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Thema: IG Metall: Kritische Distanz zur SPD

  1. #1
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    IG Metall: Kritische Distanz zur SPD

    In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung"
    http://www.sueddeutsche.de/,tt5m1/wi...6/482461/text/
    hat IG-Metall-Chef Berthold Huber jetzt erklärt, man wolle aus guten Gründen und zeitgemäß diesmal keine BT-Wahlempfehlung für eine politische Partei abgeben. Das gelte auch für die SPD.
    Damit scheint eine historische Allianz gebrochen. SPD-BT-Fraktionsgeschäftsführer Oppermann bestritt dies heute im DLF. Sicher sprach er hier aber auch als Mitglied in Steinmeiers "Kompetenzteam".
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
    Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander)
    Politisches Salzland
    Timirjasev-Verein

  2. #2
    Gelöscht
    Gast
    Zitat Zitat von Detlef05 Beitrag anzeigen
    In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung"
    http://www.sueddeutsche.de/,tt5m1/wi...6/482461/text/
    hat IG-Metall-Chef Berthold Huber jetzt erklärt, man wolle aus guten Gründen und zeitgemäß diesmal keine BT-Wahlempfehlung für eine politische Partei abgeben. Das gelte auch für die SPD.
    Damit scheint eine historische Allianz gebrochen. SPD-BT-Fraktionsgeschäftsführer Oppermann bestritt dies heute im DLF. Sicher sprach er hier aber auch als Mitglied in Steinmeiers "Kompetenzteam".
    Das hat sich die SPD selbst zu zu schreiben. Diese Partei hat seit Schröder mit dem Arbeiter gebrochen und kann nun die Früchte ernten. Ich glaube, erst wenn man die alte Schröderqulicke zum Teufel jagt, geht es langsam wieder aufwärts.

  3. #3
    Zitat Zitat von riverpirate Beitrag anzeigen
    Das hat sich die SPD selbst zu zu schreiben. Diese Partei hat seit Schröder mit dem Arbeiter gebrochen und kann nun die Früchte ernten. Ich glaube, erst wenn man die alte Schröderqulicke zum Teufel jagt, geht es langsam wieder aufwärts.
    Ja, dahin geht der Trend. Und mit der PéDéSED (a.k.a. Linke) wird man auch mehr ins Bett gehen als früher.
    Die grundlegende Frage: Warum existiert Leben Antwort: Um des Lebens willen. (Dune, Zensunni-Sprichwort)
    The spice mus flow!
    http://img80.imageshack.us/img80/301...400x150yi5.jpg

  4. #4
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    Ganz ehrlich, die Überschrift passt nicht zum eingestellten Artikel. Herr Huber analysiert grundsolide die Gesamtsituation. Die Zeiten haben sich in der Tat gewandelt. Es ist kein Bruch, die Epoche hat sich geändert. Das ist alles. Ich verstehe seine Ansichten eher als Emanzipation im 21. Jahrhundert. Er scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Wenn Gewerkschaften in Zukunft mitreden wollen, müssen sie Eigenständigkeit in Form von Stärke vorleben können. Das alte Modell der Anbiederung, der klaren Zuordnung, gehört ins 19 und 20. Jahrhundert. Anderenfalls hat diese Art der AN-Vertretung keine Überlebenschance.
    Wie möchte man denn auf Dauer Mitglieder halten die regelmäßig z.b. CDU wählen, wenn man offen mit einer ganz anderen Partei sympathisiert?
    Für Gewerkschaften sollten vor allen Dingen ihre Mitglieder interessant sein ... alleine mit Traditionen kann sich niemand über Wasser halten.

    Es ist richtig, sich aktiv aus der Parteien-Politik herauszuhalten. Außerdem ist es so leichter, Stimmung für sich selbst zu erzeugen. Von außen kann jeder angegriffen werden, der gerade im Weg steht, unabhängig seiner Herkunft. "Wir können den Politikern nur sagen.... Eindeutig! Er hätte auch sagen können: In den letzten 20 Jahren waren wir der Politik näher als unseren Mitgliedern - vorbei. Jetzt weht ein anderer Wind."

