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Thema: Mindestlohn per Gesetz

  1. #31
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    Auf der wunderschönen Insel Rügen, hoch im Nordosten des Landes, arbeiten 89% der bis 25-jährigen für einen Niedriglohn (Meldung in der Ostsee-Zeitung)! Die restlichen 11% sind wahrscheinlich im Öffentlichen Dienst untergekommen.
    Bei der Betrachtung aller Beschäftigten, sind es je nach Berechnungsgrundlage, 22 bis 39% im Niedriglohnsektor.
    Nach Ausklammerung des öffentlichen Dienstes heisst das, das jeder zweite Job nicht geeignet ist den Beschäftigten zu ernähren. Da kommen dann auch weder Polen noch Rumänen usw. um hier als Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt aufzutreten.
    Es werden (fast) nur Jobs angeboten, die nicht das Existenzminimum sichern. Nimm den Job oder ziehe weg!
    Soviel auch für die Sozialträumer, die glauben Tourismus wäre eine Alternative zu produktiven Betrieben. Verhältnismäßig reich sind Tourismusregionen nur wenn sie auch eine starke industrielle Komponente haben. Das erklärt den Unterschied zwischen Griechenland und Bayern.

  2. #32
    Benutzer
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    Zitat Zitat von tdd Beitrag anzeigen
    Hi
    nun, solche Firmen werden halt den Wettbewerb um die Fachkräfte verlieren. Interessant ist aber, dass kein Abschluss verlangt wird.
    Ich würd den Job machen! - da verdien ich das selbe wie jetzt auch und müsste keine schweren Pakete mehr durch die Gegend schleppen oder LKWs be/entladen und mir damit langfristig meine Gesundheit kaputtmachen. Ausserdem steht da "+Zulagen" xD

    Viele (Ex-Arbeitslose) machen ja solche Jobs auch in der Hoffnung irgendwann nen Fest- oder Zeitvertrag von dem Betrieb angeboten zu bekommen, in dem sie Beschäftigt werden. Dadurch gewinnt wieder der Arbeitgeber, weil der Konkurrenzdruck innerhalb der Zeitarbeiter steigt und jeder zeigen möchte, dass er besser arbeitet als der andere. Bei mir im Betrieb kommen viele Samstags sogar freiwillig obwohl sie nicht müssten, nur um beim Arbeitgeber gut dazustehen.

    Einen Maximallohn - das lasse ich mir gerade auf der Zunge zergehen*. Dann isses halt an den Sozialismus oder Kommunismus angelehnt... das krampfhafte festhalten an Globalisierung und Demokratie hilft mMn. niemandem weiter**, im Gegenteil.
    Jeder Arbeitnehmer muss heutzutage flexibel sein... aber der Staat bewegt sich keinen Millimeter.

    MfG

    *Nein, ich habe die Hintergründe nicht gelsen... u.A. weil dein Link nicht funktioniert!
    **ausser nat. den Maximalverdienern.
    Meine Meinung ist nur meine Meinung und nichts als meine Meinung, da aber meiner Meinung nach meine Meinung die einzige richtige Meinung ist, ist meine Meinung Fakt, zumindest meiner Meinung nach.

  3. #33
    gelöscht
    Gast

    Arbeit und Gewerkschaften

    Eines vorweg - ich bin gegen einen gesetzlichen Mindestlohn !!!

    Wie nicht wenigen entgangen, leben wir in einer "Leistungsgesellschaft" (Abweichungen inclusive!) !

    Ökonomische Betrachtungen eines Systems, manche nennen es Volkswirtschaft und pralen mit Steigerungsraten, sehen die stete Abnahme des produzierenden Bereichs.
    Die Erschießung von Potentialen beschränkt sich also mehr und mehr auf den intelektuellen Bereich der Wertschöpfung.
    ... bei unserem Bildungssystem ???

    Ein Mindestlohn per Gesetz ist demzufolge nichts anderes als Hartz-IV zum Quadrat erhoben !
    Eine Gleichmacherei und Ruhigstellung unbequemen Potentials.

    MfG.
    ... und frohe Pfingsten

  4. #34
    Benutzer
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    Die Erschießung von Potentialen
    Nun wissen wir wenigstens, woran die Wirtschaft krankt: Die Potentiale werden erschossen. Das ist infam.

  5. #35
    gelöscht
    Gast

    Mindestlohn per Gesetz

    Na sicher muß man es als "infam" betrachten, wenn man Differenzen zwischen aktuellen Entwicklungen in der Wirtschaft (mittlerweile auf globaler Ebene) und dem realen Sein in unserer Gesellschaft feststellt.

    Anstatt den Vorwurf des "Infamen" in den Raum zu stellen wäre es sicher hilfreicher sich mit konkreten Sachverhalten auseinanderzusetzen.
    Die stete Abnahme des produzierenden Bereiches in Deutschland ist ein Fakt - Statistiken belegen es !
    Über Pisa mag man verschiedener Meinung sein. Fakt ist jedoch, daß unser aktuelles Bildungssystem keinesfalls den Anforderungen einer Nation entspricht, die wissen sollte, daß im produktiven Bereich kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist (andere produzieren einfach preiswerter!).
    Ein Widerspruch - ok ! ... auch "infam" - auch ok !

    ... und nun? Formen wir die Welt bis diese in Wachstumsträumereien aktueller Wirtschaftspolitik (incl. sogg. Sozialsystem)in Deutschland paßt ???
    ... oder fangen wir irgendwann an zu denken ?

    MfG.

    PS. "pralen" in Vorbeitrag soll "prahlen" heißen.

  6. #36
    Benutzer
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    Zitat Zitat von JohnnyBerlin Beitrag anzeigen
    Anstatt den Vorwurf des "Infamen" in den Raum zu stellen wäre es sicher hilfreicher sich mit konkreten Sachverhalten auseinanderzusetzen.
    Er hat die Ironie des "Infamen" nicht verstanden. Auch gut.

    Die stete Abnahme des produzierenden Bereiches in Deutschland ist ein Fakt - Statistiken belegen es !
    Ein Fakt? Ach, tatsächlich? Richtig ist, dass heute 70 % der Einkommen Kapitaleinkünfte sind, während nur 30 % aus Erwerbsarbeit kommen. In den 1970er Jahren war es genau umgekehrt. Daraus kann man aber nicht schließen, dass die Produktion abgenommen hat, sondern nur, dass die Kapitaleinkünfte in Relation zur Erwerbstätigkeit überproportional zugenommen haben. Das BIP ist über alle Jahre, mit Ausnahme der Wirtschaftskrise 2009, stetig gestiegen. Die Produktion aller Waren und Dienstleistungen hat also zugenommen. Richtig ist allerdings auch, dass die Produktivität stark gestiegen ist, weshalb für eine höhere Produktion weniger Arbeit geleistet werden muss.

    Und genau das ist das Problem: Der Kuchen wurde immer größer während die Esser des Kuchens (die Bevölkerung) weniger wurde, und trotzdem wurden die Kuchenstücke für die meisten nicht größer sondern kleiner. Der durch die gestiegene Produktivität sich ergebende niedrigere Bedarf an Arbeit führte dazu, dass die Unternehmen auf erpresserische Weise Löhne auf ein Minimalniveau drücken konnten und heute selbst gut ausgebildete Fachkräfte ihre Arbeitskraft am Rande des Existenzminimums verkaufen müssen. Dieser Entwicklung kann nur ein gesetzlich festgelegter Mindestlohn Einhalt gebieten!

  7. #37
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    Deutschland braucht ausländische Fachkräfte!!!

    Fast im Minutentakt wird dieses Behauptung von schwarzliberalen Politikern, Unternehmenvertretern und sonstigen Lobbyisten in den Raum gestellt.

    Ist das wirklich so?

    Meine Erfahrung sieht etwas anders aus:
    Arbeit ist genug da, aber die Bereitschaft diese auch angemessen zu bezahlen sinkt ständig.
    Beispiel: Ein großer technischer Überwachungsverein in Norden sucht einen Sachverständigen. Den Bewerbern werden Hochglanzmappen mit der Selbstdarstellung des Unternehmens zugeschickt. Inhalt unter anderem die Angaben zu Einstiegsgehalten für Ingenieure.
    Im Gespräch stellt sich dann heraus, das die angebotene Stelle sehr wohl zu vergeben ist, aber die Bezahlung um 30% niedriger als die so toll beworbenen Einstiegsgehälter sein soll.

    Solche Stellen bleiben dann längere Zeit unbesetzt und die Arbeitgeber rufen nach ausländischen Fachkräften.

    Doch das ist auch von den Arbeitgebern viel zu kurz gedacht. Ein z.B. russischer Ingenieur wird nach einiger Zeit auch das Bedürfnis nach angemessenem Wohnraum, dem Zusammenleben mit seiner Familie und der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben haben. Er wird also eine ähnliche Kostenstruktur haben wie seine deutschen Kollegen und kann deshalb langfristig nicht zu Dumpinglöhnen arbeiten.

  8. #38
    Administrator Avatar von tdd
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    Hi
    da muss ich dir recht geben. Viele Arbeitgeber haben irgendwie die Traumvorstellung, von günstigen Fachkräften, die genauso gut arbeiten wie die teuren. Dass das voll nach hinten los geht, haben nicht zuletzt die "Computer-Inder" gezeigt. Die sind ja schließlich auch gebildet und wenn die sehen, dass es in anderen Ländern als Deutschland mehr Geld gibt, dann gehen die natürlich nicht nach Deutschland.
    mfg
    tdd

  9. #39
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    Zitat Zitat von zarakthuul Beitrag anzeigen
    Meine Erfahrung sieht etwas anders aus:
    Arbeit ist genug da, aber die Bereitschaft diese auch angemessen zu bezahlen sinkt ständig.
    Meine Einschätzung ist ganz ähnlich. Vor einiger Zeit bekam ich im Laufe einer Diskussion in einem anderen Forum auf meinen Einwand, es gäbe keinen echten Facharbeitermangel, die Antwort, ich könne ja mal in München einen Tischler suchen. Es gäbe keinen. Das muss man sich mal vorstellen: In einer Millionenstadt wie München soll es keinen Tischler geben? Es gibt dort sicher knapp Tausend! Mag sein, dass von denen grad niemand arbeitslos ist und Hände ringend einen Job sucht. Nun, dann muss man halt einen abwerben! In den 1970er Jahren war das gang und gäbe. Haben die Arbeitgeber vergessen, wie abwerben funktioniert? Damals funktionierte es mit Lohnaufschlägen und besseren Arbeitsbedingungen. So würde das auch heute noch funktionieren. Nur kommen diese Möchtegern-Unternehmer gar nicht auf die Idee, etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Lieber lamentieren sie über Personalmangel. Dieselben Leute aber stehen laut geifernd in vorderster Reihe, wenn es darum geht, Niedriglöhne zu rechtfertigen. Dann heißt es, es gehöre zur freien Marktwirtschaft, wenn ein Überangebot an Arbeitskräften für eine bestimmte Tätigkeit vorhanden ist, dann sinke eben der Preis für diese Arbeit. Freie Marktwirtschaft ist aber doch keine Einbahnstraße!

    Es gibt aber noch ein weiteres Phänomen, das für den vermeintlichen Facharbeitermangel verantwortlich sein kann. In heutiger Zeit erwarten einige Unternehmen für nahezu jeden Furz-Job irgendein Diplom oder eine akademische Ausbildung. Als ich vor einiger Zeit meine Frau beim Einkauf begleitete, las ich am Eingang vom Lidl ein großes Plakat. Gesucht wurden Filialleiter. In der Beschreibung des Bewerberprofils wurde erwähnt, dass man ein abgeschlossenes BWL-Studium erwarte. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Lidl-Filialleiter hat so gut wie keine eigenen Entscheidungskompetenzen, er hat nichts mit Einkauf zu tun, nichts mit Preiskalkulation, nichts mit Werbeaktionen, etc., im Prinzip ist er nichts weiter als eine Art Vorarbeiter. Jede Kassiererin mit etwas Berufserfahrung und mittelmäßigem Menschenverstand kann das. Aber man sucht einen BWL-Absolventen. Wer studiert denn drei Jahre, um dann in einer Lidl-Filiale zu versauern? Niemand der bei Trost ist, oder?

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