermittlung per EDV erledigt. D.h., über den Kunden gab es auch bisher schon eine Datei, in der seine Qualifikationen, Kompetenzen, Fähigkeiten, etc. gespeichert waren und mit den Anforderungen offener Stellen abgeglichen werden konnten. Deshalb würde auch mich mal interessieren, welche zusätzlichen Daten nun noch digitalisiert werden und welchen zusätzlichen Nutzen Kunde und Arbeitsagentur daraus ziehen können.

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