    Die IG-Metal ist nach Hubers Wunsch in Zukunft ihre eigene "Partei".

    Er äußert in Folge einen sehr interessanten Satz:
    Ich habe aber weniger Probleme mit der Union als mit der FDP. Es ist ein Treppenwitz, dass diejenigen, die die Krise ideologisch mit herbeigeführt haben, nun die Wahlgewinner sein könnten. Ich kann der Union nur raten, sich nicht wieder von den Arbeitnehmern abzuwenden. Die Option für die FDP weist leider in diese Richtung.

    Sehr sympathisch der Mann (ohne das Porsche-Schlusswort) ... ganz meine Meinung.
    Der Urknall ist in Wahrheit unser Horizont in der Zeit und im Raum. Wenn wir ihn als Nullpunkt unserer Geschichte betrachten, dann aus Bequemlichkeit und in Ermangelung eines Besseren. Wir sind wie Entdeckungsreisende vor einem Ozean: Wir sehen nicht, ob es hinter dem Horizont etwas gibt.
    Hubert Reeves

  5. #5
    Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von Detlef05 Beitrag anzeigen
    In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung"
    http://www.sueddeutsche.de/,tt5m1/wi...6/482461/text/
    hat IG-Metall-Chef Berthold Huber jetzt erklärt, man wolle aus guten Gründen und zeitgemäß diesmal keine BT-Wahlempfehlung für eine politische Partei abgeben. Das gelte auch für die SPD.
    Damit scheint eine historische Allianz gebrochen. SPD-BT-Fraktionsgeschäftsführer Oppermann bestritt dies heute im DLF. Sicher sprach er hier aber auch als Mitglied in Steinmeiers "Kompetenzteam".
    Mich beschleicht ein Gefühl, dass ich schon bei der US-Amerikanischen Präsidentenwahl fühlte:

    Will die SPD überhaupt in dieser Situation regieren ? Die Republikaner haben seinerzeit mit Mc Cain und Palin einen Greis und eine Amateurin aufs Schild gehoben - das war so schräg, dass noch nichtmal die flasche Hautfarbe und der falsche Name des Gegenkandidaten etwas an der Wahl hat ändern können.

    In einem Land, in dem der Wahlkampf von Medienprofis und Meinungsforschern quasi auf Mass produziert wird konnte ich mir nicht vorstellen, dass man unabsichtlich so quer im Stall stehen kann.

    Hier ist es dasselbe - Steinmeier wirkt einfach nicht wie jemand, der Kanzler werden will - und nun dieses - ich kann mit nicht Vorstellen, dass deutsche Gewerkschaftsbonzen, die jeden Klüngel mitklüngen und es Faustdick hinter den Ohren haben quasi zufällig auf eine Schwarz-Gelbe Regierungsmehrheit hinarbeiten. Ulla Schmidt hat ja schon dafür gesorgt, dass sie nicht nochmal ins Amt muss....

    Scheinbar ist regieren gerade nicht der Traumjob. Ich denke, dass heisst nichts gutes.
    A human being should be able to change a diaper, plan an invasion, butcher a hog, conn a ship, design a building, write a sonnet, balance accounts, build a wall, set a bone, comfort the dying, take orders, give orders, cooperate, act alone, solve equations, analyze a new problem, pitch manure, program a computer, cook a tasty meal, fight efficiently, die gallantly. Specialization is for insects."
    Robert Anson Heinlein

  6. #6
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    Zitat Zitat von Neuklon Beitrag anzeigen
    Ich habe aber weniger Probleme mit der Union als mit der FDP. Es ist ein Treppenwitz, dass diejenigen, die die Krise ideologisch mit herbeigeführt haben, nun die Wahlgewinner sein könnten. Ich kann der Union nur raten, sich nicht wieder von den Arbeitnehmern abzuwenden. Die Option für die FDP weist leider in diese Richtung.
    Die FDP ist Schuld an der Niedrigzinspolitik der Federal Reserve ?

