Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 23

Thema: Abiturienten studierunfähig?

  1. #1
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
    Registriert seit
    01.09.2008
    Beiträge
    5.101

    Frage Abiturienten studierunfähig?

    Gestern verfolgte ich im Deutschlandfunk in der Reihe "Campus und Karriere" eine Debatte zum Thema "Sind die deutschen Abiturienten studierunfähig?".
    Ausgangspunkt war die Feststellung, dass in einer Umfrage 44 % der deutschen Hochschulprofessoren geäußert hätten, die in die Hochschulen strebenden Abiturienten seien studierunfähig.
    Anschließend drehte sich das Gespräch um ein Übergangsjahr, welches wahlweise refreshment year, studium naturale oder foundation year genannt und als mehrheitlich notwendig angesehen wurde.
    Nur am Rande: Das foundation year an einer Privatuniversität kostet den (Studenten)Eltern 23.000 EURO.
    Wie denkt Ihr darüber?
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
    Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander)
    Politisches Salzland
    Timirjasev-Verein

  2. #2
    Benutzer
    Registriert seit
    13.05.2011
    Beiträge
    1.179
    Zitat Zitat von Detlef05 Beitrag anzeigen
    Ausgangspunkt war die Feststellung, dass in einer Umfrage 44 % der deutschen Hochschulprofessoren geäußert hätten, die in die Hochschulen strebenden Abiturienten seien studierunfähig.
    Nur zum besseren Verständnis: Ist die Aussage so korrekt? Oder ist sie etwa missverständlich formuliert?

    So wie ich es lese, haben 44 % aller befragten Professoren geäußert, dass alle Abiturienten studierunfähig seien. Oder soll es so verstanden werden, dass im Schnitt die Professoren meinten, dass 44 % der Abiturienten unfähig seien?

  3. #3
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
    Registriert seit
    01.09.2008
    Beiträge
    5.101
    Zitat Zitat von Beton Beitrag anzeigen
    Nur zum besseren Verständnis: Ist die Aussage so korrekt? Oder ist sie etwa missverständlich formuliert?

    So wie ich es lese, haben 44 % aller befragten Professoren geäußert, dass alle Abiturienten studierunfähig seien. Oder soll es so verstanden werden, dass im Schnitt die Professoren meinten, dass 44 % der Abiturienten unfähig seien?
    Nein, es wurde so geäußert: 44 von 100 Hochschulprofessoren meinen, dass die Abiturienten in Dt. studienunfähig seien. Das Attribut "alle" fiel dabei nicht.
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
    Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander)
    Politisches Salzland
    Timirjasev-Verein

  4. #4
    Administrator Avatar von tdd
    Registriert seit
    26.11.2003
    Beiträge
    1.387
    Hi
    ich kann jetzt nur aus der Erfahrung der technische Studienrichtungen das beurteilen. Schule und Uni/FH sind einfach komplett unterschiedliche Welten. In der Schule ist die mündliche Beteiligung sehr hoch bewertet (locker 50% der Zeugnisnote). An der Uni/FH interessiert das aber keine Sau. Da zählen am Ende nur die Noten für die schriftlichen Klausuren und vielleicht der eine oder andere Laborbericht. Eine Note für die mündliche Beteiligung gibt es gar nicht. So kommt es natürlich dass die Laberheinis, die schriftlich am Gymnasium nicht durchgekommen würden, ihre Noten mit ihrer mündlichen Note deutlich aufbessern. Die Fallen dann natürlich auf der Uni/FH schnell durch.

    So gesehen bereitet die Schule die angehenden Studenten schlecht auf das Studium vor. Aber in der Arbeitswelt ändert sich das wieder. Hier kommen die wortgewandten auch leichter voran als der stille aber fleißige Arbeiter. In sofern sitzen die Unis/FHs auch auf einem hohen Ross und sollten überlegen, ob ihre Lehrmethoden denn an der wirklichen Berufswelt angepasst sind.
    mfg
    tdd

  5. #5
    Zitat Zitat von Detlef05 Beitrag anzeigen
    Nein, es wurde so geäußert: 44 von 100 Hochschulprofessoren meinen, dass die Abiturienten in Dt. studienunfähig seien. Das Attribut "alle" fiel dabei nicht.
    Sagt das nun etwas über die Studierenden aus oder über die befragten Professoren?
    Ich will immer mehr lernen, das Nothwendige an den Dingen als das Schöne sehen: – so werde ich Einer von Denen sein, welche die Dinge schön machen. Amor fati: das sei von nun an meine Liebe!
    - Nietzsche

  6. #6
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
    Registriert seit
    01.09.2008
    Beiträge
    5.101
    Zitat Zitat von SchinTeth Beitrag anzeigen
    Sagt das nun etwas über die Studierenden aus oder über die befragten Professoren?
    Eine sehr gute Anmerkung.
    Auch eine der Diskutierenden, eine Hochschulprofessorein, meinte, schon als sie Studentin wurde, äußerten die Profs Ähnliches über ihre Generation. Nur bleibt eben das Thema und ihren Kollegen widersprach sie eben nicht.
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
    Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander)
    Politisches Salzland
    Timirjasev-Verein

  7. #7
    Benutzer
    Registriert seit
    13.05.2011
    Beiträge
    1.179
    Zitat Zitat von Detlef05 Beitrag anzeigen
    Nein, es wurde so geäußert: 44 von 100 Hochschulprofessoren meinen, dass die Abiturienten in Dt. studienunfähig seien. Das Attribut "alle" fiel dabei nicht.
    Ok. Na, wenn das Attribut "alle" auch nicht explizit fiel, aber "die Abiturienten" ist eine Pauschalierung, die nach allgemeinem Verständnis "alle" meint. Zumindest sollte man bei einem Hochschulprofessor davon ausgehen, dass er sich über die Bedeutung seiner Formulierung im Klaren ist.

