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Thema: Studiengebühren - abgeschafft

  1. #21
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    Zitat Zitat von Beton Beitrag anzeigen
    Eins darfst du nicht vergessen: In ERSTER LINIE absolviert jeder sein Studium für sich selbst, für seinen eigenen Nutzen, und nicht zum Wohl der Gesellschaft. Letzteres hat wohl kein einziger Student im Kopf, wenn er sich einschreibt.
    Ist doch unerheblich. Selbst wenn du aus egoistischen Gründen studierst, kommst du am Ende als qualifizierte Arbeitskraft und damit Steuereinnahmequelle der Gesellschaft zugute.
    Aber selbst abgesehen von dem wirtschaftlichen Faktor finde ich es doch arg verwunderlich dass du in der gehobenen Bildung keinen positiven Gewinn für die Gesellschaft sehen willst.

    Zitat Zitat von Beton
    Es gibt so viele Menschen, deren Tätigkeit für die Gesellschaft äußerst nützlich und profitabel ist, mit denen man jedoch längst nicht so nachsichtig umgeht.
    Das ist kein Argument diesen Fehler auch noch auf Akademiker auszudehnen.

  2. #22
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    Zitat Zitat von Imago Beitrag anzeigen
    Ist doch unerheblich. Selbst wenn du aus egoistischen Gründen studierst, kommst du am Ende als qualifizierte Arbeitskraft und damit Steuereinnahmequelle der Gesellschaft zugute.
    Naja, ich finde nicht, dass es unerheblich ist, aus welchen Gründen man etwas macht. Aber davon abgesehen: Man kann nicht die Frage, ob Ausbildungskosten von der Allgemeinheit übernommen werden sollen, davon abhängig machen, ob und wie viel jemand später an Einkommensteuern zahlt. Du weißt so gut wie ich, dass nicht alle Akademiker gleich gut verdienen und dass es sogar Studienfächer gibt, deren Absolventen später kaum mehr als ein durchschnittlicher Facharbeiter verdienen. Hingegen gibt es auch Nicht-Akademiker, deren Einkommen selbst den Verdienst von Anwälten oder Ärzten in den Schatten stellt. Aus Gründen der Gerechtigkeit und der Gleichbehandlung kann man nicht Akademikern die Ausbildung bezahlen und andere darauf sitzen lassen.

    Aber selbst abgesehen von dem wirtschaftlichen Faktor finde ich es doch arg verwunderlich dass du in der gehobenen Bildung keinen positiven Gewinn für die Gesellschaft sehen willst.
    Wo genau habe ich das in dieser Form von mir gegeben?

    Das ist kein Argument diesen Fehler auch noch auf Akademiker auszudehnen.
    Mal abgesehen davon, dass im Gegensatz zu dir Studiengebühren in meinen Augen kein Fehler sind: Wenn es ein Fehler wäre, bleibt immer noch die Frage nach der Sonderbehandlung der Akademiker. Warum höre ich von dir nicht die Forderung, auch die Kosten für das Meister-Seminar im Handwerk auf die Allgemeinheit zu übertragen? Warum höre ich nicht deine Forderung, die zahllosen Betriebe von den Ausbildungskosten der Lehrlinge zu entbinden und durch Steuermittel zu finanzieren? Wo bleibt der Ruf danach, Kosten für berufliche Fortbildungseminare auf Kosten der Allgemeinheit anzubieten? Wenn es doch ein Fehler ist, Leute an Ausbildungskosten zu beteiligen, dann muss doch JEDE FORM von Bildung kostenlos bzw. auf Kosten der Allgemeinheit angeboten werden, oder?