    Naja schon gut - Wahlkampf ist Klassenkampf. Der gute Mann kämpft gegen die Reichen für die Schwachen. (Am liebsten beim Gewerkschaftstreffen in Monaco).
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    Robert Anson Heinlein

  7. #7
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    Zitat Zitat von T-Rex Beitrag anzeigen
    Will die SPD überhaupt in dieser Situation regieren ?
    Münte JA, Nahles NEIN = JAEIN!
    Wer braucht schon Steinmeier, wenn die SPD mit der Super-Nanny DIE Wahlkämpferin schlechthin in der ersten Reihe postiert? Nette Sätzchen wie "Ich bin seit ich 16 Jahre alt bin Genossin." oder "Gerhard Schröders Visionen haben mich überzeugt." reichen bestimmt für 30%.

    Mal im Ernst...die SPD ist reif für die Opposition um sich neu aufzustellen. Die Oberen sind müde und die Unteren werden mundtot gestellt. Etwas Schatten kann da helfen...

    Die FDP ist Schuld an der Niedrigzinspolitik der Federal Reserve ?
    Hat das wer behauptet? Fakt ist jedoch das die FDP den Kurs liebend gern mit trug im eigenen Hause. Die Ursachen für die Krise liegen nicht bei der Federal Reserve ... sie sind ein Symptom, nicht die Ursache. Über Jahre wurden Regeln abgeschwächt/aufgeweicht und Hürden/Barrikaden bei Seite geräumt. Auf deutsch: Liberalisieren ohne Sinn und Verstand! Das Motiv der Krise liegt genau darin begraben. Freiheit ist herrlich, frei von Sinnen eher nicht.
    Aber wenn du "Liberalisierung der Märkte" nicht als FDP-Aufkleber erkennst...ich kann es nicht ändern.
    Der Urknall ist in Wahrheit unser Horizont in der Zeit und im Raum. Wenn wir ihn als Nullpunkt unserer Geschichte betrachten, dann aus Bequemlichkeit und in Ermangelung eines Besseren. Wir sind wie Entdeckungsreisende vor einem Ozean: Wir sehen nicht, ob es hinter dem Horizont etwas gibt.
    Hubert Reeves

  8. #8
    Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von Neuklon Beitrag anzeigen
    Münte JA, Nahles NEIN = JAEIN!
    Wer braucht schon Steinmeier, wenn die SPD mit der Super-Nanny DIE Wahlkämpferin schlechthin in der ersten Reihe postiert? Nette Sätzchen wie "Ich bin seit ich 16 Jahre alt bin Genossin." oder "Gerhard Schröders Visionen haben mich überzeugt." reichen bestimmt für 30%.

    Mal im Ernst...die SPD ist reif für die Opposition um sich neu aufzustellen. Die Oberen sind müde und die Unteren werden mundtot gestellt. Etwas Schatten kann da helfen...
    Sehe ich auch so.
    A human being should be able to change a diaper, plan an invasion, butcher a hog, conn a ship, design a building, write a sonnet, balance accounts, build a wall, set a bone, comfort the dying, take orders, give orders, cooperate, act alone, solve equations, analyze a new problem, pitch manure, program a computer, cook a tasty meal, fight efficiently, die gallantly. Specialization is for insects."
    Robert Anson Heinlein

  9. #9
    Gelöscht
    Gast
    Oberen sind müde...

    Ich denke eher die sind stur und verbissen.

  10. #10
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    IG BCE

    Heute nun hat auch Hubertus Schmoldt für die IG Bergbau, Chemie, Erden erklärt, man sei eigentlich mit der Zusammenarbeit in der GK bei der Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise zufrieden, sehe auch Schnittmengen mit Positionen der CDU, fürchte da nur die FDP und folge der IG Metall in ihrer Haltung zur SPD.
    Nennen wir es also objektive Situationsanalyse und nicht kritische Distanz!
    Fakt scheinen zwei Dinge zu sein: Die Gewerkschaften verweigern der SPD die Gefolgschaft traditioneller Arneitnehmer-Vertreterschaft und gleichzeitig wird deutlich, dass auch die Zeit traditioneller Gewerkschaften in Deutschland längst abgelaufen ist. Hier muss Neues her.
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
    Nichts menschliches ist mir fremd. (Menander)
    Politisches Salzland
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