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Thema: Wo liegt der Denkfehler?

  1. #1
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    Wo liegt der Denkfehler?

    Mit dem Atom-Debakel von Japan und dem Laufzeitenmoratorium für die AKW hierzulande kulminierte auch die Debatte um die zukünftige strukturelle Gestaltung der Energieversorgung .
    Geradezu reflexartig wurde dabei ein drohender Wegfall von AKWs für die Grundversorgung und der Ausbau der EE inklusive der infrastrukturellen Subsysteme (Energieleitungsnetz, Stromspeichermöglichkeiten) mit einem dann drohenden, heftigen Strompreisanstieg verknüpft.
    Zeitgleich wird zwar logisch dargestellt, dass spürbare und tatsächlich realisierbare Verbrauchseinschränkungen bei Elektroenergie gesamtgesellschaftlich ohne Verlust an Lebensqualität möglich wären.
    Zugleich wird aber m. E. verschwiegen, dass eine Reduzierung des Stromverbrauchs auf einem oligopolen Markt zwecks Erhaltes der Firmenumsätze und -gewinne, wenn nicht gar wegen derer systembedingten Steigerung, keinesfalls Preisbeibehaltung bedeutet. Auch hier würden die Marktanbieter ihr Produkt verteuern.
    Das beweisen nicht zuletzt die Entwicklungen bei Wasser/Abwasser, Verkehr und Abfallbeseitigung.
    Damit stellt sich die Frage, ob neben einer Dezentralisierung der Versorgungsmedienerzeugung nicht auch die Verstaatlichung/Kommunalisierung z. B. der Energieversorger ein Ausweg wäre?
    Warum ist der Staat/die Kommune per se nicht dazu in der Lage, ein Unternehmen gewinn(zum Nutzen seiner/ihrer Bürger)orientiert zu führen?
    Warum soll ein öffentlich geführtes Unternehmen weniger effizient und keineswegs marktorientiert sein?
    Sind wir nur nicht in der Lage bzw. nicht willens die von Marktideologen wie z. B. Herrn Brüderle geworfenen Nebelbomben zu durchschauen?
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
    Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander)
    Politisches Salzland
    Timirjasev-Verein

  2. #2
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    So lange die Parteien öffentliche Betriebe als Politikerversorgungsanstalten betrachten, so lange sind öffentliche Unternehmen i.d.R. ineffizient.
    Leider ist die Neigung, Leitungsposten nach Parteibuch zu vergeben, Qualifikation also nachrangig zu bewerten, groß.

    Ein anderes Thema ist die Verringerung des Elektroenergieverbrauchs.
    Die AKW sind nahe an den Verbrauchern, also an den großen Industriestandorten.
    Da hilft der Verzicht auf Standby am Fernseher wenig.
    Bei einer Komplettabschaltung aller AKW müssten besonders die Nord-Süd-Trassen deutlich leistungsfähiger sein. Das ist nicht von heute auf morgen zu machen. Zumal gegen den Neubau regelmäßig Bürgerinitiativen auftreten. Planungs- und Bauzeiten von teilweise mehr als 20 Jahren zeigen den notwendigen Zeithorizont. Und viele Milliarden € sind auch aufzubringen ( von den Kunden natürlich ).
    Weiteres Problem sind die immer größer werdenden Fluktuationen auf der Angebotsseite. Es gibt nicht ausreichend Speichermöglichkeiten um Erzeugungsspitzen aufzunehmen. Daher müssen beispielsweise WKA abgeschaltet werden, die Besitzer erhalten dann eine Vergütung für den nicht produzierten Strom. Bei sinkendem Angebot an Grundlast wird diese teurer! Ebenso wird Spitzenlast im Preis weiter steigen.
    Hier kumulieren also mehrere Faktoren für einen Preisanstieg.
    Wie gegensteuern?
    Netzausbau muss sein, sonst ist der EE-Ausbau nicht weiterzuführen!
    Speicher bauen, ja, aber wo? Gegen das gegenwärtig wohl einzige Neubauprojekt für Pumpspeicherwerke, Atdorf in BW, stellt sich eine, genau eine BI!
    Batterietechniken sind ungeeignet und Druckluft hochgradig ineffizient.
    Also bleiben nur neue Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen! Aber auch dagegen gibt es sicher Bürgerinitiativen.

  3. #3
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    Leute...der Wurm ist wo anders...schaut...

    Wie die Bundesregierung sauberen Strom aus Norwegen blockiert - REPORT MAINZ - DAS ERSTE

    http://www.youtube.com/watch?v=nsI7_...layer_embedded


    Oh man oh man!!!!
    Kostas leidet an Parhanoia...also vorsichtig!!!

  4. #4
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    Das haben sich einige Parteien 2009 auch gedacht, Detlef. Seither gab es rege Diskussionen. Grüne und Linke haben es mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Programm verankert, bei der SPD weiß ich es nicht genau. Mittlerweile hat es das Thema in die anhängenden Ausschüsse des Bundestages geschafft.

    Positives Echo auf kommunale Energieversorgung

    Im Endeffekt löst eine flächendeckende Verstaatlichung von Unternehmen nicht alle Probleme im kommunalen Raum, zumal Kommunen heutzutage finanziell nicht auf Rosen gebettet sind. Um ein vielfaches Wichtiger erachte ich einen gesunden Mix aus

    a) Schaffung eines dauerhaften Wettbewerbs unter Anbietern (einschließlich öffentlicher Unternehmen)
    b) Zurückgewinnung der Kontrolle zugunsten der Bürgervertretung --> kommunale Gestaltungshoheit und Gewinneinstreichung
    Der Urknall ist in Wahrheit unser Horizont in der Zeit und im Raum. Wenn wir ihn als Nullpunkt unserer Geschichte betrachten, dann aus Bequemlichkeit und in Ermangelung eines Besseren. Wir sind wie Entdeckungsreisende vor einem Ozean: Wir sehen nicht, ob es hinter dem Horizont etwas gibt.
    Hubert Reeves

  5. #5
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    Hallo. Alle reden nur immer darüber, wie immer meht Elektroenergie erzeugt werden kann,..muß. Wohin soll das führen??? Egal welche Technologie zur E.Energierzeugung zur Debatte steht. Ich denke, es sollte bald mal der Umkehrschluß diskutiert werden. Wie kann der immense Stromverbrauch reduziert werden. Die jetzige Situation wird doch vom Profitdenken der E-Konzerne getragen. Die sind nicht an der Reduzierung des Verbrauchs, sondern nur von der weiteren Erhöhung des Verbrauchs interessiert. Es wird von Profitdenken dirigiert. Also zurück in die Zukunft.VERSTAATLICHUNG!!! Gruß olnik

  6. #6
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    Da kann ich nur noch den rechten Arm hochschnellen lassen,die Faust geballt zum sozialistischen Gruss.Verdächtig wärs nur ohne die geballte Faust.Auf zurück in die Zukunft.
    Glober

    OPUS JUSTITIAE PAX – Das Werk der Gerechtigkeit ist der Frieden

    Pius XII.



  7. #7
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    Hallo glober. Hatte ich es mit doch gedacht. Die Vergangenheit sitzt sehr tief in Dir. Und sehr weit zurück. Tja das waren noch Zeiten!!! So mit dem Arm heben und jubeln. Tja die Bayern. Gruß pandera

  8. #8
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    Zitat Zitat von pandera Beitrag anzeigen
    Hallo glober. Hatte ich es mit doch gedacht. Die Vergangenheit sitzt sehr tief in Dir. Und sehr weit zurück. Tja das waren noch Zeiten!!! So mit dem Arm heben und jubeln. Tja die Bayern. Gruß pandera
    Tja,das waren Zeiten,als ich noch den Arm hob um bei Muttern ein Stück Brot zu betteln,weil der Hunger unerträglich war.Und nur so nebenbei.Ich war bei Kriegsende viereinhalb Jahre alt.Meine Schuld besteht darin,dass ich 1940 geboren wurde.Na denn Sieg...Jetzt hätte ich doch beinahe den rechten Arm hochgerissen.Wohlgemerkt den Rechten,den mit Links grüsst man den GRÖFAZ nicht.
    Glober

    OPUS JUSTITIAE PAX – Das Werk der Gerechtigkeit ist der Frieden

    Pius XII.



  9. #9
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    Zitat Zitat von pandera Beitrag anzeigen
    Hallo. Alle reden nur immer darüber, wie immer meht Elektroenergie erzeugt werden kann,..muß. Wohin soll das führen??? Egal welche Technologie zur E.Energierzeugung zur Debatte steht. Ich denke, es sollte bald mal der Umkehrschluß diskutiert werden. Wie kann der immense Stromverbrauch reduziert werden.
    Dieser Meinung schließe ich mich zu 100% an. Erst neulich hatte ich eine Diskussion darüber mit Freunden gehalten. Beispiele meinerseits waren u.A. Leuchtreklame von z.B. Supermärkten, die die ganze Nacht über Leuchten - braucht kein Mensch. Ebenso hab ich angeführt, dass PCs in Betrieben oft 24/7 angschaltet sind, auch wenn es keine Nachtschicht gibt.
    Natürlich sind das nur Kleinigkeiten, aber eben ein Ansatz. Im Endeffekt muss das ganze natürlich noch viel weiter vertieft werden.

    Das Thema Atomausstieg wurde mMn. auch viel zu hastig und unüberlegt beschlossen. Eine gute Planung wäre vorraussetzung gewesen, aber diese hat gefehlt. Man hat sich Mitreissen lassen von der nochmals sprunghaft gestiegenen Ablehnung gegen die Atomkraft seit der Krise in Japan.

    Ich persönlich nenne das gerne das "Free-Tibet-Syndrom" xD
    Die Medien machen Trubel und die Masse lässt sich mitreissen. Sobald die Medien das Interesse verlieren, tun es auch die Leute, die sich von Schlagzeilen haben antreiben lassen, ob das Problem nun gelöst wurde oder nicht.
    In diesem Fall wurde das Japan-Atom-Desaster aber sofort von der Politik zu Wahlkampfzwecken genutzt, auf eine fast schon sadistische Weise.

    Wo liegt also der Denkfehler? Es gibt keinen, da nicht wirklich nachgedacht, sondern raktionär gehandelt wurde.

  10. #10
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    Zitat Zitat von Radix Beitrag anzeigen
    Das Thema Atomausstieg wurde mMn. auch viel zu hastig und unüberlegt beschlossen. Eine gute Planung wäre vorraussetzung gewesen, aber diese hat gefehlt. Man hat sich Mitreissen lassen von der nochmals sprunghaft gestiegenen Ablehnung gegen die Atomkraft seit der Krise in Japan.

    Ich persönlich nenne das gerne das "Free-Tibet-Syndrom" xD
    Die Medien machen Trubel und die Masse lässt sich mitreissen. Sobald die Medien das Interesse verlieren, tun es auch die Leute, die sich von Schlagzeilen haben antreiben lassen, ob das Problem nun gelöst wurde oder nicht.
    In diesem Fall wurde das Japan-Atom-Desaster aber sofort von der Politik zu Wahlkampfzwecken genutzt, auf eine fast schon sadistische Weise.
    Das stimmt so nicht! Fukushima wurde nicht für den Wahlkampf instrumentalisiert. Im Bund stehen derzeit gar keine Wahlen an und in den infrage kommenden Bundesländern war das Unglück nur am Rande ein Wahlkampfthema. Der rapide gestiegene Zuspruch für die Grünen ist zwar zu einem nicht unbeträchtlichen Teil durch dieses Unglück zu erklären, aber ohne dass die Grünen dafür noch mal ausdrücklich Wahlkampf hätten machen müssen. Dass sie Anti-Atom sind, war und ist hinlänglich bekannt.

    Ich kann deiner Kritik am Atomausstieg auch nicht ganz folgen. Das, was jetzt offenbar beschlossen wurde, ist ja nicht weit von dem entfernt, was bereits zuvor unter Rot-Grün beschlossen und was sogar im Konsens mit den Energiekonzernen entschieden worden war. Etwa drei von vier Bürgern sind inzwischen gegen Atomstrom. Natürlich ist das auch eine Folge von Fukushima, aber auch schon davor war eine Mehrheit gegen Atomstrom. Mehr als 50 % fanden den durch Rot-Grün beschlossenen Ausstieg richtig. Der Fehler, den die jetzige Merkel-Regierung machte, war der Ausstieg vom Ausstieg, diese unsägliche Laufzeitverlängerung. Das war regieren gegen das Volk und lupenreine Lobbypolitik. Diesen Fehler hat man jetzt korrigiert. Wenn es also überhaupt etwas zu kritisieren gäbe, dann doch den Fehler und nicht die Korrektur des Fehlers!

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