  3. #23
    Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von Beton Beitrag anzeigen
    Wenn es doch ein Fehler ist, Leute an Ausbildungskosten zu beteiligen, dann muss doch JEDE FORM von Bildung kostenlos bzw. auf Kosten der Allgemeinheit angeboten werden, oder?
    nunja, mein Sprachkurs Klingonisch muss nun nicht unbedingt von der Allgemeinheit getragen werden .
    Also um das etwas einzuschränken: Die notwendige Bildung um ins Berufsleben einzutreten sollte imo von der Allgemeinheit getragen werden. Wer den Schritt vom Gesellen zum Meister gehen will, der hat in der Regel bereits einen Job und steht finanziell auf eigenen Füßen. Genauso wer für seinen Beruf ein Fortbildungsseminar besuchen will. Dem gegenüber muss der Student 5 Jahre lang ohne festes Einkommen auskommen. Viele werden alleine durch die Bafög-Förderung am Ende des Studiums schon mit Schulden dastehen. Wenn dann noch Studienkredite(+Zinsen) für die Studiengebühren dazukommen, stehst du am Ende als Berufsanfänger mit 10K+Schulden da. Lass dann noch irgendwas schiefgehen, denn wie du schon sagst Studium bedeutet keine Jobgarantie. Oder lass so Ideen wie Familiengründung dazwischenrutschen ...
    Imho sind das nicht grad prickelnde Aussichten, mit denen wir unsere geistige Elite hier ködern wollen.

    Nebenbei gibt es afaik auch für die Meister-Seminare irgendeine Art "Bafög". Genauso wie auch Azubis uU Ansprüche auf staatliche Förderung haben. In den Berufsschulen steckt der Staat auch finanziell irgendwo mit drin, meine ich. Es ist also nicht so, dass der Staat alle Nicht-Akademiker total vernachlässigt.
    Staatliche Zuschüsse für Betriebe, die ausbilden, würde ich übrigens, so ganz unbedarft, für eine erwägenswerte Idee halten. Im Gegensatz zum Studium erbringt der Azubi aber auch Leistungen für das Unternehmen, so dass der Vergleich zum Studenten nicht so einfach ist. Wobei ganz ehrlich mein Wissen in diesem Bereich eher dürftig ist. Insofern verzichte darauf hier groß Forderungen rauszubrüllen . Jedenfalls sollten wenn dann hier nachgebessert werden und nicht die Förderung des Studiums zurückgeschraubt werden, damit wir überall das gleiche niedrige Niveau haben.

  4. #24
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    Ich mache mir es mal einfach:
    Allgemeine Schulbildung und berufliche Erstausbildung müssen in Deutschland von der Allgemeinheit, d. h. durch öffentliche Haushalte, getragen werden.
    Zur beruflichen Erstausbildung gehört für mich auch der akademische Studiengang mit seiner Regelstudienzeit. Was darüber hinausgeht ("ewiger Student") kann mit Gebühren, gestaffelt nach Semesternummer, belastet werden.
    Unabhängig von der Fachrichtung endet für mich - soweit nichts andere vorgesehen - die akademisch-berufliche Erstausbildung mit dem Master.
    Verfolge ich die momentanen Debatte, so ist das Studium Bolognese in seiner gegenwärtigen Strukturierung anscheinend ein Fiasko. Also kostenlose Chance bis zum Master!
    Ich lasse mich sofort vom Gegenteil überzeugen, wenn mir hier jemand nachweist, dass im jeweiligen Bundesland und an der jeweiligen Hochschule Studiengebühren signifikant das Umfeld für Lehre und Forschung aufgewertet haben. Wo?
    NIHIL HUMANI A ME ALIENUM PUTO. -
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  5. #25
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    Zitat Zitat von Imago Beitrag anzeigen
    nunja, mein Sprachkurs Klingonisch muss nun nicht unbedingt von der Allgemeinheit getragen werden .
    Nicht unbedingt, zwar richtig, aber warum eigentlich nicht? Immerhin könnte es sein, dass du im Anschluss ein gut nachgefragtes Buch auf Klingonisch schreibst, damit eine Mörderkohle verdienst und Schäubles Finanztopf richtig gut füllst. Dann bekommt die Gesellschaft alles zurück, was sie dir gegeben hat. Ist doch deine Rede, oder?

    Also um das etwas einzuschränken: Die notwendige Bildung um ins Berufsleben einzutreten sollte imo von der Allgemeinheit getragen werden. Wer den Schritt vom Gesellen zum Meister gehen will, der hat in der Regel bereits einen Job und steht finanziell auf eigenen Füßen.
    So ist das nicht! Um Meister werden zu können ist der Gesellenbrief eine notwendige Voraussetzung. Genauso wie das Abitur Voraussetzung zum Studium ist. Es ist daher nicht ganz in Ordnung, auf einen bereits vorhandenen Beruf hinzuweisen, auch wenn das faktisch stimmt. Zudem: Während des Besuchs der Meisterschule, immerhin auch 6 bis 10 Monate in Vollzeit, fällt das Einkommen weg und es ist Essig mit finanziell auf eigenen Füßen stehen.

    Wenn dann noch Studienkredite(+Zinsen) für die Studiengebühren dazukommen, stehst du am Ende als Berufsanfänger mit 10K+Schulden da.
    Mein Vorschlag war ausdrücklich ein zinsloses staatliches Darlehen. Und selbst wenn sich 10K Euro angehäuft hätten: Bei einem angenommenen anschließenden Mehrverdienst gegenüber dem Otto Normalverdiener von 10 bis 15 Tausend Euro per anno ist das in einem einzigen Jahr kompensiert. Und das soll unzumutbar sein?

    Lass dann noch irgendwas schiefgehen, denn wie du schon sagst Studium bedeutet keine Jobgarantie. Oder lass so Ideen wie Familiengründung dazwischenrutschen ...
    Imho sind das nicht grad prickelnde Aussichten, mit denen wir unsere geistige Elite hier ködern wollen.
    Ist es nicht ziemlich doof, sich einen Studiengang auszusuchen, der nachher nichts abwirft? Und Leute, die derartige Fehlentscheidungen schon bei ihrer eigenen Lebensplanung treffen, sollen "unsere geistige Elite" sein? Das ist mehr als traurig.

    Aber natürlich weiß ich, was du meinst und habe entsprechendes Verständnis für die Situation. Sie ist allerdings nicht nur für Akademiker so. Wie du dir denken kannst, bin ich auch in anderen Foren unterwegs und höre an vielen Stellen als Antwort auf meine Klage bezüglich mickriger Löhne, dass die Leute selbst schuld wären, wenn sie sich einen Job suchen, der im Übermaß angeboten und kaum nachgefragt wird. Das ist nicht meine Ansicht, aber weit verbreiteter Tenor in dieser neoliberalen egoistischen Gesellschaft. An dem Punkt meine ich, was für den gemeinen Arbeiter gilt, muss auch für den Akademiker gelten. Für den erst recht, da er ja Teil der "geistigen Elite" ist.

    Jedenfalls sollten wenn dann hier nachgebessert werden und nicht die Förderung des Studiums zurückgeschraubt werden, damit wir überall das gleiche niedrige Niveau haben.
    Damit wir uns richtig verstehen: Mir geht es nicht darum, überall das gleiche niedrige Niveau zu haben, sondern überall das gleiche Niveau zu haben. Gerne höher als jetzt, aber gleich. Und ich gebe dir recht, dass der Vergleich zwischen Studium und Berufsausbildung nicht ganz einfach ist, allerdings ist das für mich auch kein Grund für die angestrebte einseitige Bevorzugung der akademischen Ausbildung.

  6. #26
    Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von Beton Beitrag anzeigen
    Ist es nicht ziemlich doof, sich einen Studiengang auszusuchen, der nachher nichts abwirft? Und Leute, die derartige Fehlentscheidungen schon bei ihrer eigenen Lebensplanung treffen, sollen "unsere geistige Elite" sein? Das ist mehr als traurig.
    Du darfst gerne deine Dienste anbieten und uns weissagen welche Studiengänge in 5-6 Jahren einen gutbezahlten, sicheren Job versprechen und welche nicht. Ganz so eindeutig, dass man von jedem eine richtige Entscheidung erwarten kann, ist das wohl kaum. Und nicht jeder ist so ein Universalgenie, dass er bei der Wahl des Studienganges völlig frei wählen kann. Sicher gibt es auch genug Fälle, wo man die Probleme beim Job finden schon im voraus absehen kann, aber verallgemeinern würde ich das nicht.

    Zitat Zitat von Beton
    Mein Vorschlag war ausdrücklich ein zinsloses staatliches Darlehen. Und selbst wenn sich 10K Euro angehäuft hätten: Bei einem angenommenen anschließenden Mehrverdienst gegenüber dem Otto Normalverdiener von 10 bis 15 Tausend Euro per anno ist das in einem einzigen Jahr kompensiert. Und das soll unzumutbar sein?
    Gut, was heisst unzumutbar. Sicherlich ist das machbar und wird in vielen Fällen auch funktionieren. Ich halte es nur für keine tolle Idee junge Leute mit derartige Schulden ins Leben zu schicken. Zumal du vorhin doch noch selber damit argumentiert hast, dass man das ganze nicht vom Mehrverdienst der Akademiker abhängig machen sollte. Eine Lösung, wo sich die Rückzahlung an die Gemeinschaft nach der Höhe des Einkommens richtet(ergo Steuern), finde ich da wesentlich unproblematischer.

    Zitat Zitat von Beton
    Damit wir uns richtig verstehen: Mir geht es nicht darum, überall das gleiche niedrige Niveau zu haben, sondern überall das gleiche Niveau zu haben. Gerne höher als jetzt, aber gleich. Und ich gebe dir recht, dass der Vergleich zwischen Studium und Berufsausbildung nicht ganz einfach ist, allerdings ist das für mich auch kein Grund für die angestrebte einseitige Bevorzugung der akademischen Ausbildung.
    Dann sind wir uns im Prinzip ja einig

    Zitat Zitat von Detlef05
    Ich lasse mich sofort vom Gegenteil überzeugen, wenn mir hier jemand nachweist, dass im jeweiligen Bundesland und an der jeweiligen Hochschule Studiengebühren signifikant das Umfeld für Lehre und Forschung aufgewertet haben. Wo?
    Wenn du die Frage der Studiengebühren darauf reduzierst, ob die Qualität der Lehre durch zusätzliche finanzielle Mittel verbessert werden kann, ergibt sich die Antwort denke ich von selbst. Dann bleibt nur noch die Frage wie viel und wie stellst du sicher, dass das Geld auch sinnvoll ausgegeben wird.

  7. #27
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    Zitat Zitat von Imago Beitrag anzeigen
    Wenn du die Frage der Studiengebühren darauf reduzierst, ob die Qualität der Lehre durch zusätzliche finanzielle Mittel verbessert werden kann, ergibt sich die Antwort denke ich von selbst. Dann bleibt nur noch die Frage wie viel und wie stellst du sicher, dass das Geld auch sinnvoll ausgegeben wird.
    Ich reduziere die Frage der Studiengebühren nicht auf diesen Gesichtspunkt, aber in der offenbar widerstreitenden Diskussion präferiere ich ihn.
    Wie viel? Meinetwegen 500 EURO je Semester ab 11. Semester. Oder 200?
    Wer kann pauschal sagen, wann zusätzliche Finanzmittel sinnvoll für die Verbesserung der lehre ausgegeben werden? Ist es die Aufstockung oder technische Modernisierung der Bibo? Oder eine zusätzliche Juniorprofessur? Da werden sich wohl je nach Hochschule und Zit die Meinungen unterscheiden.
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  8. #28
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    Klares ja zu Studiengebühren: warum sollte auch die Allgemeinheit dafür zahlen.
    Wenn ich eine Krankenschwester wäre, bezahl ich also mit, dass der zukünftige Arzt studieren kann Kanns ja wohl nicht sein.

  9. #29
    Super-Moderator Avatar von Detlef05
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    Zitat Zitat von Aida Beitrag anzeigen
    Klares ja zu Studiengebühren: warum sollte auch die Allgemeinheit dafür zahlen.
    Wenn ich eine Krankenschwester wäre, bezahl ich also mit, dass der zukünftige Arzt studieren kann Kanns ja wohl nicht sein.
    Kann doch sein. Das Krankenschwester-Argument ist schlapp. Sonst passt auch Vater für Lehrer, Hausmeister für Betriebswirt, Bauer für Masterlandwirt und beliebig Irgendwer für Irgendwen.
    Aber Du hast recht: Ran ans Schulgeld, warum sollen Kinderlose dafür zahlen, dass Kinder zur Schule gehen ... o je ...
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  10. #30
    Administrator Avatar von tdd
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    Hi
    und wozu bräuchte man Krankenschwestern, wenn es keine Ärzte gibt?
    mfg
    tdd

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