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Thema: Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine

  1. #1
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    Lieferstopp verhindern

    Der Streit zwischen der RF und der Ukraine um die Ergaslieferungen durch GAZPROM, die bestehenden Vebindlichkeiten und zukünftigen Lieferkonditionen, vor allem die Preise, ist weiterhin akut. Erst vor zwei Tagen scheiterte der Versuch des Staatspräsidenten der Ukraine, Viktor Juschtschenko sich mit Russlands MP, Wladimir Putin telefonisch einen Vergleich herbeizuführen.
    Heute nun reist die ukrainische MP Julia Timoschenko kurzfristig nach Moskau, um buchstäblich in letzter Minute den angedrohten Lieferstopp bei Erdgas für die Ukraine zu verhindern.
    Unterdessen beharrte der ukrainische Staatskonzern "Naftogaz" darauf, Schulden in Höhe von 1,5 Milliarden US-$ gegenüber Russland beglichen zu haben.


    Siehe auch Beitrag #55 im Thema "Neues aus Russland". GAZPROM ist ja der Auffassung, dass die ukrainischen Verbindlichkeiten wesentlich höher sind ... DH
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  2. #2
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    Gasstreit

    Der Vorstandsvorsitzende von GAZPROM, Aleksej Miller (Foto) teilte heute mit, das die Staatsholding Erdgas an die Ukraine nur noch zum Marktpreis von 418 US-$/1000 m³ liefern werde. Die Ukraine habe ein Angebot zu ermäßigten Konditionen von 250 US-$/1000 m³ abgelehnt. Die Verhandlungen waren buchstäblich bis zur letzten Sekunde geführt worden (siehe Beitrag #12 im Thema "Von Galizien bis zum Donbass"). Am 1. Januar, 10:00 Uhr hat GAZPROM seine Ergaslieferungen an die Ukraine eingestellt. Der Chef des ukrainischen Staatskonzerns "Naftogas" hatte verkündet, die Ukraine werden zukünftig täglich nur noch einen Erdgastransit von 21 Millionen m³ zulassen. Moskau sprache daher von Räuberei, sei aber bereit jederzeit an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
    http://news.mail.ru/politics/2280856
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  3. #3
    Anbei ein englischer Artikel (NYT) zum Thema:
    http://www.nytimes.com/2009/01/02/wo...02gazprom.html
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  4. #4
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    Internationale Klage

    Der Vorstandsvorsitzende des russischen Erdgasmonopolisten GAZPROM, Alexej Miller teilte heute mit, dass das Unternehmen in Abstimmung mit dem Präsidenten der RF, Dimitri Medwedjew am Montag Klage gegen den ukrainischen Staatskonzern NAFTOGAZ vor dem Internationalen Handelsschiedsgerichtshof in Stockholm erheben wird. Ziel ist eine Einstweilige Verfügung des Gerichts gegen die Ukraine auf Einhaltung des Vertragswerkes vom 21. Juni 2002 über die Nutzung der Erdgastransitwege durch die Ukraine 2003 - 2013, da die sich bereits abzeichnenden Liefereinschränkungen für die baltischen Staaten, Polen, Rumänien und den Balkan kurzfristig auch auf Westeuropa ausdehnen könnten.
    http://news.mail.ru/politics/2282018
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  5. #5
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    GAZPROM legt nach

    Aleksej Miller, der Vorstandsvorsitzende von GAZPROM, legte im russisch-ukrainischen Gasstreit heute nach:
    Da die ukrainische Seite die Preisangebote von 250, 370 und 418 US-$/1000 m³ Erdgas ablehne, fordere man nun 450 US-$. Das Angebot ergebe sich aus dem Erdgaspreis auf dem westeuropäischen Markt minus der Transitkosten.
    Die Ukraine setzte sich einen Verhandlungsrahmen von 200 - 235 US-$/1000 m³.
    http://www.pravda.com.ua/ru/news/2009/1/4/86149.htm
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  6. #6
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    Auf ein Neues!

    Auf Antrag des Energieministeriums der Ukraine hat das Wirtschaftsgericht Kiew dem Staatskonzern NAFTOGAZ per Einstweiliger Verfügung untersagt, 2009 russisches Erdgas zum Preis von 1,60 US-$/1000 m³ und 100 km im Transit durchzuleiten. Der seinerzeitige stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Unternehmens sei nicht ermächtigt gewesen, den gegenwärtigen Transitvertrag mit der RF abzuschließen (siehe auch Beitrag #81) Allerdings setzte das Gericht in der Sache eine Hauptverhandlung am 9. Januar 2009 an.
    Der Vorsitzendes des Auswärtigen Ausschusses der russischen Staatsduma, Konstantin Kosatchev, bemerkte dazu, das Urteil sei juristisch wertlos, da über den besagten Vertrag nur der Internationale Schiedsgerichtshof in Stockholm entscheiden könne. Er sei sich sicher, dass die russische Seite dort recht bekommen werde.
    http://www.pravda.com.ua/news/2009/1/5/87170.htm