    Also, ich bin davon überzeugt, dass diese 44 Prozent Unsinn erzählen. Dass es auf einen Teil der Studierenden zutrifft, zweifele ich nicht an. Aber in der vorliegenden Pauschalierung ist das gewiss Blödsinn.

  8. #8
    Benutzer
    Registriert seit
    20.09.2011
    Beiträge
    90
    Zitat Zitat von tdd Beitrag anzeigen
    So gesehen bereitet die Schule die angehenden Studenten schlecht auf das Studium vor. Aber in der Arbeitswelt ändert sich das wieder. Hier kommen die wortgewandten auch leichter voran als der stille aber fleißige Arbeiter. In sofern sitzen die Unis/FHs auch auf einem hohen Ross und sollten überlegen, ob ihre Lehrmethoden denn an der wirklichen Berufswelt angepasst sind.
    Sehr gut gesagt und äußerst zutreffend. Es ist doch immer so dass man zu erst immer bei anderen die "Schuld" sucht bevor man sich an die eigene Nase packt.

    Zitat Zitat von Beton Beitrag anzeigen
    Also, ich bin davon überzeugt, dass diese 44 Prozent Unsinn erzählen. Dass es auf einen Teil der Studierenden zutrifft, zweifele ich nicht an. Aber in der vorliegenden Pauschalierung ist das gewiss Blödsinn.
    Seh ich genau so. So wie jede Pauschalisierung entspricht auch diese nicht der Realität.

    @Detlef05: Ich hätte eine Frage bezüglich des "Vorbereitungsjahrs". Soll das "nur" was an Privatunis kosten oder auch auf staatlichen? Privatuni = Klassengesellschaftsuni ist klar, aber an staatlichen Unis/FHs dafür noch Extrakosten beantragen ist Unfug und grad nur ein Hirngespennst von mir oder?!

    MfG
    -Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten,und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein können-

  9. #9
    Zitat Zitat von Detlef05 Beitrag anzeigen
    Eine sehr gute Anmerkung.
    Auch eine der Diskutierenden, eine Hochschulprofessorein, meinte, schon als sie Studentin wurde, äußerten die Profs Ähnliches über ihre Generation. Nur bleibt eben das Thema und ihren Kollegen widersprach sie eben nicht.
    Danke, wir sind uns ja auch hin und wieder einig :P

    Ich meine, was bedeutet "studierunfähig", soweit ich sehe bekommen jedes Jahr n Haufen Leute ihr Diplom und es erscheint mir auch nicht wirklich so, als würde man diese gerade verschenken.

    Ich frage mich auch, was die Professoren zu so einer Aussage treibt, ist es nicht ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Studierenden etwas lernen und fähig werden? Ich glaube, da wird ein Problem angesprochen, durchaus, aber es liegt vielleicht weniger bei den Studierenden als vielleicht eher bei den Lehrenden.
    Ich will immer mehr lernen, das Nothwendige an den Dingen als das Schöne sehen: – so werde ich Einer von Denen sein, welche die Dinge schön machen. Amor fati: das sei von nun an meine Liebe!
    - Nietzsche

  10. #10
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.09.2007
    Beiträge
    883
    Zitat Zitat von Detlef05
    Anschließend drehte sich das Gespräch um ein Übergangsjahr, welches wahlweise refreshment year, studium naturale oder foundation year genannt und als mehrheitlich notwendig angesehen wurde.
    Wie denkt Ihr darüber?
    Wenn Abiturienten nicht studierfähig sind, sollte man sich stattdessen mal lieber Gedanken darüber wie man das Abitur derart verbessern kann dass es einen besser auf das Studieren an der Universität vorbereitet.

    Gab es denn in der Sendung irgendwelche Meinungen was sich die unfähigen Abiturienten in diesen tollen Erfrischungsjahr aneignen sollen ?

    Zitat Zitat von SchinTeth Beitrag anzeigen
    Ich meine, was bedeutet "studierunfähig", soweit ich sehe bekommen jedes Jahr n Haufen Leute ihr Diplom und es erscheint mir auch nicht wirklich so, als würde man diese gerade verschenken.
    Andererseits gibt es natürlich ziemlich hohe Studienabbrecherquoten, gerade in den Naturwissenschaften/Ingenieurswissenschaften wo das so ziemlich jeder dritte/vierte ist.
    (wobei natürlich auch diverse andere Gründe zum Studienabbruch beitragen können)

Ähnliche Themen

  1. Uni Frankfurt nimmt ausschließlich Abiturienten an
    Von Fokker im Forum Schule, Hochschule und Wissenschaft
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 02.02.2008, 12:56
  2. Azubi-Abiturienten
    Von Fokker im Forum Gesellschaft
    Antworten: 64
    Letzter Beitrag: 30.09.2006, 17:19

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •