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Thema: GdL/verdi: Wohin geht die Reise?

  1. #1
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    GdL/verdi: Wohin geht die Reise?

    Besonders die Gewerkschaft der Lokführer lässt momentan die Muskeln spielen.
    Durch die Streiks im Personenverkehr wird wohl heute für viele Bahnreisende das Chaos ausbrechen und im Güterverkehr ist die Rede von mehreren Millionen EURO Verlusten, die ein Streik der DB jeden Tag kosten würde.
    Derweilen gehen auch die Angestellten des öffentlichen Dienstes, vor allem die Lehrer in Sachsen auf die Barrikaden.
    Sturm im Wasserglas oder ernstzunehmende Arbeitskämpfe? Schon ist zu hören, man wolle wenigstens einen Inflationsausgleich ...
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
    Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander)
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  2. #2
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    Wohin die Reise geht?
    Möglicherweise an das Ende von Minigewerkschaften wie der GDL.

    Eine Gewerkschaft für einen Betrieb! Das sollte doch möglich sein. Was würden die Lokführer sagen, wenn sie akut unters Messer müsste, aber :

    - heute streiken die Krankenwagenfahrer,
    - morgen die Krankenschwestern in der Notaufnahme,
    - übermorgen die OP-Schwestern,
    - und noch einen Tag später die Pathologen (RIP)!

    Ich möchte hier ausdrücklich nicht, über Berechtigung oder Nichtberechtigung der Forderungen der GDL, befinden ( dazu fehlt mir schlicht der Einblick in Arbeits- und Tarifbedingungen).
    Ich möchte darauf hinweisen, dass exzessive Nutzung von Streikrecht die Beschneidung desselben zur Folge haben kann.

  3. #3
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    Zitat Zitat von zarakthuul Beitrag anzeigen
    Ich möchte darauf hinweisen, dass exzessive Nutzung von Streikrecht die Beschneidung desselben zur Folge haben kann.

    Moin.

    Leider ist ein Streik meist die einzige Möglichkeit für Arbeitnehmer, ihren Forderungen gegenüber der Arbeitgeberseite Nachdruck zu verleihen.
    Insofern ist Streik für mich immer ein legitimes Mittel.

    Gruß Uwe

  4. #4
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    Zitat: "Insofern ist Streik für mich immer ein legitimes Mittel."

    Damit das auch so bleibt, ist eine entsprechende "Streikkultur" notwendig.
    Durch Streiks von kleinen "Klientel-Gewerkschaften" können Großunternehmen quasi in Geiselhaft genommen werden.
    Außerdem muss auch das Ziel des Streiks angemessen sein. Wenn Lokführer der DB streiken, mit der Forderung nach Lohnerhöhungen für Lokführer in Konkurrenzunternehmen, dann ist für mich eine Grenze überschritten. Hier kommen wir schon in den Bereich des politischen Streiks, der in DE verboten ist.
    Eine Gewerkschaft, die alle Beschäftigten des Betriebes vertritt, wäre nicht die schlechteste Lösung.
    Oder der Betriebsrat/Gesamtbetriebsrat muss einem Streik zustimmen. So könnte verhindert werden, das kleine Gruppen gegen die Interessen des größten Teils der Belegschaft handeln.

  5. #5
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    Zitat Zitat von zarakthuul Beitrag anzeigen
    Zitat: "Insofern ist Streik für mich immer ein legitimes Mittel."

    Damit das auch so bleibt, ist eine entsprechende "Streikkultur" notwendig.
    Durch Streiks von kleinen "Klientel-Gewerkschaften" können Großunternehmen quasi in Geiselhaft genommen werden.
    Außerdem muss auch das Ziel des Streiks angemessen sein. Wenn Lokführer der DB streiken, mit der Forderung nach Lohnerhöhungen für Lokführer in Konkurrenzunternehmen, dann ist für mich eine Grenze überschritten. Hier kommen wir schon in den Bereich des politischen Streiks, der in DE verboten ist.
    Eine Gewerkschaft, die alle Beschäftigten des Betriebes vertritt, wäre nicht die schlechteste Lösung.
    Oder der Betriebsrat/Gesamtbetriebsrat muss einem Streik zustimmen. So könnte verhindert werden, das kleine Gruppen gegen die Interessen des größten Teils der Belegschaft handeln.
    Natürlich ist in Deutschland der politische Streik außerhalb des Widerstandsrechts verboten, ganz klar sind für mich politische Streiks aber nur Arbeitsniederlegungen (Z. B. Generalstreiks), durch die von Parlament und/oder Regierung bestimmte Entscheidungen erzwungen werden sollen.
    Das ist hier nicht der Fall.
    Davon unabhängig stellt sich mir aber schon die Frage, ob Deine Vorschläge geeignet sind, zwischen den Tarifparteien etwas herzustellen, was ich "soziale Waffengleichheit" nennen würde.
    In Hinblick auf die "großen" Gewerkschaften des DGB gilt es, dies kritisch zu hinterfragen, wie nicht nur das Problem der betrieblichen Mitbestimmung in Großunternehmen und nicht zuletzt der Fall HOCHTIEF zeigt. Hier standen sich die IG Bau, Steine, Erden und Herr Wiesehügel und der Betriebsrat konfrontativ gegenüber. Und gefeixt hat ACS ...
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
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  6. #6
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    Moin.

    Nun ja, Betriebsgewerkschaften wären vielleicht eine Lösung.
    Bei Großgewerkschaften frage ich mich oft, wer da eigentlich wedelt:
    Der Hund mit dem Schwanz, oder der Schwanz mit dem Hund.
    Zwar kann eine Gewerkschaft mehr Druck bei steigender Mitgliederzahl ausüben, aber wo ist die Grenze?
    Wann (ab welcher Größe) dient sie nur noch ihrem Selbstzweck?

    Gruß Uwe

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