    Zwischenzeitlich gilt als sicher, dass die Ukraine mit der Begründung notwendiger technischer Maßnahmen zur Sicherung der Transitwege zwischen 24,5 und 50 Millionen m³ Erdgas zu eigenen Zwecken "abgezweigt" hat. Nunmehr äußerten aber ukrainische Wirtschaftswissenschaftler (http://www.epravda.com.ua/publications/495fdef6c37e4/), das Land müsse mit Blick auf die Sicherung der eigenen energetischen Basis und für eine entsprechende Entwicklung der Volkswirtschaft Marktpreise für Erdgas akzeptieren, Transitverpflichtungen einhalten und auf unangemessene Ermäßigungen verzichten. DH
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  7. #7
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    Sackgasse

    GAZPROM hat die Menge des für Europa vorgesehenen Erdgases, welches im Transit durch die Ukraine transportiert wird, stark eingeschränkt. Es handelt sich um 63,5 Millionen m³, welche sich die Ukraine illegal angeeignet hätte. 80 % der Erdgaslieferungen an Europa nehmen ihren Weg durch die Ukraine.
    Der russische Konzern hat NAFTOGAZ aufgefordert, das Defizit bis heute, 10:00 Uhr Moskauer, Zeit aus eigenen Reserven auszugleichen.
    http://news.mail.ru/economics/2283758
    Die Ukraine steht mit dem Rücken zur Wand, wobei der Gasstreit ein merkwürdiger Konflikt ist, in dem die beiden Staatskonzerne als Akteure zunächst an die "Front" geschickt werden.
    Die Aussage der Ukraine, man verfüge auch ohne russische Erdgaslieferungen über ausreichend Reserven für die gesamte Heizperiode bis Mitte April 2009, ist sicher falsch.
    Jede Seite spielt ihr Spiel. Russland will Europa erpressen, eine klare antiukrainische Position einzunehmen und damit die ohnehin schwierige politische und wirtschaftliche Situation des Landes zusätzlich erschweren. Dabei weiß GAZPROM, dass seine handelsrechtliche Position durchaus gerechtfertigt ist, globale Wirtschaftsbeziehungen funktionieren nicht ohne Verläßlichkeit der Partner, Verträge sind Verträge und im Grundsatz heißt es: "Ich will, aber NAFTOGAZ lässt mich nicht.!"
    Andererseits steht die energetische Basis der Ukraine zur Disposition. Das Land ist objektiv nicht in der Lage, den russischen Preisforderungen nachzukommen. Dafür fehlen jegliche volkswirtschaftliche Grundlagen. Nun spekuliert man hier, dass die europäischen Partner dies sehr wohl wahrnehmen, das Land aus strategischem Interesse stützen und sich auf die Seite Davids schlagen.
    Bisher hat Europa es gezielt vermieden, eine der Positionen zu beziehen. Nun hat man sich vor Ort in Kiew und Moskau informiert, was jeweils Sache ist. Das ist jedoch das Motto "Zeit gewinnen!" und albern, es gibt dort nichts zu erfahren, was man ohnehin nicht schon wüßte. Außer Spesen nichts gewesen! Zeit für Entscheidungen! DH
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    Erdgastransit durch Ukraine

    Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von GAZPROM, Alexander Medwedjew, teilte heute mit, dass die Ukraine auch die letzte, die vierte Erdgastransitleitung geschlossen hätte. Europa erhält nunmehr kein Erdgas aus der RF via Ukraine.
    Ein Sprecher von NAFTOGAZ hingegen betonte, Russland selbst habe den Gashahn zugedreht. Seit 8:44 Uhr Moskauer Zeit komme an der Station "Sutscha" kein Erdgas mehr an.
    http://news.mail.ru/politics/2284624

    Schon seit gestern erhält Polen russisches Erdgas nur noch über Belorussland.
    http://news.mail.ru/politics/2284703/

    Infolge des ukrainisch-russischen Erdgaskonflikts lägen die Liefermengen nunmehr bereits 70 % unter dem vereinbarten Niveau, teilte die französische Gasholding GDF Suez mit.
    Frankreich ist bereit, in dem Streit zu vermitteln.
    http://news.mail.ru/politics/2284704/
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  9. #9
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    Transit wichtiger als Preis

    Im Wirtschaftsteil der Online-Ausgabe der "Ukrainskaya Pravda" (leider auf ukrainisch http://www.epravda.com.ua/publications/495fffacc9959/) findet sich heute ein Artikel unter der Überschrift "Der Transit ist wichtiger als der Gaspreis", in dem die Autoren die These aufstellen, dass die Preisforderungen der Ukraine für den Transit russischen Erdgases internationalen Normen und geschlossenen Verträgen widersprechen, dem Image des Landes und der Fa. NAFTOGAZ schaden und zu nachhaltigen volkswirtschaftlichen Defiziten führen könnten. Es sei wichtiger, sich über den Lieferpreis zu einigen und nicht den Transit zu belasten.
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  10. #10
    Hier eine Übersicht der europäischen Länder und deren Abhängigkeit vom Gas und ihre Reserven: http://web.stratfor.com/images/RussiaCutoff0107-800.jpg
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