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Thema: Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine

  1. #91
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    Die Nord Stream AG hat am 5. Mai darüber informierte, dass der erste Teil der Erdgasnordtrasse (Ostseepipeline) fertiggestellt ist und im IV. Quartal erstmals russisches Erdgas auf diesem Weg von Russland nach Deutschland gelangen wird. Die Kapazität dieser ersten Pipeline soll bei 27,5 Milliarden m³ p. a. Erdgas liegen.
    GAZPROM-Chef Aleksej Miller verkündete nun, man werde sofort damit beginnen, das Erdgastransitvolumen durch die Ukraine um 20 Milliarden m³ Erdgas p. a. (ca. 20 % des Gesamttransitvolumens) zu verringern, und Deutschland sowie Tschechien via Nord Stream versorgen.
    Für die Ukraine bedeutet dies einen Einnahmeverlust aus Durchleitungsgebühren von ca. 36 Millionen USD p.a..
    Der ukrainische Premier Nikolai Asarow erklärte im Gegenzug, die Ukraine könne im 2. Halbjahr 2011 viel weniger russisches Erdgas als in den ersten sechs Monaten des Jahres einkaufen, da dann der Preis auf 350 USD/1000 m³ steigt. Welche Konsequenzen dies für die ukrainische Volkswirtschaft und vor allem die Bevölkerung habe, erklärte er nicht.
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  2. #92
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    Der ukrainische Ex-Präsident Viktor Juschtschenko erklärte gestern abend im Ersten Nationalen TV der Ukraine, Ende 2008/2009 habe die Ukraine als Staat mit ihren Devisenreserven, GAZPROM aus einer Absatzkrise verholfen. Niemand wollte Erdgas, die Russen saßen auf ihren Fördermengen und gerieten nur dank seinem Land nicht in den Strudel der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009.

    Das hat man als Beobachter des Geschehens etwas anders in Erinnerung. Trotz (!) globaler Krise stoppten die Russen am 1. Januar 2009 jegliche Erdgaslieferungen an die Ukraine, weil man dort für geliefertes Erdgas aus 2008 mehrere Milliarden USD nicht gezahlt hatte.
    Frau Timoschenko musste dann in Moskau auf Knien rutschen, damit die ukrainische Volkswirtschaft nicht kollabierte.

    Zitat Zitat von Detlef05 Beitrag anzeigen
    Der ukrainische Premier Nikolai Asarow erklärte im Gegenzug, die Ukraine könne im 2. Halbjahr 2011 viel weniger russisches Erdgas als in den ersten sechs Monaten des Jahres einkaufen, da dann der Preis auf 350 USD/1000 m³ steigt. Welche Konsequenzen dies für die ukrainische Volkswirtschaft und vor allem die Bevölkerung habe, erklärte er nicht.
    Der ukrainische Staatspräsident Viktor Janukowitsch wiederum erklärte nun, man erwarte, dass Russland zu einem ermäßigten Preis von 240 USD/1000 m³ liefere und wolle die Vereinbarungen vom Januar 2009 neu fassen.
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  3. #93
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    Zitat Zitat von Detlef05 Beitrag anzeigen
    Der ukrainische Staatspräsident Viktor Janukowitsch wiederum erklärte nun, man erwarte, dass Russland zu einem ermäßigten Preis von 240 USD/1000 m³ liefere und wolle die Vereinbarungen vom Januar 2009 neu fassen.
    Dem verpasste heute der GAZPROM-Vorstandsvorsitzende Aleksej Miller eine für die Ukraine schockierende Absage.
    Beachte man die Ölpreisbindung bei Erdgas und stelle alles in den Kontext der Preisbildungsformel, welche klar im Januar 2009 vereinbart wurde, so rechne er fest im 4. Quartal mit einem Erdgaspreis von 500 (!) USD/1000 m³ für die Ukraine. Dies sei ein absolut marktkonformer Preis.
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  4. #94
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    In der Ukraine meint man nun, einen Weg gefunden zu haben, die ungeliebten Erdgaslieferverträge mit Russland vom Januar 2009 "elegant" außer Kraft zu setzen.
    Dazu erklärte heute der ukrainische Premier Nikolai Asarow, anstelle einer organisatorischen Reorganisation der Staatsholding NAFTOGAS werde es deren Liquidation geben, man werde die Firma zerschlagen und damit den Verträgen mit GASPROM die Geschäftsgrundlage entziehen.
    Statt des Monopolisten sollen mehrere selbstständige Unternehmen gegründet werden, die sich z. B. nur mit Erölförderung oder nur mit Erdgashandel beschäftigen.

    Aus meiner Sicht eine doch stark verkürzte Sichtweise.
    Wer sich an die Jahreswende 2008/2009 erinnert, weiß, dass Russland die ukrainische Volkswirtschaft durch den Gaslieferstopp damals hart an den Rande des totalen Zusammenbruchs geführt hatte und den Menschen landesweit und in unvorstellbarem Umfang der Ausfall der kommunalen Wärmeversorgung drohte.
    Das wird immer gern vergessen, wenn man der damaligen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko heute vorwirft, sie hätte damals in Moskau für das Land unvorteilhafte Verträge abgeschlossen. Sie hatte gar keine andere Wahl!
    Und ist sich Herr Asarow sicher, dass er und sein Staatspräsident nun nicht wieder in eine entsprechende Zwangslage geraten? Übrigens, die kalten Jahreszeiten stehen vor der Tür ...
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  5. #95
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    Die ukrainischen Zeitungen melden heute, dass nach monatelangen Verhandlungen nunmehr ein neues Erdgaslieferabkommen zwischen der Ukraine und Russland faktisch unter Dach und Fach ist.
    Demnach bekommt die Ukraine nunmehr Erdgas zum ermäßigten Preis zwischen 220 und 230 USD/1000 m³, kann dieses in Rubel bezahlen und bekommt Zahlungsaufschübe.
    Dafür werden russischen Investoren Präferenzen bei Verstaatlichungen von Staatsbetrieben in der Ukraine eingeräumt, besonders in den Bereichen Energieerzeugung und Gasversorgung auf Gebietsebene.
    Auch hinsichtlich eines Zusammenwirkens EU - Ukraine -Russland bei der Modernisierungs des Gaspipelinesystems habe man sich verständigt.
    Schon Anfang Dezember könnten die Präsidenten Juschtschenko und Medwedjew die entsprechenden Verträge unterzeichnen, die nun auf Regierungsebene und seitens der beteiligten Firmen NEFTEGAZ Ukraine und GAZPROM ausformuliert werden.
    Den entscheidenten Durchbruch in den Verhandlungen habe es bei dem wenig beachteten Treffen Janukowitsch - Medwedjew - Putin am 24. September auf Medwedjews Landsitz bei Moskau gegeben.
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  6. #96
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    Die drastisch gestiegene Nachfrage infolge der klirrenden Kälte in Europa hat den Konflikt um den Transit von russischem Gas durch die Ukraine wieder aufflammen lassen.
    Hauptbetroffener ist wohl Italien, welches momentan bis zu 30 % weniger des "blauen Goldes" via Österreich aus Russland geliefert bekommt.
    GAZPROM beschuldigt die Ukraine, statt wie vereinbart täglich 490 Millionen m³ nur 415 Millionen m³ "durchzulassen", offenbar zweige man vertragswidrig für den gestiegenen Eigenbedarf ab.
    Ursprünglich wollte die Ukraine anstelle der vereinbarten 52 Mrd. m³/Jahr 2012 nur 27 Mrd. m³ abnehmen, hat aber verhältnismäßig gesehen gegenwärtig einen Verbrauch von 60 Mrd. m³.
    Allein innerhalb der letzten drei Tage verbrauchte die Ukraine eine Milliarden m³, so Premier Asarow, die eigenen Reserven drohen bis April um neun auf 6,7 Mrd. m³ zurückzugehen: "Es ist momentan sehr schwer im Land."
    Der ukrainische Energieminister Boiko macht für die Lieferausfälle Russland selbst verantwortlich, dort sei man aufgrund der eigenen Kältesituation nicht in der Lage, die vereinbarte Liefermenge förderseitig abzudecken.
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  7. #97
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    Wie die NOVAYA GAZETA heute meldet, hat die Ukraine den Import russischen Erdgases am vergangenen Freitag eingestellt. Die Gründe dafür nannte das Blatt nicht, noch im Oktober versorgte GAZPROM den ukrainischen Markt mit immerhin 3,2 Mrd. m³ Erdgas.

    Gründe für den Importstopp oder Kompensationsmöglichkeiten nannte die Zeitung nicht.

    Am 7. Januar hatte der ukrainische Staatspräsident Viktor Janukowitsch erklärt, sein Land werde sich vollständig von Erdgasimporten aus Russland unabhängig machen. Spätestens 2030 wolle sich die Ukraine dafür mit "Hilfe" von Shell und Chevron aus eigener Schiefergasförderung versorgen.
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  8. #98
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    Zitat Zitat von Detlef05 Beitrag anzeigen
    Wie die NOVAYA GAZETA heute meldet, hat die Ukraine den Import russischen Erdgases am vergangenen Freitag eingestellt. Die Gründe dafür nannte das Blatt nicht, noch im Oktober versorgte GAZPROM den ukrainischen Markt mit immerhin 3,2 Mrd. m³ Erdgas.

    Gründe für den Importstopp oder Kompensationsmöglichkeiten nannte die Zeitung nicht.

    Am 7. Januar hatte der ukrainische Staatspräsident Viktor Janukowitsch erklärt, sein Land werde sich vollständig von Erdgasimporten aus Russland unabhängig machen. Spätestens 2030 wolle sich die Ukraine dafür mit "Hilfe" von Shell und Chevron aus eigener Schiefergasförderung versorgen.
    Noch gestern hatte der ukrainische Energieminister Eduard Stawizkij erklärt, sein Land werde voraussichtlich bis Ende des Jahres ohne russisches Erdgas auskommen, den Eigenbedarf werde die Ukraine durch Erdgasentnahmen aus unterirdischen Reservelagern decken.

    Doch schon heute nahm die Staatsholding NAFTOGAZ den Import russischen Erdgases wieder auf, ohne das abschließend in zweiseitigen Verhandlungen geklärt werden konnte, wie NAFTOGAZ aufgelaufene Verbindlichkeiten in Höhe von 1,3 Milliarden USD bgegenüber GAZPROM begleichen wird.

    http://news.mail.ru/economics/15664639/?frommail=1

    Russischen und ukrainischen Medien war in den letzten Tagen zu entnehmen, dass der russische Staatsmonopolist GAZPROM gegenüber seinen westeuropäischen Vertragspartnern erklärt hatte, man könne in der bevorstehenden Wintersaison 2013/2014 keine Lieferkontinuität gewährleisten, da die Entnahme von Erdgasreserven aus unterirdischen Bufferspeichern durch die Ukraine einen reibungslosen Gastransit gefährde.
    Brüssel reagierte offenbar sofort. Die UKRAINSKAYA PRAVDA titelte "Besorgte Anrufe in Kiew aus Europa" ...
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